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Klimaschutz durch verantwortungsbewusste Ernährung

Gemäss der Welternährungsorganisation der UNO trägt die Nutztierhaltung mehr zur Klimaerwärmung bei als der gesamte weltweite Verkehr. Dennoch wird dies in den meisten Klimadiskussionen konsequent ignoriert. Auf dieser Seite wird deshalb die, für viele offenbar sehr unangenehme Wahrheit, des Zusammenhangs zwischen dem eigenen Ernährungsverhalten und dem Klimawandel anhand Aussagen international anerkannter Organisationen aufgezeigt.


International Panel for Sustainable Resorce Management des United Nations Environmental Programme (UNEP)

Diese neue Studie der UNO vom 2. Juni 2010 enthält klare Aussagen:

[Die Landwirtschaft] ist verantwortlich für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen, für 60 Prozent der Phosphor- und Stickstoffemissionen und für 30 Prozent der Gift-Emissionen in Europa - insbesondere von Chemikalien.

Bereits die Hälfte der weltweiten Landfläche wird heute für die Landwirtschaft genutzt und 70% des gesamten Wasserverbrauchs. [Seite 66]

Eine wesentliche Reduzierung dieser Auswirkungen wäre nur möglich mit einer grundlegenden weltweiten Ernährungsumstellung, weg von tierischen Produkten. [Seite 82]

Achim Steiner, Untergeneralsekretär der UNO und UNEP-Exekutivdirektor:
"Der Ausschuss hat alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse überprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass zwei weitgefasste Bereiche derzeit einen unverhältnismäßig hohen Einfluss auf die Menschen und die lebenserhaltenden Systeme des Planeten haben - das sind der Energiebereich in Form fossiler Brennstoffe sowie die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht für Fleisch und Milchprodukte."

Die ganze Studie kann hier heruntergeladen werden: Assessing the Environmental Impacts of Consumption and Production
Weitere Infos und Aussagen zur Studie bei EVANA.


WorldWatch Institut: Klimaauswirkung der Tierhaltung massiv unterschätzt!

Gemäss einer neuen Studie des WorldWatch Institutes vom 21.10.2009 ist die Produktion tierischer Nahrungsmittel für mindestens 51% der weltweiten von Menschen zu verantwortbaren Treibhausgasemmissionen verantwortlich! (statt "nur" 18%, wie die ältere Studie der FAO behauptete).
Infos und Quellen dazu: Presseerklärung der SVV.


Welternährungsorganisation der UNO (FAO)

Die Welternährungsorganisation FAO der UNO publizierte einen über 400-seitigen Bericht zum Zusammenhang der Tierwirtschaft und Klimawandel. Hier finden Sie die Presserklärung der UNO dazu und einen Link zur vollständigen Studie als PDF: Livestock a major threat to environment
Zentrale Aussage der Pressemeldung:

Gemäss dem neuen Bericht der Ernährungs- und Agrarorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erzeugt der Nutztiersektor mehr Treibhausgase, gemessen in CO2-Equivalente – 18 Prozent – als das Transportwesen. Er ist ebenfalls eine grosse Quelle für Bodenerosion und Wasserverschmutzung.

[According to a new report published by the United Nations Food and Agriculture Organization, the livestock sector generates more greenhouse gas emissions as measured in CO2 equivalent – 18 percent – than transport. It is also a major source of land and water degradation.)] [1]


UNO-Weltklimarat (IPCC)

Dr. Rajendra Pachauri, Vorsitzender des Uno-Weltklimarats, antwortete auf die Frage was er persönlich für den Schutz des Klimas tue:

Ich versuche, bescheiden zu leben und Abfall zu vermeiden. Zudem bin ich zum Vegetarier geworden. Dies, weil die Produktion eines einzigen Kilogramms Fleisch etliche Kilogramm CO2 freisetzt.

Migros-Magazin Nr. 38, 17. September 2007

Rajendra Pachauri: "Bitte essen Sie weniger Fleisch — Fleisch ist ein sehr CO2 intensives Produkt."Quelle

Rajendra Pachauri: "Umfragen zeigen, dass die Menschen über ihren Kohlendioxid-Footprint besorgt sind und deshalb weniger Auto fahren und so weiter. Aber sie realisieren möglicherweise nicht, dass eine Veränderung dessen, was sie auf ihren Teller tun, einen viel grösseren Effekt haben könnte. "

Quelle BBC, 7.9.2008

Der UNO-Weltklimarat (IPCC) teilt mit Al Gore den Friedensnobelpreis 2007 wegen der Aufklärungsarbeit zum Thema globale Erwärmung.


