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| NEWS: 1-13 1-13 > Newsquelle: EVANA |
OFFENER BRIEF AN FAO-GENERALDIREKTOR
von der Europäischen Vegetarier UnionHerrn José Graziano da Silva Generaldirektor Nahrungsmittel- und Landwirtschaftorganisation der Vereinten Nationen Viale delle Terme di Caracalla 00153 Rom, Italien 19. Juli 2012 Sehr geehrter Herr Generaldirektor, Am 4. Juli informierte die FAO ueber eine neue Partnerschaft mit Regierungen und Viehzüchtern, die die Umweltkriterien der Tierhaltung vereinheitlichen soll und als "notwendiger erster Schritt zur Verbesserung der Nachhaltigkeit dieses wichtigen Sektors der Lebensmittelproduktion” vorgestellt wird. 1) Henning Steinfeld, Direktor des Sektors Viehzuchtpolitik der FAO, wiederholt: "Wir müssen diesen wichtigen Lebensmittelsektor schützen..." Da haben wir also die Bescherung: Anstatt die Verantwortung für die durch ihre Industrie verursachten enormen ökologischen Schäden übernehmen zu müssen, werden Viehzüchter, Metzger und andere, die vom Fleischhandel profitieren, nun zur Entwicklung der zukünftigen Umweltkriterien eingeladen. Was für ein Schlag ins Gesicht von allen, die bisher einen solch massiven Einfluss der Fleischwirtschaft auf die FAO für undenkbar hielten. Es ist offensichtlich, dass Vertreter der Agrarindustrie, unterstützt von wenigen wohlhabenden Nationen mit ausgeprägtem wirtschaftlichen Interesse an Fleischproduktion und –Export, ihren Sektor hervorragend sichern werden, selbst wenn niemand mehr dessen Rolle im fortschreitenden Klimawandel bezweifelt: Eine Häufung von Überschwemmungen und Erdrutschen, Dürren und Missernten, Waldbränden und Tornados erinnert nachdrücklich an die Dringlichkeit, einen weniger zerstörerischen Lebensstil im globalen Dorf einzuführen. Darüberhinaus gibt es berechtigte Sorgen über die Rolle der neuen Fleisch-Allianz in anderen schon jetzt kritischen Bereichen von entscheidender Bedeutung, z. B.: Öffentliches Gesundheitswesen Neben den bereits bekannten Burger-Gefahren, u.a. Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht etc., wird ein möglicher Schub für mehr Massentierhaltung neue Bedrohungen bringen: Grösserer Missbrauch von Antibiotika, beschleunigte Entwicklung der unbesiegbaren ‘Superbugs’, und Zoonosen, die bereits heute verantwortlich sind für 2,2 Millionen menschliche Todesfälle pro Jahr 2). Soziale Gerechtigkeit und Solidarität Als im Jahr 2009 ein historischer Rekord des Welthungers erreicht war, startete die FAO die Petition ‘1billion hungry’. Mag der Slogan "I'm as mad as hell!", (‘ich bin wahnsinnig wütend’), eine gelbe Trillerpfeife als Symbol und der 24 Stunden Hungerstreik des Generaldirektors auch damals nicht jeden von der Wirksamkeit und vom Takt der Kampagne überzeugt haben, so ist doch eine Tatsache glasklar: Die Möglichkeit, verfügbares Futter für den menschlichen Verzehr freizugeben, stand damals nicht zur Debatte, und wird ganz sicher auch keine Option unter dem Einfluss der jetzigen Koalition werden! Menschenrechte Für Vegetarier bietet nur eine Ernährung ohne Fleisch oder Fisch den "angemessenen Lebensstandard", den die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nach Artikel 25 gewährt. Trotzdem hat FAO von jeher vor Hunderten von Millionen Vegetariern kontinuierlich die Augen verschlossen. Ein wesentlicher Teil der Weltgemeinschaft mit Anspruch auf objektive Beratung und Information