Beim Tierschutz hört die Demokratie und der Rechtsstaat auf!
Vortrag gehalten an der Vegetariertagung vom 2. März 1996 in Lindau. Von Edith Zellweger (CH)
Unser Tierschutzgesetz ist so angelegt, dass der Bürger und
Souverän keinen rechtswirksamen Tierschutz betreiben kann, da er
dazu nicht legitimiert ist, das heisst, er hat kein Klage- und
Beschwerderecht. Dieses Recht obliegt einer kleinen Oberkaste, die
als Lohn- und Honorar-Empfänger der Tierverbrauchermafia nur
wenig oder kein Interesse am Tierschutz hat. Dazu zählen in
erster Linie die sogenannten tierschutzbeauftragten Kantons- und oder
Landes-Veterinäre. Da diese Herren in der Regel wenig dazu
geneigt sind, ihre eigenen Klienten anzuklagen (zu verklagen),
entsteht die fatale Situation, dass ausgerechnet jene den Tierschutz
am wirksamsten verhindern, die ihn an Stelle von uns Bürgern zu
vollziehen hätten. Kein Bürger (kein Tierschützer) hat
folglich ein gesetzlich fundiertes Recht zu klagen und den Richter
anzurufen. Diese Aufgabe haben die Landwirtschaftämter von Bund
und Kantonen, kurz die Agro-Lobby für sich gepachtet. Dies sind
alles Instanzen, die in der Praxis zu allerletzt am Tierschutz
interessiert sind.
Der Tierschützer wird zum Verklagten, der Tierquäler zum
Geschützten. Wir Tierschützer werden als Fanatiker
bekämpft, die Tierquäler als Wohltäter am Volk
unterstützt.
Was ist das für eine Demokratie, in der das Volk kein
verbrieftes Recht hat, wirksamen Tierschutz zu betreiben? Was ist das
für ein Staat, in dem ein vom Volk verabschiedetes
Tierschutzgesetz von den verantwortlichen Vollzugsbehörden
umgangen wird?
Wo der Staat versagt, muss der Bürger für das Recht sorgen.
«WO RECHT ZU UNRECHT WIRD, WIRD WIDERSTAND ZUR
PFLICHT»
Derselbe Staat, der uns tagtäglich unnötige Radarfallen
aufstellt und uns wegen geringen Übertretungen büsst,
derselbe Staat kümmert sich im Tierschutz überhaupt nicht
um Gesetz und Ordnung und lässt Missstände zu, die für
jeden normalentwickelten Bürger, die grösste Zumutung
darstellen. Das dürfen wir uns nicht mehr länger gefallen
lassen. Wir müssen uns wehren gegen eine Behörde, die uns
für dumm verkaufen will und regelmässig unsere Gesetze
missachtet.
Nehmen wir z.B. die beschämenden Tiertransporte. Da sitzt eine
überwiegende Mehrheit von anständigen Bürgern in ganz
Europa vor dem Fernseher und sieht ohnmächtig und voller
Empörung wie Tausende von Tieren misshandelt werden und in
qualvollen Transporten durch Europa geschleust werden. Dies und
ähnliche Vorkommnisse von Amtsmissbrauch lassen das Fass zum
Überlaufen bringen und die Tierschutzszene wird notgedrungen
militanter. Das Tierschutzgesetz wird zum Tiernutzungs- und
Tierquäler-Schutzgesetz. Gleichzeitig wird über
Einschüchterungsmethoden und Presseboykott versucht, uns
Tierschützer mundtot zu machen.
Stasi-Methoden in angeblich demokratischen Staaten.
Zum Beispiel haben in der Schweiz über 80 % der
Bevölkerung seinerzeit ein verbessertes, minimalstes
Tierschutzgesetz gutgeheissen (das angeblich weltbeste
Tierschutzgesetz). In Wahrheit ist es ein toter Buchstabe geblieben,
ein zahnloses Alibi-Gesetz ohne Vollzug. Dem Volk wird schamlos das
Gegenteil vorgegaukelt. Man muss sich fragen, wie lange sich das Volk
dies noch gefallen lässt.
Die verschwiegenen Keller und Laboratorien der wissenschaftlichen
Institute enthüllen sich als die schauerlichsten Folterkammern,
welche die des Mittelalters weit in den Schatten stellen. Die gesamte
Tierverbraucherlobby und ihr zugehöriger Polit-Filz, vor allem
aber die Pharmaindustrie sowie die Vivisezierer in den
Universitäten und Forschungslabors führen mit
Volksverdummungs-Kampagnen und Wahrheitsverdrehungen die
Bevölkerung schon seit Jahren hinters Licht. Tierversuche sind
lediglich ein gutes Geschäft, welches mit unseren Spenden und
Steuergeldern finanziert wird. Tierversuche sind Verbrechen am Mensch
und Tier. Doch nicht nur die Pharmaindustrie ist für das
Tierelend verantwortlich, nein auch die Landwirte, Tierzüchter,
Heimtierhalter, Veterinäre und Vollzugsbehörden, tragen
Ihren Teil am Elend der Tiere bei.
