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Neue Initiative der SVV: Ein guter Einstieg: Wöchentlich ein vegetarischer Tag

Vegetarische Kleinkind-Ernährung

Bis vor wenigen Jahren wurde von Ärzten (die sich nie mit Ernährung befasst haben) behauptet, eine konsequente vegetarische Ernährung müsse zu diversen Mangelerscheinungen führen. Da mittlerweile viele Gesundheitsstudien über die vegetarische Ernährung existieren, [1] gehen manche (fleischessenden) Ärzte dazu über, erwachsene Vegetarier nicht mehr zu verunsichern (da dies bei informierten Vegetariern sowieso kaum etwas nützt), sondern versuchen, junge Eltern, die schliesslich nur das Beste für ihr Kind wollen, davon zu überzeugen, dass eine vegetarische Ernährung bei Kleinkindern besonders problematisch sei. Für diese Behauptung gibt es zwar keine haltbaren medizinischen Begründungen, jedoch existieren zu diesem Thema auch kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Diese Behauptung wird natürlich von der Fleischindustrie noch gefördert. Dennoch gibt und gab es glücklicherweise immer ein paar Ärzte, die sich mit der gesundheitlichen Auswirkung der Ernährung befasst haben (z.B. Dr. med. M. O. Bruker, Dr. med. M. Bircher-Benner, Prof. Dr. med. W. Kollath, Dr. med. O. Buchinger ...). Sie alle kamen zu dem Schluss, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, ein Kleinkind mit Schlachterzeugnissen zu füttern, im Gegenteil, die Hormone (z.B. das Hormon, das in Todesangst im Schlachthof von den Tieren produziert wird), das tierische, artfremde Eiweiss, das viele Fett und die anderen ungesunden Stoffe im Fleisch können die geistige und körperliche Entwicklung des noch sensiblen Kleinkindes beeinträchtigen. Den fleischessenden Ärzten scheint auch nicht bekannt zu sein, dass sich weltweit viele Millionen Menschen von Geburt an rein vegetarisch ernähren, ohne deswegen je irgendwelche Krankheiten zu bekommen. Wenn es wirklich so schlimm wäre, ein Kleinkind vegetarisch zu ernähren, müsste z.B. die jahrtausendealte hinduistische Religion schon längst ausgestorben sein, da alle Anhänger dieser Religion nie in ihrem Leben Fleisch essen! Ich kenne übrigens auch in meinem Umfeld viele Menschen, die von Geburt an bereits vegetarisch leben, ohne irgendwelche Nachteile davon zu spüren.

Dafür, dass der Mensch biologisch ein Vegetarier ist, sprechen unter anderem folgende Unterschiede zu den fleischfressenden Tieren: zehnmal schwächere Magensäure, kleine Eckzähne, abgeflachte Backenzähne, gut ausgebildete Speicheldrüsen, um Früchte und Getreide vorzuverdauen, alkalischer, ptyalinhaltiger Speichel, langer Darm, fehlende Krallen. Es besteht also kein Grund, einem vegetarischen Lebewesen, egal in welchem Alter, Fleisch als Nahrung zu geben. Kinder haben im Übrigen von klein auf eine Abneigung, ihre Spielgefährten aufzuessen, bloss weil sie von den Erwachsenen als «Nutztiere» angesehen werden. Ihnen ist es unmöglich, solch eine radikale Unterscheidung zwischen dem eigenen Hund (Haustier) und dem Lamm (Nutztier) zu machen.

Noch einige Aspekte zur Säuglingsernährung: Wie der Name Säugling bereits sagt, ist die natürlichste und gesündeste Ernährung für das neugeborene Kind die Muttermilch. Mindestens im ersten halben Jahr ist also die Brusternährung des Kindes äusserst wichtig. Die Qualität der Milch kann ausserdem auch durch eine vegetarische Ernährung der Mutter deutlich verbessert werden (dies ist durch mehrere medizinische Untersuchungen eindeutig belegt. [2]) Dies gilt besonders für die Umweltgifte, wie z.B. die Schwermetalle und Pestizide, die das Schlachttier während seines kurzen Lebens mit der Nahrung aufnimmt und im Körper ablagert (kumuliert).

