Der Lichtnahrungsprozess

Ja, wie soll man das sagen. Eigentlich ist der Prozess ganz einfach. Sieben Tage nichts essen und nichts trinken. Danach anfangen zu trinken, Orangensaft 25% (oder andere Säfte), weitere 14 Tage nichts essen, auf die innere Führung vertrauen, den Aufgestiegenen Meistern zuhören - und tatsächlich, für einige ist der Prozess einfach.
Die Zeit danach, die Veränderungen und Erfahrungen, das neuerfahrene Sein ertragen und in das tägliche Leben zu integrieren, das ist eventuell etwas schwieriger.
Jeder macht seinen eigenen Prozess. Der Prozess ist so individuell, wie wir Menschen es sind. Dennoch gibt es immer wieder viele Fragen. Es kann für manche Menschen hilfreich sein, von den Erfahrungen der Anderen zu hören oder zu lesen, die den Prozess schon gemacht haben. Deshalb erschien im oktober das Buch:

"Der Lichtnahrungsprozess - Erfahrungsberichte"

Einen kleinen Auszug aus diesem Buch drucken wir hier nachfolgend schon mal ab.
Ausserdem sind auch die Richtlinien von Charmaine Harley in dem Buch "Lichtnahrung" sehr zu empfehlen.



Erfahrungsbericht:

Lichtnahrung ist Gnade

(Auszug von Daniel Jacobi)
Fühle mich in gespannter Erwartung der Dinge, die da kommen sollen. Zwei Wochen sind vergangen, seit ich den Entschluss fasste. Mir wird klar, dass der Prozess in jenem Moment bereits begonnen hatte, als ich lachend die Steine am Boden zerschmetterte. Seither spüre ich eine stärkere Bewusstheit und Fähigkeit, Konflikte und Emotionen zu (er)lösen, meine Wahrheit zu sprechen, und andere so anzunehmen, wie sie sind. Es zeigt sich auch, wie wichtig die geistige und emotionelle Unterstützung von nahestehenden Personen ist, sowie gegebenenfalls jenen Verwandten, welche sich bloss sorgen würden, in diesem frühen embryonalen Stadium nichts mitzuteilen, um keine negative Gedankenenergie anzuziehen. In der Woche vor Beginn, riefen mich Freunde von weither an, die ich lange nicht gesehen hatte, und gaben mir ihren Zuspruch. Ich habe den Eindruck, die Unterstützung meiner Seelengruppe zu bekommen, und dass alle in meinem Beziehungsnetz von dieser Initiation auf die eine oder andere Weise betroffen sein werden.
Am Tag nach der Ankunft faste ich und nehme Glaubersalz, um den Darm so weit wie möglich zu entleeren. Seit 15 Jahren bin ich Vegetarier und rauche nicht, noch nehme ich Drogen oder pharmazeutische Medikamente, sowie nur sehr selten etwas Alkohol. Dieser Fastentag ist die einzige diätetische Vorbereitung.

1. Tag

Ich beginne den Prozess um Mitternacht mit einer Meditation und visualisiere die Ziele, welche ich mir vorher aufgeschrieben habe. Morgens mache ich meine üblichen Yoga- und Atemübungen mit anschliessendem stillen Sitzen, danach nehme ich ein Bad.
Nachmittags fühle ich mich schwach, als drücke mich etwas in den Boden. Es fällt mir nicht leicht, nichts zu trinken.

2. Tag

Während die physische Kraft abnimmt, nimmt die geistige zu. Ich beginne die Energie des frühen Morgens wahrzunehmen und erwache zwischen drei und vier Uhr. In der Zeit vor Sonnenaufgang fühle ich mich stark und motiviert für Yoga und Meditation. Auch Spaziergänge fallen mir leichter. Es ist gut, dass ich heute aus dem Haus gehe und mich bewege - gestern ging ich nicht hinaus.
Abends während dem Meditieren spüre ich, dass da etwas ist, welches mir verunmöglicht, tiefer zu gehen. Ich habe das Gefühl, dass sich meine Partnerin Sorgen macht. Als ich sie anrufe und darauf anspreche, wird ihr die Sache bewusst und sie fängt an zu weinen. Im darauffolgenden Gespräch kann sie ihre Furcht loslassen. Sie sagt: 'Ich glaube an das, was du tust, ich liebe und segne dich.' Es ist für mich sehr wichtig, diese Worte zu hören. Zanna beschliesst, mich durch ein Saftfasten zu begleiten.

3. Tag

Ich fühle mich sehr schwach und es fällt mir schwer, die Wirbelsäule aufrechtzuerhalten, habe jedoch keine spezifischen Schmerzen. Statt die Energie, welche aus der Nahrung kommt zu verwenden, führe ich die meisten Aktivitäten mit Intention und Willenskraft aus.