Was die ärmsten aller Schweine, Hühner, Kälber,
Versuchstiere und sonstige "Nutztiere" der Erde von der Zeugung
über die Geburt bis zum erlösenden Ende in den
Schlachthöfen erleben müssen, kann nur mit Begriffen wie
"Tier-KZ", "Grausamkeit und totaler Entwürdigung" von
hochentwickelten Lebewesen umschrieben werden. Leider sind
industrialisierte Intensiv-Tierhaltungen keine Einzellfälle,
sondern die Mehrzahl.
Die Sachverhalte werden von den zuständigen
Behörden zugunsten der Tierquäler verdreht.
Ich möchte noch einmal betonen, es existiert ja eigentlich ein
Tierschutzgesetz. Obwohl es nur einen minimalsten Tierschutz
ermöglicht, wird es von jenen Instanzen, die es anwenden und
vollziehen dürfen oder sollen, verwässert oder umgangen.
Anstatt der Tiere werden ihre Peiniger geschützt. Von den
höchsten Bundesstellen über die Agro-Lobby bis zu
verschiedenen ominösen grossen Tierschutzorganisationen, mitsamt
ihren angegliederten Tierschutzvereinen, besteht ein dichter Filz,
der seine Vormachtstellung ständig missbraucht und somit der
Tierschutzverpflichtung dem Souverän gegenüber nicht
nachkommt.
Diese Art und Weise mit Tierschutzthemen umzugehen, hat bereits
weltweit Tradition. Die schlimmsten Zustände in der
Massentierhaltung, Heimtierhaltung usw., die Vivisektion mit ihren
absurdesten Auswüchsen, grauenhafte Zustände in den
Schlachthäusern und beim Tiertransport werden von
zuständigen Behörden, den staatlichen und offiziellen
Tierschutzorganisationen sowie vom gesamten Polit-Filz entweder gar
nicht wahrgenommen, oder aber verharmlost, beschönigt und vor
allem erfolgreich vertuscht.
Deshalb ist es z.B. in der Schweiz sogar möglich, dass eine
Gesetzesverfügung über artgerechtere Tierhaltung in den
Ställen von keiner staatlichen Instanz ernsthaft kontrolliert
wird. Die Bauern hatten bis zu zehn Jahre Zeit um die schlimmen
Zustände aufzuheben. Trotzdem wurde diese Frist nirgendwo
eingehalten. Inzwischen sind 18 Jahre vergangen und es hat sich
für die Tiere immer noch gar nichts geändert.
Das Volk wird regelmässig vom Gesetzgeber über die wahren
Zustände im Tierschutz hinweggetäuscht und angelogen. Das
zahnlose Tierschutzgesetz schützt in erster Linie die
Tierverbraucher und ihre Lobby und zu allerletzt das Tier. Aus diesem
Grunde entstehen weltweit zusehens private Tierschutzorganisationen,
die es jedoch sehr schwer haben, sich gegen den staatlich
unterstützten Tierprofitfilz durchzusetzen. Es kann deshalb auch
nicht überraschen, dass z.B. das Schweizervolk in den
vergangenen Volksabstimmungen die Chance nicht wahrgenommen hat, ein
Gesetz für die Abschaffung der Tierversuche anzunehmen. Die
Mehrheit ist der grossangelegten, staatlich unterstützen
Lügenpropaganda auf den Leim gekrochen.
Viele Menschen beruhigen ihr Gewissen mit dem
selbstgefälligen Gedanken, dass Tiere in unserer heutigen Zeit
"human" geschlachtet werden. Leider sieht die Realität anders
aus.
Das Leben eines gefangengehaltenen Schlachttieres ist von vorn bis
hinten unnatürlich angefangen mit künstlicher Aufzucht,
abscheulichen Kastrationen und/oder Hormonbehandlungen, über die
Verfütterung abnormaler Nahrung zu Mästungszwecken, bis hin
zu langen Transporten in extremem Unbehagen und schliesslich dem
grausamen Ende. Mastanlagen, Elektroschocks, Schwanzumdrehen und
andere bestialische Torturen, kurz die nackte Angst. All dies
gehört nach wie vor zum Alltagsbild der meisten Tierfarmen,
Viehtransportfirmen und Schlachthöfe. Dies zu tolorieren und
sich lediglich der herzlosen Brutalität, mit der das Tier in den
letzten Sekunden seines Lebens konfrontiert wird, zu widersetzten,
ist schlicht eine Sinnesverdrehung des Wortes "human".