wird nach wie vor ignoriert. Es reicht! Eine solche Ausgrenzung ist genauso inakzeptabel wie das Totschweigen der vielen Vorteile des Vegetarismus und dessen Potenzial, den Grad der Verwüstungen durch Tierfabriken zu reduzieren. Noch schlimmer ist das Fehlen jeden Anzeichens, dass FAO-Experten die vorhergesagte Explosion der Fleischproduktion bremsen wollen. Im Gegenteil, es sollen immer raffiniertere Methoden zur Ausbeutung von Tieren und der Natur entwickelt werden. Sogar für den Verzehr von Nagetieren und Insekten wird geworben. Es bleibt ein Geheimnis der FAO, weshalb derartige Massnahmen dem leichteren und billigeren Weg von Fleisch-Reduktion und einer gesunden fleischlosen Ernährung vorzuziehen sind. Glücklicherweise gab die FAO allerdings bekannt, dass sich die ‘Kern-Mitgliedschaft’ der neuen Gruppe voraussichtlich erweitern wird. Im Interesse von Demokratie und Expertise dürfen wir also hoffen, dass bald auch Wissenschaftler und Vertreter aus anderen Lebensbereichen, Vegetarier und Flexitarier eingeschlossen, eingeladen werden, an der Arbeit für mehr Frieden mit der Natur teilzunehmen. Schließlich ist Rücksicht immer noch billiger als die Reparatur von Zerstörung. Hochachtungsvoll Renato Pichler Präsident Europäischen Vegetarier Union -------------------------- Gruendungsmitglieder: Die Regierungen von Frankreich, Irland, Niederlande und Neuseeland, The European Feed Manufacturers' Federation (FEFAC), the European Vegetable Oil and Proteinmeal Industry (FEDIOL), the International Dairy Federation, (IDF) the International Meat Secretariat (IMS), the International Egg Commission (IEC) the International Poultry Council (IPC), the International Federation for Animal Health (IFAH), and the World Wildlife Fund (WWF). http://www.fao.org/news/story/en/item/150555/icod/ 2. http://www.globalmeatnews.com/Industry-Markets/Study-reveals-most-dangerous-zoonoses 3. & 4. http://www.fao.org/news/story/en/item/37338/icode/ http://www.1billionhungry.org/ 5. Ökologische Folgen des Fleischkonsums http://www.vegetarismus.ch/info/oeko.htm ------------------------ Wichtig: Die bisher erhaltenen Unterschriften finden Sie im Anschluss an das englische Orginal des Offenen Briefes . Wenn auch Sie diese Initiative unterstützen wollen, schicken Sie bitte eine E-Mail an info@evana.org mit Namen, Land, E-Mail und/oder Website. OXFAM erkennt Zusammenhänge an zwischen Fleischkonsum und Welthunger 2012-08-04 Statt 50 Burgern aus Fleisch ließen sich mit Pflanzenkost 1000 Menschen ernähren Die internationale HIlfsorganisation OXFAM erkennt nunmehr an, dass ein Grund für den Welthunger in unserem Fleischkonsum liegt. In einer Rechnung zeigt OXFAM auf, dass anstatt 50 Burger zu produzieren, 1000 Menschen fleischlos ernährt werden könnten. OXFAM unterstützt den fleischfreien Montag, um so ein Zeichen für die Notwendigkeit eines sparsamen Umganges mit Ernährungsressourcen zu setzen. Denn würden wir auf Fleisch verzichten, könnten wir den Hunger in der Welt wesentlich einfacher überwinden….
Link: Europäischen Vegetarier Union Link: Fleischverzicht zum Wohl der Weltgemeinschaft Link: Nov 2009: FAO-Treffen in Rom - Hungergipfel endet mit leeren Versprechungen Link: OXFAM erkennt Zusammenhänge an zwischen Fleischkonsum und Welthunger Date: Do. 26. Juli 2012
URL: http://www.vegetarismus.ch/news.php?id=74109 Newsquelle: EVANA |
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