4.Tag

In der Nacht vom dritten zum vierten Tag geschieht soweit mir bewusst ist, nichts Besonderes, abgesehen vielleicht von einer stärkeren Klarheit und Leichtigkeit im Bauchraum. Ich experimentiere heute mit Pranayama-Übungen wie sie Shivananda lehrt. Ich komme allerdings nicht sehr weit und bleibe schlussendlich bei jenen Asanas, welche zu meinen Täglichen gehören. Ich kann mir gut vorstellen, dass gezielte, unter kundiger Anleitung durchgeführte Atemübungen den Prozess erleichtern können, weil so die Pranaaufnahme erheblich erhöht wird.

5. Tag

Stehe um 04.30 Uhr auf und gehe nach dem Yoga auf zwei Spaziergänge, einer im Dunkeln und der andere, als die Sonne den Frost der Nacht zum Leuchten bringt. Das gleissende Weiss des Sonnenlichts schafft eine überirdische Atmosphäre und das ganze fühlt sich wie eine Auferstehung an. Ich gehe sehr langsam und wiederhole innerlich indische Mantras, während sich ein neues Leben eröffnet. Ich habe an diesem Morgen ein Gefühl der Schwerelosigkeit und den Eindruck, dass mein Körper mehr und mehr Licht als Energiequelle verwendet.
Von vorherigen Besuchen kennen mich die Leute im Dorf von meinen morgendlichen Joggingläufen. Jetzt setzte ich wie ein Neunzigjähriger einen Schritt vor den anderen. Eine Frau fragt mich: 'Ist alles in Ordnung?' Ich gebe ihr eine ausweichende Antwort, denn jedes Sprechen macht meinen Mund noch trockener als er schon ist, und - würde sie mich verstehen?
Letzte Nacht bin ich einige Male aufgewacht von dem unangenehmen Gefühl des trockenen Mundes. Das Auspülen mit Zitrone hat seine Tücken, denn es ist das einzige mögliche Geschmackserlebnis und manchmal übertreibe ich es damit. Zuviel Zitronensäure greift meinen Zahnschmelz an.
Trotz dem Frost hat es immer noch essbare Trauben an den Weinreben. Ich kann der Versuchung nicht widerstehen, meinen Mund statt mit Zitronenwasser, mit dem Saft von den Trauben und Äpfeln, die noch herumhängen, zu spülen. Noch nie hatte ich das Aroma dieser Früchte so stark empfunden. Wieder einmal etwas zu beissen und meine Zähne zu gebrauchen ist ein himmlischer Genuss. Ich bin so versunken in den Geschmack, dass ich zu spät bemerke, wie ich ein bisschen Saft herunterschlucke. Abends beim Bad geschieht mir ein ähnlicher 'Unfall' - als ich den Kopf unter Wasser halte, kommt etwas Flüssigkeit durch die Nase die Kehle hinunter. In der Anleitung heisst es, dass sich der Prozess bei Flüssigkeitseinnahme um 24 Stunden verzögert. Ich bete und visualisiere abends, dass der Prozess ohne Unterbruch weitergeht. Das funktioniert offensichtlich, denn ich stelle keinen Unterbruch fest.
Gegen Abend fühle ich mich unruhig und niedergeschlagen sowie mit Schmerzen in den Nieren. Helga gibt mir eine Massage und eine Wärmeflasche für die Nieren, was mich wieder herstellt.