UNO Klima Agentur (UNFCCC)

Der Leiter der UNO Klima Agentur (UNFCCC), Yvo de Boer, sagte zum Welternährungsproblem:

Die beste Lösung wäre, wenn wir alle Vegetarier werden würden.

Quellen: The Guardian, BBC und Reuters, 2. Juni 2008

SVV-Pressemitteilung dazu (und zum Food Summit der FAO): SVV-Mitteilung.


Europäische Union

Antwort der EU-Kommission zum Thema Klimaschutz und Ernährung auf eine Anfrage der EVU:

Auch die Sensibilisierung der Verbraucher hinsichtlich der Auswirkungen auf das Klima ist wichtig. Organisationen wie die Europäische Vegetarier Union können eine wichtige Rolle spielen. Stärker als jede theoretische Steuerung durch Regierungen spielt das Verbraucherbewusstsein eine bedeutende Rolle beim Umdenken über Agrarerzeugnisse. In dieser Hinsicht möchte ich Sie zur Fortsetzung Ihrer Arbeit ermuntern.

Leider ist die EU-Kommission sehr zurückhaltend mit ihrer Erkenntnis zu den Folgen des Fleischkonsums. Aber auf Ihrer Seite zum Klimawandel findet man tatsächlich den folgenden Tipp:

Essen Sie Gemüse! Die Fleischproduktion ist sowohl CO2-, als auch methanintensiv und erfordert grossße Mengen Wasser. Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen sind übrigens, aufgrund der Art und Weise, wie ihr Verdauungsapparat Nahrung verarbeitet, große Methanproduzenten.


Max-Planck-Institut

Der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie Ralf Conrad sagt zum Problem der Klimaerwärmung:

Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten. [2]

Die Begründung: Rinder produzieren viel Methangas. Und dieses Gas ist viel schädlicher fürs Klima als das CO2.


National Centre for Epidemiology and Population Health

The Australian National University Canberra, Australia

"Vorhandene Technologien zur Verringerung von durch Viehhaltung verursachte Emissionen würden [...] die Klimabelastung um nicht mehr als 20 Prozent verringern. Gemäss unserer generellen Strategie zur Reduzierung von Treibhausgasemmissionen befürworten wir deshalb eine Strategie zur Reduzierung des Konsums tierischer Produkte.
Die Verringerung des Pro-Kopf-Verbrauchs in Staaten mit hohem Einkommen würde dann das allgemein reduzierte Niveau [des Fleischkonsums] definieren, das Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen auch erreichen könnten."

Zu diesem Schluss kamen die Forscher einer Untersuchung, die im angesehenen wissenschaftlichen Magazin "The Lancet" am 13. September 2007 veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse lassen ausserdem darauf schliessen, dass wenn bis 2015 jeder Mensch nur noch durchschnittlich 90 g Fleisch konsumiert, der Klimakollaps verhindert werden kann. Vorallem die Menschen in den Industrienationen sind dazu aufgerufen, ihren momentanen Durchschnittskonsum von 240g pro Person zu reduzieren.

Die Originalstudie in englisch: www.eurekalert.org/images/release_graphics/pdf/EH5.pdf


Universität von Chicago

Wir untersuchten den Treibhausgasausstoss einer Ernährungsweise, die pflanzlich basiert ist und einer auf tierischen Produkten basierenden Ernährung. [...] Wir kamen zum SChluss, dass eine gemischte Ernährung mit dem durchschnittlichen US-Amerikanischen Kaloriengehalt und Zusammensetzung 1485 kg mehr Treibhausgase (gemessen in CO2-Equivalente) erzeugt, als eine Ernährung mit derselben Kalorienzahl, aber durch pflanzliche Produkte. Dies ist keine Kleinigkeit, Landesweit macht diese Differenz über 6% der gesamten Treibhausgasemissionen der USA aus.

[We examine the greenhouse gas emissions associated with plant- and animalbased diets [...] We conclude that a person consuming a mixed diet with the mean American caloric content and composition causes the emissions of 1485 kg CO2-equivalent above the emissions associated with consuming the same number of calories, but from plant sources. Far from trivial, nationally this difference amounts to over 6% of the total U.S. greenhouse gas emissions.] [5]

Aus der Studie der Universität in Chicago: Diet, Energy, and Global Warming von 2006.


