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SVV-Vegikreuzfahrt 2013

Am 21. Juli 2013 wurden die Segel gehisst (oder besser der Motor gestartet) für die erste vegane Kreuzfahrt überhaupt. Zu Recht bezeichnete der Veranstalter «Amazing Adventures» diese Reise als einen historischen Event.

Andela Lora

Da ist sie also, die Andela Lora. Das Kreuzfahrtschiff, das uns die nächsten sieben Tage die Inselwelt in der Kvarner Bucht von Kroatien näher bringen soll. Vorfreudig lade ich meine Koffer aus dem Auto, ganz in meine Gedanken vertieft: Was wird die Woche alles bringen? Werden die Gäste zufrieden sein? Werden alle Erwartungen erfüllt?
Voll beladen auf dem Weg vom Parkplatz zum Schiff treffen wir auf Elvis und Tobias, die sich als unsere Reiseleiter vorstellen und meinem Mann und mir dabei helfen, das Gepäck aufs Zimmer bringen. Wobei sie sich augenscheinlich darüber wundern, wofür ich denn so viele Koffer, Kisten und Taschen brauche. Tja, Frau muss eben an alles gedacht haben! Nebst Koffern mit Kleidern und Flip Flops sind auch Schlafsäcke (fürs Übernachten auf dem Deck), Velohelme, Schnorchelausrüstung, Taucherbrille, Luftmatratze und Luftpumpe mit dabei. Und für die Abendunterhaltung brauchen wir Spiele, DVDs und SVV-Material zum Verteilen, an alle die uns noch nicht kennen.

Der Blick in unsere Kabine überrascht: Geräumig! Nichts da mit kleinen, engen Kajüten die gerade mal Platz für ein Bett bieten. In unserer Kabine gibts neben einem grosszügigen Doppelbett noch ein Einzelbett, einen Schrank und das Badezimmer mit allem was dazu gehört. Ich bin erstaunt – unser ganzer Kram kann hier doch tatsächlich verstaut werden.

Kabine auf der Andela Lorag

Nach grossem Hallo und der Freude das ein oder andere bekannte Gesicht zu sehen, versammeln sich alle Reisenden im Salon, wo Elvis und Tobias eine kurze Eröffnungsansprache halten und den Plan für den Abend erklären. Anschliessend wird auf der Erkundungstour entlang der Promenade von Omisalj viel geplaudert, fotografiert und in einem Café direkt am Meer eine Erfrischung genossen. Živjeli! Auf erholsame Ferien!

Omisalj

Zurück auf dem Schiff gibt's dann auch schon das erste Abendessen. Ich bin gespannt. Schliesslich haben wir extra für diese Reise eine vegane Köchin angeheuert, die nicht nur uns bekochen, sondern auch die reguläre Küchencrew für die Zubereitung von veganen Menüs schulen soll. Keine leichte Aufgabe und ich hoffe inständig, dass es allen schmecken wird. Viele sind schliesslich nur deshalb mitgekommen, weil sie die ganze Woche über vegan verköstigt werden. Wenn das Essen nicht lecker ist, wär das eine riesige Enttäuschung.
Zur Vorspeise werden Tofubratlinge mit einem Zitrusfrüchte-Salat serviert. Ich werfe einen kritischen Seitenblick zu meinem Sitznachbarn, der, wie ich weiss, nicht vegan lebt und sehe wie er genussvoll in den Bratling beisst – uff – es schmeckt ihm! Erleichtert geniesse ich mein Abendessen und freue mich – zufriedene Gesichter überall. Der Start ist geglückt!

Sowieso: Ein Blick in die Runde zeigt, dass sich ein bunt gemischtes Publikum für die Vegi-Kreuzfahrt entschieden hat. Familien mit Kindern, Singles und Paare jeder Altersgruppe, reisen aus verschiedenen Gründen mit. Einfach um etwas Neues auszuprobieren, wegen der Begeisterung für Kroatien, um nette Leute kennenzulernen, weil's eine einmalige Gelegenheit ist oder weil die Idee einer Vegi-Kreuzfahrt spontan für Begeisterung sorgte.

Spaghetti

Einen typischen Tag auf dem Schiff könnte man wohl so beschreiben: Ausgiebig frühstücken, anschliessend freiwillige Fahrrad- oder Wandertouren. Ganz ehrlich: Als Sportmuffel klang dieser Teil der Reiseplanung nicht sonderlich attraktiv für mich, doch ich muss sagen: Mit dem E-Bike ist es total entspannend den Inseln entlang zu kurven, so dass ich mich sogar freiwillig für eine Extratour quer über die Insel Cres angemeldet habe.

Nach der Bewegung kommt meistens die Entspannung. Entweder gibt's ein feines Mittagessen oder der Kapitän setzt irgendwo unterwegs den Anker und wir legen eine Badepause ein. Einige hatten unterwegs übrigens das Glück Delfine zu beobachten, die neben unserem Schiff hergeschwommen sind – für viele auf jeden Fall ein Höhepunkt der Reise. Wobei es schwierig ist DAS Highlight auszumachen. Es gab so viele Eindrücke. Für die Kleinen war es wahrscheinlich das Piratenschiff, das mit wehender Fahne an uns vorbeizog; für die Männer waren es die luxuriösen Jachten, die jeweils mit uns in den Häfen übernachteten. Und die Frauen staunten über die romantischen Städtchen die wir besucht hatten, die zahlreichen Cafés, die Strassenmusikanten und den Charme aus venezianischer Zeit. Auch die Natur hat sich uns von einer unvergesslichen Seite präsentiert: Einsame Buchten, uralte Olivenhaine, sternenklare Nächte und ein tiefblaues Meer zeigen eine unerwartet idyllische Seite Kroatiens.

Insel Susak

Die Abende starten meist mit einem interessanten SVV-Vortrag, den Renato nach Sonnenuntergang auf dem Oberdeck des Schiffes hält. Danach sitzen wir noch gemütlich beisammen oder entdecken das Nachtleben der Städtchen.

Insel Susak

Je weiter die Woche voranschreitet, desto mehr wächst die ganze Gruppe zusammen. Wir haben so viel zusammen gelacht, gesehen und unternommen, dass man mittlerweile angefangen hat sich aneinander zu gewöhnen. Mehr und mehr wird mir bewusst, dass ich das Schiffsleben und die ganzen Menschen drum herum wohl ganz schön vermissen werde. Es ist wohl doch so: Vor sechs Tagen noch kamen wir als Fremde, doch nun verlassen wir das Schiff als Freunde. Aber wir kommen nächstes Jahr wieder – versprochen!

Bernadette Raschle

 

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