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Die SVV heisst jetzt: Swissveg
Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


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Kampagne (abgeschlossen):

Erfolg für die SVV: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat Ende Mai 2007 zum ersten mal einen Bericht über die vegetarische Ernährung mit entsprechenden Empfehlungen im Internet veröffentlicht:
Gesundheitliche Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernährung - Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission

Die SVV hat sich auch mit einem Sitz im Expertenteam daran beteiligt.

Siehe SVV-Mitteilung vom Mai 2007: SVV-Mailing.

Die SVV fordert vom Bundesamt für Gesundheit die Modifizierung der Ernährungsrichtlinien

Wir Vegetarier kennen längst den Gesundheitsfördernden Aspekt unserer Ernährung, auch wenn wir ihr nur wenig Beachtung schenken. Die Behörden sehen das anders, beugen sie sich doch den wirtschaftlichen Interessen, und ignorieren die Gefahren einer fleischbasierten Ernährung. Sie erkennen nicht, dass die vegetarische Ernährung den Kriterien einer gesunden Lebensweise entspricht. Die Ernährungsrichtlinien des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sagen tatsächlich nichts über dieses Thema aus. Für uns stellt dies mehrere Probleme dar. Zum Beispiel ist es schwierig für uns, gegenüber Schul- und anderen öffentlichen Kantinen zu argumentieren, weil die vegetarische Kost offiziell nicht anerkannt ist. Diese Situation muss ändern! Rinderwahnsinn, Dioxinverseuchter Fisch, Schwein mit Antibiotika: Es ist Zeit, den Vegetarismus zu fördern! Nach den letzten Skandalen der Tierindustrie, der neuste war die Offenbarung, dass Meer- und Zuchtfische erhöhte Dioxinmengen aufweisen, haben wir uns entschlossen, eine Kampagne zu starten, welche den Vegetarismus in den offiziellen Richtlinien fördert.

Hier der vollständige Wortlaut der Forderung der SVV/ASV an das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Sie wurde im Januar 2001 an den Direktor des BAG, Dr. Zeltner, gesandt (eingeschicktes Original auf Französisch):

Offizielle Ernährungsempfehlungen des BAG:
Änderungen sind nötig

Sehr geehrter Herr Direktor Zeltner,

Die Gesunderhaltung der Bevölkerung ist eines unserer Ziele bei unserem Engagement für den Vegetarismus. Wie Sie wissen, folgte in den letzten Jahren und ganz besonders in den letzten Monaten bezüglich der Nahrungsmittel tierischen Ursprungs eine beunruhigende Meldung der anderen. Dies betrifft nicht nur Fleisch, sondern auch Fisch. Unter Berücksichtigung dieser wissenschaftlich und offiziell abgesegneten Tatsachen erlauben wir uns, Ihnen einige Kommentare und Vorschläge zu unterbreiten bezüglich der Ernährungsempfehlungen Ihres Amts. Wir wissen um die Wichtigkeit der offiziellen Ernährungsempfehlungen (Empfehlungen für eine gesunde Ernährung, Stand August 2000) als Grundlage für öffentliche Einrichtungen (Schulküchen, Kantinen usw.) und meinen daher, dass einige Punkte Ihrer Empfehlungen schnellstens im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung modifiziert werden sollten.

1. Fisch

Unsere hauptsächliche Kritik im Hinblick auf Ihre Ernährungsempfehlungen bezieht sich auf den Fischverzehr, zu dem Sie die Bevölkerung ausdrücklich ermuntern. («Das Fleisch der Fische hingegen hat dank seiner hohen Qualität und seiner wertvollen Fette einen besonderen Stellenwert in der gesunden Ernährung. »).

Unsere Vereinigung hat seit jeher die negativen Gesundheitsfolgen beim Fischverzehr aufgezeigt (siehe das beiliegende Vegi-Info 3/1998, Artikel «Fisch, das verschwiegene Leiden.»). Lange hat die Wissenschaft dem Publikum verschwiegen, dass Fisch-, ebenso wie Fleischverzehr, sich nachteilig auswirkt, denn Fleisch und auch das Fett von Fischen ist voller Toxine. Der letzte Bericht des wissenschaftlichen Komitees für die Ernährung der Europäischen Union, herausgegeben Ende 2000, hat mit dieser Unterlassung aufgeräumt. So werden in der Genfer La Liberté/Le Courrier am 15. Januar 2001 im Artikel «Dioxines: et voilà le poisson fou» (Dioxine: nun kommt auch der verrückte Fisch) die alarmierenden Ergebnisse dieses Berichtes unterstrichen: «Man wusste, dass Milch, Eier, Hühner, Schweine und Rinder durch Dioxin und seinen chemischen "Verwandten", die Polychlorbiphenyle (PCB), belastet sind, und zwar in unterschiedlicher Ausprägungen, je nach Region. Beim Fisch hatte man zwar schon länger gewisse Bedenken, seit vor einigen Jahren die alarmierenden Berichte bezüglich hormoneller Störungen bei Karpfen in nordamerikanischen Seen, von Kabeljau und Lachsen in der Ostsee und deren Vettern aus (Intensiv-)Aufzucht in Schottland bekannt wurden. Man machte sich wohl Sorgen, vermutete aber keinesfalls ein so grosses Problem: Ein zehnfacher Dioxin-Wert im Fisch, verglichen mit Referenzartikeln wie Milch und Eier, und dreissigfach die zugelassenen PCB-Werte. Diese Zahlen betreffen sowohl wild lebende Fische wie auch gezüchtete Tiere.»
Die europäischen Länder sind nicht die einzigen, die nun die Notbremse ziehen wegen der mit dem Fischverzehr verbundenen Risiken. Am selben Tag hat die Presse informiert, dass auch die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) schwangeren Frauen vom Verzehr von «Haien, Schwertfisch und Goldbarsch» abrät, wegen des hohen Quecksilbergehaltes, die zu vererblichen Abnormalitäten des zentralen Nervenystems führen können, an dem 60.000 Neugeborene jedes Jahr in Amerika leiden (24 heures vom 15. Januar 2001).
Unter Berücksichtigung dieser wissenschaftlichen, von offiziellen Stellen herausgegebenen Fakten erscheint offensichtlich, dass Ihre Ernährungsempfehlungen Ungenauigkeiten enthalten, die sich für die Bevölkerung als gefährlich herausstellen können und daher dringend überprüft werden sollten.