World Wildlife Fund (WWF Schweiz)

Leider hat der WWF (genauer: Felix Meier, Leiter Konsum und Wirtschaft des WWF Schweiz) uns untersagt, eine Stellungnahme von ihm (die uns schriftlich vor liegt) zum Thema Fleischkonsum und Klimawandel zu veröffentlichen.
Der WWF hat zwar eine eigene Seite zum Thema Klima und Ernährung: "Das Klima bittet zu Tisch". Doch auch hier wird das Thema der Verlängerung der Nahrungskette vollständig ignoriert, obwohl die Nachteile davon dem WWF durchaus bekannt sind.

Ins gleiche Bild passt auch der "WWF-Klimacheck", in dem der WWF Schweiz so tut als ob es keine Vegetarier gäbe. Bei der Frage: «Wie oft gedenken Sie Fleisch oder Fisch zu essen?» kann man als Antwort nur angeben ob man selten oder häufig Fleisch konsumiert. Dass es immer mehr Menschen gibt, die gar kein Fleisch konsumieren scheint dem WWF entgangen zu sein.

Nachtrag von 2010: Die Seite "Das Klima bittet zu Tisch" wurde vom WWF unterdesen von der Homepage entfernt und der Klimacheck wurde vollständig überareitet. Nun findet man darin auch die Möglichkeit anzugeben, dass man kein Fleisch konsumiert.
Nach wie vor findet man aber bei den "WWF-Klimatipps" zwar den Hinweis, dass man (sein Gemüse) lokal und saisonal einkaufen soll, aber kein Wort über tierische Produkte.

Glücklicherweise hat der WWF Deutschland bei diesem Thema keine so grossen Scheuklappen wie der WWF Schweiz. Sie haben sogar eine Studie in Auftrag gegeben, in der der Einfluss der Landwirtschaft auf das Klima untersucht wurde: Methan und Lachgas: Die vergessenen Klimagase. Obwohl auch WWF Deutschland auf rein technische und wirtschaftliche Lösungsansätze setzt (bei den Handlungstipps für Verbraucher fehlt nach wie vor der Hinweis zum Fleischkonsum!), wird der Vorteil der Reduzierung des Fleischkonsums in der Zusammenfassung der Studie in einem separaten Kasten vom WWF Deutschland so dargestellt:

Klimawirkung der Verringerung des Rindfleischkonsums
In Deutschland werden pro Kopf der Bevölkerung gegenwärtig etwa 8,8 kg Rind- und Kalbfleisch pro Jahr gegessen. Wenn der Verbrauch um 1 kg Rind- und Kalbfleisch pro Kopf der Bevölkerung sinken würde, dann ließen sich rein rechnerisch 11,4 Prozent der zur Versorgung der einheimischen Bevölkerung notwendigen Bestände an Masttieren und entsprechende spezifische Methan- und Lachgasemissionen einsparen.
Bei Rindern allein (ohne Milchkühe) ließen sich so in Deutschland ca. 930.000 Tonnen im CO2-Äquivalent der beiden Treibhausgase Methan (CH4) und Lachgas (N2O) reduzieren, was knapp 1,5 Prozent der gegenwärtig durch die Landwirtschaft verursachten Emissionen entspricht.
Ein ähnlicher Effekt könnte erreicht werden, wenn man auf über 6 Milliarden Fluggastkilometer (das entspricht 1.500 Äquatorumkreisungen einer mit 100 Passagieren besetzten Maschine) bzw. sogar 7 Milliarden Autokilometer verzichten könnte. (WWF Deutschland, November 2007)

Über die Rolle der Milchkuh beim Klimawandel ist man sich beim WWF Deutschland auch völlig klar:

Methanemissionen einer Milchkuh
Eine Milchkuh emittiert im Durchschnitt 111,7 kg Methan im Jahr. Umgerechnet in CO2-Äquivalent entspricht das allein einer jährlichen Fahrleistung von 18.000 km eines von der Politik in der EU propagierten Personenkraftwagens mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 130 g/km. Rechnet man die von einer Milchkuh durch deren Wirtschaftsdünger emittierten Treibhausgase Methan und Lachgas hinzu, müssten weitere etwa 6.000 km Fahrleistung hinzuaddiert werden. (WWF Deutschland, November 2007)

Der WWF Deutschland fordert sogar eine "Fleischsteuer" um dem Klimawandel zu entgegnen: WWF fordert Steuer auf Kuh-Abgase


Greenpeace

Bis Anfangs 2008 fand man auf der Internetseite von Greenpeace Schweiz keinen einzigen Hinweis auf die Umweltauswirkungen des Fleischkonsums (weder im Bereich Klimawandel noch sonst wo).
Im April 2008 änderte sich dies endlich.
Nun findet man auf der Seite "Geniessen ohne Reue" endlich eine Ergänzung, die auf den Zusammenhang zwischen Fleischkonsums und Klimawandel hin weist. Nach einer kurzen Werbung für den einheimischen Fischkonsum steht:

[...] Wer zudem seinen Fleischkonsum reduziert, ganz auf Fleisch verzichtet oder sich sogar ohne Milchprodukte und Eier (vegan) ernährt, leistet einen noch grösseren Beitrag zum Umweltschutz.