Natürlich sollte man auch bei einer vegetarischen Ernährung auf Abwechslung achten. Es empfiehlt sich, dem Kleinkind bei der Entwöhnungsphase jeweils nur ein neues Lebensmittel für eine Woche zu geben (z.B. pürierte Bananen, geraffelte Äpfel, geraffelte Karotten, Kartoffeln, Vollkornschoppen, Mandelmus, Vollreis, Vollkornzwieback, nichtblähendes Gemüse, gekocht oder roh, fein geraffelt, mit Kartoffeln, kaltgepresstem Pflanzenöl etc.). Damit kann man bei jedem neuen Lebensmittel feststellen, ob das Kind es schon verträgt.

Zum Schluss sei ein Zitat einer Hebamme mit 50 Jahren Berufserfahrung erwähnt: [3]

«Damit eine gute Geburt ohne Komplikationen möglich wird, sollte vor allem während der Schwangerschaft auf das Essen geachtet werden, d.h. wenig oder gar kein Fleisch, dafür umso mehr Früchte, Gemüse, Salate sowie Vollkornprodukte (Vollkornbrot) und Vollwertkost. Auch sollte eine salzarme Ernährung eingehalten und vor allem auf Schweinefleisch und Würste verzichtet werden. Bei Einhaltung dieser Regeln habe ich festgestellt, dass die Geburt rascher und besser verläuft.»

Fussnoten

  1. Siehe auch SVV-Infoblatt Nr. 2: Fleischkonsum und Gesundheit. (zurück)
  2. Unter anderem: Dissertation von Dipl. oec. troph. Gabriele Plehn am Institut für Toxikologie der Universität Kiel: Vorkommen ausgewählter persistenter Organchlorverbindungen in Frauenmilch und deren Übergang auf den gestillten Säugling, 4.7.1990; The New England Journal of Medicine: Pollutants in Breast Milk of Vegetarians, 26.3.1981, S. 792. (zurück)
  3. Ottilia Grubenmann in einem Interview im Natürlich 4/94, Seite 64ff. Ihre Erfahrung umfasst über 3000 Geburten. Siehe auch ihr Buch: 200 Praxisfälle Band I, Alpstein-Verlag, Weissbad, 2. Auflage 1993, Seite 609. (zurück)

Buchtipps:

  • Dr. med. M. O. Bruker: Biologischer Ratgeber für Mutter und Kind, emu-Verlag, Fr. 27.50, 328 Seiten, ISBN 3-89189-011-7.
  • Dr. med. M. Klaper: Pregnancy, Children, and the Vegan Diet, Gentle World, Fr. 23.40, 109 Seiten, englisch, ISBN 0-9614248-2-6. Deutsche Übersetzung: Dr. med. M. Klaper: VivaVegan für Mutter und Kind, 1997, Okapi-Verlag, 115 Seiten, Fr. 19.– Umfangreiche Informationen zur veganen Kleinkind-Ernährung mit Rezeptteil.
  • Urs Hochstrasser: Kinderernährung lebendig und schmackhaft, Nietsch-Verlag, Fr. 17.–, 76 Seiten, ISBN 3-929475-09-X. Über die vegane Rohkosternährung von Kindern. Mit vielen Rezepten. Der Autor ist selbst Vater von 2 (Rohkost-)Kindern und gibt schon seit vielen Jahren Seminare zur Rohkosternährung.
  • Sharon Yntema: Vegetarian Children – A Supportive Guide for Parents, McBooks Press, Fr. 19.80 (englisch).
    Viel Wissenswertes zur vegetarischen Kinderernährung.

Weitere Infos zu diesem Thema im WWW:

Da immer wieder Berichte in den Medien veröffentlicht werden, die behaupten, dass ein Kleinkind wegen veganer Ernährung krank wurde oder gar gestorben sei, hat sich die Ärzteorganisation PCRM auch diesem Thema gewidmet:
Doctors Ask Reporters to Stop Misusing the "V" Word in Story about Undernourished Baby.
Parents Aren't Really Vegan; Well-Planned Vegan Diet Is Safe, Healthy, and Superior to Other Eating Styles, Say Physicians.

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Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 16.4.2010