2. Fleisch

Hinsichtlich Fleisch warnt Ihr Departement vor einem zu hohen Verzehr. Das ist zwar ein Fortschritt, verglichen mit dem Bericht vor 20 Jahren, in dem Fleisch als Grundnahrungsmittel empfohlen wurde, reicht aber unserer Meinung nach nicht aus. Wir denken, dass es unter Berücksichtigung all der ernsten Tatsachen hinsichtlich der Fleischindustrie und der Gesundheitsrisiken dieses Nahrungsmittels (Risiken der Übertragung von BSE auf den Menschen, Verunreinigung von Fleisch durch Dioxine, Antibiotikas und anderen Giften) vorzuziehen wäre, auf die Aussage, dass «Fleisch ein wertvolles Nahrungsmittel ist…» zu verzichten. Es wäre viel angemessener, darauf hinzuweisen, dass pflanzliches Eiweiss von hoher Qualität ist, bei dem die Bevölkerung sich auch nicht um Mangelerscheinungen sorgen muss. Wenn man einfachen Ernährungsprinzipien folgt und seine Nahrung ausreichend variiert, wozu Sie ja auch auffordern, kann man seinen Protein-Bedarf durchaus decken.

3. Vegetarische Ernährung

Ihre Empfehlungen enthalten keinerlei positiven Hinweis auf eine vegetarische Ernährung. Im Gegenteil, es wird unterstrichen, dass «die Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs mit Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs in vernünftigen Mengen ergänzt werden sollten», was zu der Folgerung führt, dass eine vegetarische Ernährung nicht den Kriterien einer gesunden Ernährung entspricht. Das, wie Sie sicher zugeben, entspricht nicht der Realität. Im Moment, und besonders im Hinblick auf die Skandale in der Fleisch- und nun auch der Fischindustrie, sollte eine vegetarische Ernährung empfohlen werden.
Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dass in anderen Ländern, wie in den traditionell stark auf Fleischverzehr ausgerichteten Vereinigten Staaten, eine vegetarische Ernährung als gesund beurteilt wird. Beiliegend finden Sie den Teil der amerikanischen Ernährungsempfehlungen des Jahres 2000, die mehrere pflanzliche Quellen für Eiweiss nennt : Tofu, Bohnen, Sojaburger, Kichererbsen, Linsen, Erdnussbutter. Ausserdem weisen die Amerikaner auch hinsichtlich Kalzium auf einige sehr interessante Quellen hin.
Abschliessend hoffen wir sehr, dass Sie im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung ihre Empfehlungen ändern wie auch Ihre Meinung zum Fischverzehr überprüfen und bestätigen werden, dass eine ausgewogene vegetarische Ernährungsweise durchaus den Kriterien für eine gesunde Ernährung entspricht. Wir stehen für jede gewünschte Zusammenarbeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Christina Maier
Vertreterin der SVV in der Romandie

Renato Pichler
President der SVV

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Wenn Sie unsere Aktion Unterstützen möchten, senden Sie bitte einen Brief an das BAG.
Um Ihnen dies zu erleichtern, haben wir für Sie einen Musterbrief vorbereitet, den Sie natürlich auch gemäss Ihren wünschen anpassen oder unverändert absenden können. Drei Formate desselben Briefes stehen zur Auswahl:

PDF (Druckvorlage) - RTF (für Textverarbeitung, z.B. Word) - HTML (WWW)


Weitere Informationen / Quellenangaben:

Vom Bundesamt für Gesundheit (BAG):
Fakten zu Ernährungs- und Verbraucherthemen
Empfehlungen für eine gesunde Ernährung (PDF-Datei)

Zum Vergleich die fortschrittlicheren US-Amerikanischen Richtlinien:
USDA Dietary Guidelines Advisory Committee:

Informationen über die Gefahren beim Fischkonsum von der EPA. Sehr umfangreich, in Englisch.

Factsheet about Dioxins from the World Health Organisation (WHO) / Weltgesundheitsorganisation

Remarks by David Byrne, European Commissioner for Health and Consumer Protection to the European Parliament - Committee on Fisheries, Tuesday, 28th November 2000: "Fish oil and fish meal are the most heavily contaminated feed materials."

FDA: Methylmercury Levels in Commercial Seafood Species (Liste über Quecksilbergehalt einiger Fischarten)

Artikel der SVV zum Fischkonsum:
Fische - das verschwiegene Leiden (Vegi-Info 1998/3)
Fischöl, Omega-3-Fettsäuren (Vegi-Info 1998/3)
Weitere Probleme biem Fischkonsum (SVV-Infoblatt Nr. 10)

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Dieser Aufruf wurde im Vegi-Info 2001/2 veröffentlicht.



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