Um eine einzige tierische Kalorie zu erzeugen, braucht es im Durchschnitt 7 Kalorien an Futtermittel. Um Futtergetreide wie Sojabohnen und Mais anzubauen, werden im Amazonas immer grössere Flächen Urwald gerodet - was auch katastrophale Auswirkungen aufs Weltklima hat. Gehen Abholzung und Fleischkonsum im gleichen Stil weiter, sind in 40 Jahren 40% des Amazonas-Regenwaldes verschwunden.


Glücklicherweise ist Greenpeace Deutschland auch schon so weit: Dort wird der Beitrag des Fleischkonsums zum Klimawandel schon länger nicht mehr ignoriert: Auf der Seite "Die zehn wichtigsten Tipps, was Sie für das Klima tun können" steht unter Punkt 3:

Reduzieren Sie den Fleischanteil Ihrer Ernährung. Wenn Sie sich ausgewogen und fleischreduziert ernähren (oder sogar Vegetarier werden) ersparen Sie dem Weltklima rund 400 Kilogramm CO2 im Jahr.

Beim CO2-Rechner von Greenpeace Deutschland gibt es auch Tipps zur Ernährung:

Fleisch und Milchprodukte haben einen erheblichen Einfluss auf die persönliche Bilanz. Der Anbau von Viehfutter sowie die Tierhaltung sind zu einem großen Teil für Emissionen aus dem Ernährungsbereich verantwortlich.

Auch auf der Klimatestseite der Greenpeacegruppe Berlin wird direkt nach dem Fleischkonsum gefragt: Klimatest.

Greenpeace International hat am 7.1.2008 eine neue Studie veröffentlicht: Cool farming: Climate impacts of agriculture and mitigation potential eine deutsche Kurzfassung der Studie findet man bei Greenpeace Deutschland: Landwirtschaft und Klima.
Zitate aus der deutschen Zusammenfassung:

Verbraucher können durch die Reduzierung ihres Fleischkonsums oder Umstellung auf eine vegetarische Ernährung die landwirtschaftliche Produktion beeinflussen. Eine Reduzierung der Nachfrage für Fleisch könnte die damit verbundenen THG-Emissionen erheblich senken.

Greenpeace fordert: [...] Staatlich finanzierte Werbemaßnahmen, insbesondere in den Industriestaaten, für eine geänderte Ernährungsweise mit weniger Fleisch.

Auch bei Greenpeace in Österreich ignoriert man den Zusammenhang nicht mehr: Die Vorstellung des neuen Footprint Materials wurde mit einem veganen Buffet gemacht.


World Watch Institut

Das WorldWatch Institut aus Washington warnt schon seit vielen Jahren vor den globalen Auswirkungen der Fleischproduktion. Natürlich ist auch das Thema Klimaerwärmung immer wieder ein Thema gewesen.
In Ihrem Artikel aus dem Jahre 2004, «MEAT – Now, It’s Not Personal! But like it or not, meat-eating is becoming a problem for everyone on the planet» [FLEISCH – Nun ist es keine persönliche Angelegenheit mehr! Ob du es willst oder nicht, der Fleischkonsum wird zu einem Problem für alle Menschen auf diesem Planeten], fassen sie die Erkenntnisse zusammen und zitieren unter anderem folgende Expertenmeinungen:

Eine Tonne Methan, das wichtigste Treibhausgas in der Landwirtschaft, hat denselben Effekt auf die globale Klimaerwärmung wie 23 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Eine Milchkuh produziert jährlich 75 kg Methan, was über 1,5 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Natürlich verhält sich die Kuh dabei ganz natürlich. Aber es scheint so, dass die Menschen dabei vergessen, dass die Landwirtschaft ein Industriezweig ist. Wir ebnen das Land, säen Weideland, züchten Nutztiere und so weiter. Es ist ein von Menschen gemachtes Geschäft, nicht etwas natürliches. Darin sind wir sehr gut, deshalb stieg die Methangasemission um 150 Prozent in den vergangenen 250 Jahren, während die Kohlendioxidkonzentration nur um 30 Prozent angestiegen ist.

