Tierschutz und Vegetarismus
Tierschutz hört beim Essen nicht auf, deshalb entscheiden sich viele tierliebende Menschen dafür keine Tiere - egal welcher Art - zu essen.

Da schon viel über die Tierquälereien im Leben der Schlachttiere, von der künstlichen Besamung über die Aufzucht und den Transport bis zur Tötung in einem Schlachthof geschrieben wurde, wird hier nicht nochmals darauf eingegangen.
Eigentlich müsste man meinen, dass sich die Tierschützer/-innen einig seien und niemand von ihnen die brutale Ausbeutung der Nutztiere unterstütze. Leider sieht die Realität völlig anders aus. Erstaunlich, wie viele Menschen immer noch glauben, konsequenter Tierschutz sei mit dem massenweisen Quälen und Töten der Nutztiere vereinbar.
Die künstliche Unterscheidung zwischen Haustieren, Wildtieren und Nutztieren mit ihren verschiedenen ethischen Massstäben scheint sich leider auch in Tierschutzkreisen durchgesetzt zu haben. Beispielsweise würden alle Tierschutzorganisationen, die heute nichts gegen das Töten unzähliger Schweine unternehmen, laut protestieren, wenn so viele Hunde bloss zum Genuss der Menschen getötet würden. Dies, obwohl allgemein bekannt ist, dass Schweine mindestens ebenso intelligent und zutraulich sind wie Hunde. Der einzige Grund, mit dem diese Unterscheidung gerechtfertigt wird, ist, dass man das Schwein nicht zu den Haustieren zählt. Auch hier scheint der psychologische Aspekt der Verdrängung der Fleischproduktion und somit der gesamten Nutztierhaltung einen grossen Einfluss zu haben. Es könnte auch sein, dass der Schutz von Wildtieren von vielen Menschen nur als Kompensation ihres schlechten Gewissens gegenüber den Nutztieren praktiziert wird. Als Vegetarier käme man gar nicht erst in einen solchen Konflikt. Man könnte sich für alle Tiere gleichermassen einsetzen.
«Meine Ansicht ist, dass wir, die für die Schonung
der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuss entsagen, und auch gegen
ihn reden.»
Albert Schweitzer
Vegetarier sind die konsequentesten Tierschützer
Sich für Tiere einzusetzen, die man anschliessend zur Befriedigung des eigenen Gaumens töten lässt, mag das Gewissen zwar etwas beruhigen, als echter Tierschutz kann es aber kaum bezeichnet werden. Deshalb ist es auch gerechtfertigt zu sagen, dass echter Tierschutz nur möglich ist, wenn man jedem Tier ein Recht auf Leben zugesteht. Fleischkonsum ist deshalb mit echtem Tierschutz nicht vereinbar.
Buchtipps
- Manfred Karremann, Sie haben uns behandelt wie Tiere, Höcker Verlag 2006, Fr. 29.80, ISBN 978-3-9804617-4-0.
- Erwin Kessler: Tier-Fabriken in der Schweiz, Orell Füssli Verlag, 1991.
- Infoblatt: Die Auswirkungen einer fleischorientierten Ernährung.
- «Es sind ja nur Tiere». Es gibt keinen Grund dafür, Tiere aus seinem Kreis für Mitgefühl auszuschliessen.
- Tierpartei Schweiz - Die erste politische Partei, welche die Interessen der Tiere in den Vordergrund stellt.
- Die Rettung der Kuh Nena
- Selbstloses Handeln im Tierreich (Vegi-Info 2010-1)
- Studie zweifelt Tierversuche an (Vegi-Info 2004-1)
- Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht (Vegi-Info 2001-4)
- Das Schweizer Tierschutzgesetz (Vegi-Info 1996-2)
- Vorurteil: «Man kann Tiere schützen und trotzdem Fleisch essen»
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