Die Wahrheit über Tierschlachtungen ist alles andere als
angenehm. Die kommerziellen Schlachthäuser machen
Höllenvisionen Konkurrenz. Schreiende Tiere werden durch
Hammerschläge, Elektroschocks oder Bolzenschusswaffen
betäubt. Sie werden an den Beinen in die Luft gezogen und auf
vollautomatische Fliessbandanlagen durch Fabriken des Todes
befördert. Die Kehle wird ihnen bei lebendigem Leibe
durchgeschnitten und ihr Fleisch schon verarbeitet während sie
noch zu Tode bluten.
Viele Menschen würden ohne Zweifel Vegetarier werden, wenn sie
einmal ein Schlachthaus besuchen würden oder wenn sie die Tiere,
die sie essen, selbst schlachten müssten. Schlachthausbesuche
sollten für alle Fleischesser obligatorisch sein.
Pythagoraos sagte: "Liebe Freunde, haltet ein, euren
Körper durch sündige Nahrung zu beschmutzen. Wir haben
Getreide, wir haben Äpfel in solcher Fülle, dass die
Äste sich herniederbeugen, und Trauben, die prallgefüllt an
der Rebe prangen. Es gibt Kräuter von süsslichem Aroma und
Gemüse, das über dem Feuer gegart und gekocht werden kann.
Die Erde bietet euch eine verschwenderische Fülle an reicher,
reiner Nahrung, sie bietet euch ein Festmahl ohne Schlachten und
Blutvergiessen".
Wenn wir den Respekt vor dem Leben der Tiere verlieren, verlieren wir
auch den Respekt vor dem menschlichen Leben. Diejenigen, die Tiere
töten, um Fleisch zu essen, neigen dazu, ihresgleichen zu
töten.
Wir fürchten uns vor feindlichen Gewehren, Bomben und Raketen,
aber können wir unsere Augen verschliessen vor dem Leid und der
Angst, die wir selbst verursachen, indem wir für den
menschlichen Konsum jährlich über 1,6 Milliarden Haustiere
und 22,5 Milliarden Stück Geflügel schlachten? Die Anzahl
der jährlich getöteten Fische geht in die Billionen; nicht
zu vergessen die -zig Millionen Tiere, die Jahr für Jahr in den
"Folterlagern" die wegen ihres Pelzes, ihres Felles, ihrer Haut oder
in Versuchslaboren ihr Leben lassen müssen, oder auch die Tiere,
die dem "Jagdsport" zum Opfer fallen. Können wir leugnen, dass
diese Brutalität auch auf unser menschliches Zusammenleben
Auswirkungen hat?
Es muss auch endlich einmal gesagt werden, dass gerade die Kirche
(vor allem die kath. Kirche) eine sehr grosse Mitschuld am Elend der
Tiere trägt. In der Schule wird den Kinder eingetrichtert, dass
Tiere keine Seele hätten, dass man sie für alles, aber auch
gar alles benützen darf. Die Tiere wurden von der Kirche
verraten und verkauft. Im neuen Katechismus steht z. B. auf Seite 609
Abs. 2417 und 2418 folgendes Zitat: "Gott hat die Tiere unter
die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild
geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und
zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um
sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu
machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in
vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu
beitragen, menschliches Leben zu heilen".
Abs. 2418 Zitat: "Auch ist es unwürdig, für Tiere
Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte.
Man darf Tiere gerne haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden,
die einzig Menschen gebührt".
Gerade die Kirche hätte doch die Kernaussage den Grundsatz der
Nächstenliebe zu allen fühlenden Wesen zu vertreten und
nicht menschliches und tierisches Leben und Leiden mit zweierlei Mass
zu messen.
Wenn der Mensch soviel Leiden schafft, welches Recht hat er dann,
sich zu beklagen, wenn er selbst leidet? Wir Tierschützer fragen
uns auch oft "Ist Gott, nur ein Gott für die Menschen, oder ist
der Mensch der Teufel der Tiere?"
Zum Schluss rufe ich die ganze Bevölkerung dieser Erde auf: Geht
in Zukunft vermehrt für die Tiere auf die Barrikaden, denn wir
Menschen bereiten den Tieren auf dieser Erde eine Welt des Grauens.
Versuchslabore und Schlachthäuser sind gigantische
Monsterfolterkammern und eine legalisierte Massenmordmaschinerie
trotz Tierschutzgesetzen. Tiere töten heisst morden. Fleisch
essen ist Kannibalismus, es werden die Leichenteile von qualvoll
gefolterten und ermordeten Tiere gegessen. Weinet darum nicht
nur um die Tiere, sondern kämpft um und für
sie!
Edith Zellweger, Schlossfeld, CH-9465 SALEZ, Tel./Fax 081-7571989, PC-Konto 90-14172-6 Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008