[One ton of methane, the chief agricultural greenhouse gas, has the global warming potential of 23 tons of carbon dioxide. A dairy cow produces about 75 kilograms of methane a year, equivalent to over 1.5 [metric] tons of carbon dioxide. The cow, of course, is only doing what comes naturally. But people are inclined to forget, it seems, that farming is an industry. We cleared the land, sowed the pasture, bred the stock, and so on. It’s a human business, not a natural one. We’re pretty good at it, which is why atmospheric concentrations of methane increased by 150 percent over the past 250 years, while carbon dioxide concentrations increased by 30 percent.]
Pete Hodgson, New Zealand Minister for Energy, Science, and Fisheries

Leider wurden die vielen Warnungen des WorldWatch Instituts bis heute nicht erhört.


Diagramm: Klimabelastung der verschiedenen Ernährungsweisen.
Für weitere Infomationen und Quellenangaben zu diesem Diagramm: Bitte auf das Diagramm klicken.

Schweiz (Bundesamt für Umwelt)

Auf die Anfrage der SVV vom 16.1.2007 an den Bundesrat Leuenberger erhielt die SVV folgende Antwort [3] des Vizedirektors Gérard Poffet des zuständigen Bundesamtes für Umwelt (BAFU):

[...] Die grundsätzlichen ökologischen Nachteile des heutigen Fleischkonsums sind allerdings nicht von der Hand zu weisen.
Im Bereich der Landwirtschaft konnten in der Schweiz in den letzten Jahren aufgrund einer Abnahme des Rindviehbestandes sowie mit der Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik die Lachgas- und Methanemissionen gesenkt werden.
Zur Erreichung unserer klimapolitischen Ziele stehen allerdings Massnahmen im Vordergrund, die auf eine Reduktion der CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe abzielen. Denn rund 80 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Schweiz stammen aus der Verbrennung dieser Energieträger. [...]

Die Problematik ist also auch den Bundesbehörden bekannt. Die starke Subvention der Schweizer Viehwirtschaft steht jedoch im Widerspruch zu dieser Erkenntnis.

In dem PDF-Dokument Klimaschutz im Alltag des Bundesamtes für Umwelt findet man folgenden fiktiven Vergleich:

Die Eltern Laura und Felix sind Vegetarier, aber Gourmets. Sie kochen phantasievoll für sich und ihre beiden Kinder. Frisches, saisongerechtes Gemüse in seiner ganzen Vielfalt ist an der Tagesordnung. Dagegen sind Fertigmenüs aus der Tiefkühltruhe ebenso verpönt wie der Mikrowellenherd.
Bei solchen Ernährungsgewohnheiten setzt eine Person jährlich weniger als eine Tonne CO2 frei.
Wer dagegen viel Fleisch isst, täglich Tiefgefrorenes auftaut und nicht auf regionale Herkunft achtet, kommt auf mindestens eine halbe Tonne mehr.
Schlachtvieh zu mästen erfordert eben einen viel höheren Energieeinsatz als Pflanzenbau, denn für jede Kalorie Fleisch braucht es ein Mehrfaches an pflanzlichen Kalorien in Form von Futtermitteln.

Die vegetarische Ernährung ist hier zwar gut verpackt inmitten anderer klimarelevanter Handlungen, aber immerhin wird sie nicht ganz ignoriert.

Doch auch in einer weiteren Schrift des BAFU, Das Klima in Menschenhand. Neue Fakten und Perspektiven. 2002, wird der Fleischkonsum zumindest am Rande erwähnt (Seite 17):

Steigender Fleischkonsum und damit wachsende Rinderherden fördern die Produktion von Treibhausgasen ebenso wie der wachsende Nahrungsmittelbedarf einer stets grösser werdenden Weltbevölkerung.

Man muss zwar bei der Schweizer Regierung schon etwas länger suchen, da die Erwähnung des Fleischkonsums ausschliesslich auf PDF-Dokumente verbannt wurde und jeweils nur nebenbei erwähnt wird. Aber das Thema wird zumindest nicht vollständig ignoriert.

Im Dokument "Umweltbewusster Konsum – Schlüsselentscheide, Akteure und Konsummodelle" aus der Reihe Umwelt-Wissen des BAFU von 2006 wird jedoch als wichtigster Punkt zur Entlastung der persönlichen Ökobilanz genannt: Weniger Fleisch essen. Im Text wird dies folgendermassen auf Seite 58 erläutert:

Wer seinen Fleischverzehr im Vergleich zu einer «normalen» Ernährung um die Hälfte reduziert, verbessert seine persönliche Bilanz um rund 2,8 GJ nicht erneuerbare Primärenergie pro Jahr. Noch bedeutender sind die Einsparungen in Bezug auf die Landbeanspruchung und den Wasserverbrauch.