6. Tag

Der Wunsch, etwas zu trinken wird fast übermächtig. Ich beginne davon zu fantasieren, wie ich vor einem Jahr in Old Delhi an jenem Saftstand einen köstlichen Frucht- und Zuckerrohrsaft um den anderen erstand. Zanna gibt mir den Ratschlag, den inneren Necktar anzuzapfen, welcher durch Berührung der Zunge mit dem hinteren und oberen Mundraum von der Hypophyse her kommt - das göttliche Elixir, erstaunlich, wie das schmeckt! Am besten ist es mir zugänglich, wenn ich den Kopf nach hinten beuge.
Mir wird klar, wie wichtig es ist, still zu sein.
Die Bücher von Tashira Tachi-ren 'Der Lichtkörper-Prozess' und Tony Stubbs 'Handbuch für den Aufstieg' sind eine grosse Hilfe. Speziell die Beschreibung der zwölf Lichtkörperstufen und die Vereinte-Chakra-Meditation erweisen sich als treue und weiterführende Begleiter.
Gegen abend bin ich so schwach wie noch nie. Nicht trinken zu können wird zur Obsession. Ich komme mir vor wie ein Verdurstender in der Wüste, welcher von Fata Morganas geplagt wird. Die Oase mit dem Wasser ist der kommende Tag, wann ich endlich die Erlaubnis haben werde zu trinken. Es ist einer der wenigen Momente, in denen ich an dem ganzen Vorhaben zweifle. Der Gedanke, dass ich so vielen Freunden davon erzählt hatte und mir die Gesichter vorstelle, wenn ich ihnen sage, dass ich aufgab, ist nicht sehr anziehend. Es scheint mir, dass bevor ich die Schwelle zum 7. Tag überschreiten darf, nochmal alle Verzweiflung und Selbstzweifel aufgeworfen und mir vorgespiegelt werden.
Als ich heute wieder bei den Äpfeln und Trauben vorbeigehe, ist es als werde ich von der Schlange kurz vor dem Wiedereintritt ins Paradies der inneren Freiheit und Fülle versucht. Wieviele Male bin ich schon auf diese Früchte hineingefallen und habe die innere Wahrheit dem verführerischen Aussen geopfert?
Abends fühle ich mich extrem schwach, hilflos und erschöpft und nehme zu dem bereits zum Ritual gewordenen Bad Zuflucht.
Ich fühle mich von dem Nicht-Trinken-Können wie in Stücke zerschlagen. Ich erinnere mich an das Erlebnis auf 'La Graciosa', die achte kanarische Insel nördlich von Lanzarote. Ich war mehrmals vor den gefährlichen Strömungen gewarnt worden, aber der Strand und das Meer waren zu schön. Ich musste hinein und nahm mir vor, nur knietief ins Wasser zu gehen. Ohne es zu merken, wurde ich beim Spielen mit den Wellen immer mehr in die Mitte des Strandes gedrängt, wo mich schliesslich eine starke Unterwasserströmung hinausriss in die Tretmühle von drei Meter hohen Wellen. Was vorher Spiel war, wurde zum Kampf ums Überleben. Die hohen Wellen drückten mich auf den Grund, und ich brach fast unter dem Gewicht zusammen. So ähnlich fühle ich mich jetzt nach sechs Tagen ohne Essen und Trinken. Zwischen zwei Wellen hatte ich etwa zehn Sekunden Zeit, Luft zu holen, bevor die nächste auf mich herabdonnerte. Mir wurde klar, dass ich das nicht mehr lange aushalten werde, weil mir die Kraft ausgeht, Luft zu schnappen. Nun, etwas geschah, sonst würde ich jetzt nicht diesen Bericht schreiben.
Meine Rettung war, dass die Wellen in Serien kamen. Ich fand mich plötzlich weit draussen und konnte relativ ungestört an Land schwimmen, wo ich erschöpft zusammenbrach.
Aqua Divina, das Wasser ist ein Ort der Transformation. Es ist sanft und schön und umfängt mich als Embryo. Es ist furchtbar und zerstörerisch wie die zornige Göttin Kali. Alles Leben kommt aus dem Wasser und wird von ihm wieder verschlungen. Jeder Geburtsprozess scheint in einer Weise mit Wasser vor sich zu gehen. Das Wasser fühlt sich wie flüssiges Licht an, das in mir und durch mich fliesst. Ich werde mir zum ersten Mal meines unsterblichen Lichtkörpers bewusst. Obsession, Verzweiflung und Zerstückelung fallen von mir ab, wie die hässliche Maske der alten verzauberten Hexe im Märchen. Ihre wahre Schönheit tritt hervor. Das Durchschreiten und Aushalten der dunklen Nacht der Seele ermöglicht die Auflösung des 'Fluchs', und die Heirat des Prinzen (mein bewusstes Selbst) mit der Prinzessin, die bis dahin 'verzauberte' Seele. Jede Liebesgeschichte gibt im Grunde dieses Urmuster der Trennung und Vereinigung innerer und äusserer Aspekte wieder.

7. Tag

Die Waage zeigt mir, dass ich seit gestern 800 Gramm zugenommen habe. Das ist ein deutliches Zeichen, dass mein Körper zu einem grossen Teil gelernt hat, Licht und Lebenskraft als Energiequelle zu verwenden. In den vergangenen sechs Tagen habe ich mich kontinuierlich immer schwächer gefühlt und von 72 kg bei Beginn auf 63,6 kg abgenommen. Es ist für mich eine physische Bestätigung meines inneren Prozesses, dass es möglich war, fast ein Kilo von 'Luft' zuzunehmen, und heute 64,4 kg zu wägen. Die Idee der Lichtaufnahme und die Möglichkeit des Zunehmens dadurch, unterscheidet diesen Prozess von dem bekannten Fasten.
Helga und ich zelebrieren an diesem Tag mein erstes Glas Saft aus Champagnergläsernů

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