Interessant ist, dass diese wichtige Information des BAFU nur in einer Online-Version zur Verfügung steht. Eine gedruckte Version existiert nicht.

Im BAFU Magazin 2008/3 findet man eine klare Aussage:

Ernährung: Fleischarm essen entlastet das Klima
Im Durchschnittshaushalt gehen 16% des CO2-Ausstosses auf das Konto der Ernährung. In dieser Bilanz nicht berücksichtigt sind die Treibhausgase Methan und Lachgas, von denen ein Grossteil bei der Nahrungsmittelproduktion entsteht. Der Ressourcenaufwand für die Produktion von Fleisch ist um ein Vielfaches höher als derjenige für Getreide, Gemüse und Früchte. Werden Lebensmittel mit dem Flugzeug eingeführt, kommen hohe Transport-Emissionen dazu. Erfordern Transport und Lagerung ständige Kühlung, so verschlechtert sich die Bilanz zusätzlich.
* CO2 -Reduktionspotenzial durch fleischarme Ernährung aus Frischprodukten: über 35%.
* CO2 -Reduktionspotenzial bezogen auf den Gesamtausstoss eines Durchschnittshaushalts: 5%.
Tipp: Mit einem zurückhaltenden Fleischkonsum und frischen Lebensmitteln aus der Region tragen Sie nicht nur zum Klimaschutz, sondern auch zur Schonung beschränkter Ressourcen bei.

Dieser kurze Artikel aus dem BAFU-Magazin zum Thema Klimawandel kann auch online gelesen werden: Fleischarm essen entlastet das Klima.

Bundesamt für Landwirtschaft

Zum Thema Klimagase und Landwirtschaft hat die Zeitung «Der Bund» am 23. November 2007 ein kurzes, aber aussagekräftiges Interview mit Manfred Bötsch, dem Leiter des Bundesamtes für Landwirtschaft, durchgeführt:

«BUND» Warum ist der Anteil der Landwirtschaft an den Emissionen gesunken?
Manfred Bötsch: Weil der Tierbestand seit 1990 abgenommen hat. Steigt die Nachfrage nach Milch und Fleisch, wird sich dieser Trend aber wieder umkehren. [...]

«BUND» Würde man weniger Fleisch essen, würde sich das aber positiv auf das Klima auswirken?
Manfred Bötsch: Das ist richtig. Für die Produktion einer tierischen Kalorie brauchen Sie mindestens vier pflanzliche Kalorien. [...]


Deutschland

Auch der Bundesumweltminister Gabriel hat die Verbraucher bei der UNO-Naturschutzkonferenz in Bonn im Mai 2008 dazu aufgerufen, weniger Fleisch zu essen.

Zum Thema Ammoniak (NH3) veröffentlichte die Untersuchungskommission des Deutschen Bundestages zum Thema «Schutz der Erdatmosphäre» 1992 in «Klimaänderung gefährdet nationale Entwicklung»:

National (BRD), kontinental (Westeuropa) und global sind die NH3-Emissionen zu 90% der Landwirtschaft und hier zu 80% der Tierhaltung zuzuordnen. In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich 528000 t NH3 emittiert. Ammoniak entsteht im Stallbereich, in der Weidewirtschaft sowie bei der Lagerung und Ausbringung von organischem Dünger. […] Durch Minderung der Viehbestände, Fütterungsumstellungen und Reduzierung der Güllewirtschaft würden die Ammoniak- und Stickoxid-Freisetzungen vermindert. […] Das wäre nicht nur in ökologischer, sondern auch in ökonomischer Hinsicht wünschenswert. [4]

Diese Kommission der deutschen Regierung war damals ihrer Zeit weit voraus. Dennoch hat die deutsche Regierung keine Taten folgen lassen.

Zumindest der Bayerische Umweltminister Werner Schnappauf hat zur Eröffnung der BioFach-Messe den Einfluss der Ernährung auf das Klima, und dabei insbesondere auch den Fleischkonsum, klar angesprochen. Aus der Presseerklärung vom 15.2.2007 dazu:

In der Woche mal auf Fleisch verzichten, ist Schnappauf zufolge auch ein Beitrag zum Klimaschutz: Laut Studie werden beispielsweise bei der Produktion von einem Kilo Rindfleisch 6 ½ Kilo CO2 eingesetzt; die gleiche Menge Obst verbraucht hingegen nur ein halbes Kilo, Gemüse sogar nur 150 Gramm. Also kurz gefasst 5 Tipps für den Einkauf: mehr pflanzliche Lebensmittel in den Speiseplan aufnehmen, saisonales Obst und Gemüse aus dem Freiland bevorzugen, regionale Lebensmittel in den Vordergrund stellen, nachhaltig erzeugte Lebensmittel einbeziehen und frische, möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel statt Tiefgefrorenes, so der Minister.

Die Worte sind vielversprechend. Doch leider findet man ausserhalb dieser Presseerklärung kaum Informationen zu diesem Thema. Ganz im Gegenteil: Bei den vielen Broschüren zum Klimaschutz befindet sich eine mit dem Namen: "Energie sparen in Metzgereien - Klima schützen - Kosten senken". Das Energiesparen ist sicher in allen Bereichen notwendig, doch dass man den Metzgereien eine eigene Broschüre widmet, während man das Thema Fleischkonsum ansonsten ignoriert, ist einseitig.
Nur an einem Ort taucht der Fleischkonsum bzw. die vegetarische Ernährung wieder auf: Beim persönlichen CO2-Rechner. Dort kann man angeben, ob man sich vegetarisch ernährt. Es wird zwar erwähnt, dass Fleisch und Milchprodukte energieintensiv bei der Erzeugung sind, auf die Auswahl einer veganen Ernährung wird in diesem Formular dennoch verzichtet.

Deutscher Naturschutzring (DNR)

Helmut Röscheisen, der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings findet eindeutige Worte:

"Wir brauchen eine deutliche Reduzierung der Viehbestände in Agrarfabriken" [6]

Der Deutsche Naturschutzring ist ein Dachverband für alle in Deutschland tätigen Umwelt- und Naturschutzverbände.

Die Grünen

Renate Künast, Bundestagsfraktionsvorsitzende der Grünen und ehemalige Bundeslandwitschaftsministerin antwortete auf die Frage:

Schrot & Korn: Sollen wir weniger Fleisch essen und weniger Milch trinken, um das Klima zu retten?
Wir müssen. Wir können nicht länger so tun, als würden wir bei der Arbeit gegen den Klimawandel mit kleinen Korrekturen zurechtkommen und im Übrigen den alten Wohlstand verteidigen. Wir müssen das gute Leben neu definieren.
Schrot & Korn, April 2008


Österreich

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erstellte einen Footprint Rechner zur Information der breiten Öffentlichkeit über den Einfluss des persönlichen Lebensstil auf die Umwelt. Als eine der 4 wirkungsvollsten Massnahmen den persönlichen Footprint zu reduzieren schreiben sie:

Weniger Fleisch und tierische Produkte essen, sowie lokale und jahreszeitgerechte Bioprodukte bevorzugen. [Quelle]


England

Die Englische Regierung geht auf Ihrer Homepage auf den Einfluss verschiedener Produkte auf die Umwelt ein und erwähnt ausdrücklich, dass Fleisch und Milchprodukte grosse negative Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima haben:

Fleisch und Milchprodukte haben einen viel grösseren Einfluss auf die Klimaänderung und die Umwelt als die meisten Getreide- und Freiland Früchte-/Gemüsearten.

[meat and dairy foods have a much bigger effect on climate change and the environment than most grains, pulses, fruit and vegetables]

Die Engländer gehören zu den grössten Fleischkonsumenten Europas, gleichzeitig haben sie aber auch bei weitem die meisten Vegetarier Europas. Deshalb ist gerade dort dieses Thema von grosser Tragweite.


Al Gore / USA

Al Gore wurde nach seiner Präsidentschaftskandidatur in den USA vor allem durch seinen enormen Einsatz gegen den Klimawandel und seinen Film dazu "An Inconvenient Truth " bekannt.
Im Film wird leider mit keinem Wort der Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel erwähnt. Vermutlich liegt dies daran, dass Al Gore selbst Fleisch konsumiert. Er würde bei seinen vielen Vorträgen deshalb sofort unglaubwürdig werden, wenn er diesen Zusammenhang erwähnen würde, ohne auch selbst die Konsequenten daraus zu ziehen. Doch auf der Homepage zum Film findet man immerhin folgende Aussage:

Essen Sie weniger Fleisch
Methan ist das zweitwichtigste klimaschädigende Gas und Kühe gehören zu den grössten Methanausstossern. Ihre Ernährung durch Gras und die mehreren Mägen lassen sie Methan erzeugen, welches sie mit jedem Atemzug ausstossen.

[Eat less meat
Methane is the second most significant greenhouse gas and cows are one of the greatest methane emitters. Their grassy diet and multiple stomachs cause them to produce methane, which they exhale with every breath.]

Da der Film in erster Linie für ein US-Amerikanisches Publikum gemacht wurde, könnte es natürlich auch sein, dass Al Gore sein Publikum nicht überfordern wollte und deshalb diesen Aspekt auf eine Unterseite der Homepage zum Film verbannt hat. Wenn es ihm aber ernst ist mit der Aussage, dass der Klimawandel das grösste Problem ist, dem die Menschheit heute gegenüber steht, sollte er zumindest seinen persönlichen Ernährungsstil auch entsprechend anpassen.


Aussagen weiterer Fachleute:


Um das Treibhausgas Kohlendioxid in der Atmosphäre zu verringern, sollte nicht weniger Öl und Gas verbrannt werden, sondern die Menschheit sollte ihre Essgewohnheiten ändern: Wenn alle Menschen Vegetarier wären, könnte die globale Erwärmung kontrolliert werden. [...]
Die weltweite Verminderung der Fleisch-Produktion zum Erreichen des Kyoto-Ziels scheint politisch leichter umsetzbar zu sein, als den Konsum fossiler Brennstoffe zu beschneiden.
Der britische Physiker Alan Calverd in «A radical approach to Kyoto», publiziert in "Physics World" (S. 56, Juli 2005). Quelle: ORF Science



Die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt sind ähnlich gross wie die des gesamten Autoverkehrs, wenn wir die Waldrodung fürs Rind und für Futtermittel einbeziehen. […] Und die Verwandlung von Savannen in Wüsten, die Erosion in Berggebieten, der übermässige Wasserbedarf der Rinder, der gigantische Energiebedarf der Mastviehhaltung sind einige weitere Gründe dafür, dass wir mit jedem Pfund Rindfleisch der Umwelt schwer zusetzen.
Der Leiter des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Ernst U. v. Weizsäcker
in seinem Vorwort zu: Jeremy Rifkin: «Das Imperium der Rinder», Campus Verlag, 1992, Seite 12.



Die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch belastet das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahrt. Das folgt aus einer japanischen Studie zur Umweltbilanz von Rindern.
Wissenschaft.de, gemäss einer japanischen Studie im Animal Science Journal

Ein Kilogramm Rindfleisch ist verantwortlich für mehr Treibhausgasemmissionen und andere Schadstoffe als eine 3-stündige Autofahrt während man alle Lichter zu Hause brennen lässt.
New Scientist, 18. Juli 2007

Iss klug, werde Vegetarier?
[...] Fleisch, egal ob Rindfleisch, Hühnerfleisch oder Schweinefleisch, benötigt mehrere Pfund Futtermittel, um ein Pfund Protein zu erhalten. [...]
Forscher der Universität Chicago schätzen, dass jeder fleischessende US-Amerikaner 1,5 Tonnen mehr Treibhausgase durch seine Ernährung erzeugt als ein vegetarisch lebender Amerikaner. Es würde auch viel weniger Land benötigen, um das nötige Getreide für die menschliche Ernährung statt die Tierernährung anzubauen. Dies würde mehr Raum schaffen, um Bäume zu pflanzen.
SCIENTIFIC AMERICAN: 10 Solutions for Climate Change, 26. November 2007

Weniger Fleisch ist mehr Regenwald: Was auf den ersten Blick absurd klingen mag, ist so einfach wie erschreckend. Um Futterpflanzen wie Soja für die Massentierhaltung anzubauen, werden in Südamerika und Südostasien riesige Flächen tropischen Regenwalds gerodet. Essen Sie weniger Fleisch – nicht nur aus Tierschutzgründen.
Pro Wildlife e.V.: Verbrauchertipps zum Tag des Artenschutzes am 3. März 2008

 


Quellen:

  1. Livestock a major threat to environment
  2. Mikrobiologe: "Lieber an der Methanschraube drehen", Der Standard, 22.2.2007 und Klimawandel bremsen: Verzicht auf Rind und Milch, ORF, 22.2.2007
  3. Der vollständige Brief kann als PDF hier gelesen werden: Briefantwort des BAFU.
  4. Gemeinsame Erklärung der 27 Mitglieder der Enquete-Kommission, worin alle Regierungsparteien und 14 Wissenschaftler vertreten waren.
  5. Diet, Energy, and Global Warming, Earth Interactions, Volume 10 (2006), Paper No. 9
  6. Presseartikel vom 29.01.2008, «Massentierhaltung schadet dem Klima»

Weitere Informationen zu Ökologie und Ernährung:

Klimaschutzflyer


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