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Landwirtschaftssubventionen

Vorbemerkung: Folgende Aussagen sind zum Teil bereits überholt, da sich in der Landwirtschaftspolitik heute vieles ändert. Insbesondere wurden die subventionierten Preise häufig durch Direktzahlungen an die Bauern ersetzt. Die Gesamtsumme der staatlichen Subventionen an die Landwirtschaft wurde jedoch im Ganzen in den letzten Jahren noch leicht erhöht. Wie bei allen Subventionen ist es enorm schwierig, diese abzuschaffen, wenn sie einmal eingeführt wurden. Deshalb werden sie in der Regel nur verlagert ...
Wir werden diese Seiten sobald als möglich den neuen Schweizer Verhältnissen anpassen. (2002)

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass die Schweizer Bauern ihr Haupteinkommen meist nicht aus dem Verkauf ihrer Produkte auf dem freien Markt erhalten, sondern durch die Subventionen des Staates. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig kann auch nur davon träumen, für seine Waren, unabhängig von der Nachfrage, einen fixen Abnahmepreis vom Staat garantiert zu bekommen. Nebst diesem Eingriff in die «Marktwirtschaft», die erschreckend der kommunistischen Zentralwirtschaft der ehemaligen Ostblockländer gleicht, bekommen die Schweizer Bauern noch Direktzahlungen in über 30 verschiedenen Variationen! [1]

77 Prozent der Einnahmen der Landwirtschaft sind auf direkte und indirekte Subventionen sowie auf zahllose Interventionen des Staates zurückzuführen. Dies kostet den Staat über 7 Milliarden Franken jedes Jahr. [2]

Mittlerweile unterhält der Bund bereits eine rund 3500 Personen starke Agrarbürokratie. Trotzdem gelang es den «Landwirtschaftsvertretern» (was sie wirklich vertreten lässt sich leicht erraten ...) immer wieder, noch mehr Geld vom Bund zu erhalten.

Allein für landwirtschaftliche Organisationen gibt der Bund jährlich ca. 900 Millionen Franken aus. Spitzenreiter bei all diesen Verbänden und Vereinen ist die Käseunion. Sie bezieht jährlich 460 Millionen Franken (Fr. 460'000'000.–!). Wofür verwendet sie diese Millionen? 15 Millionen werden von Administration und Personalkosten verschlungen. 50 Millionen für Werbung. Dabei geht es natürlich nicht darum, die Konsumenten zu einer gesünderen Ernährung zu bewegen, sondern einzig und allein, den Käsekonsum weiter zu steigern, koste es, was es wolle. Die restlichen Millionen werden dazu gebraucht, die am Markt vorbeiproduzierten Überschüsse zu verwerten. Daher kommt es, dass im Ausland oftmals Schweizer Käse billiger zu haben ist als in der Schweiz! Die Käseunion ist froh, wenn sie die Überschüsse irgendwie loswird und verkauft diese zu Spottpreisen ins Ausland, die Verluste werden ja vom Staat übernommen! Scheinbar ist dieses Problem einfach zu lösen: weniger Käse produzieren. Dies hat man auch gemacht. Die Folge: Der Überschuss an (staatlich subventionierter) Milch stieg weiter an und muss nun vermehrt zu Butter verarbeitet werden. Aber auch Butter hat es mehr als genug. Um die Überschüsse der Butter «kümmert» sich die Butyra in ähnlicher Weise wie die Käseunion um den Käseüberschuss (jedes Kilo Butter wird mit rund Fr. 20.– subventioniert). Die Butyra bezieht dafür jährlich rund 390 Millionen Franken an Subventionen.

Es bleibt also nur, die Milchproduktion als Ganzes zu senken, doch dagegen wehren sich alle, die davon profitieren (mit Geld sind diese ja vom Staat reichlich gesegnet und nutzen diese Mittel auch erfolgreich aus). Die Milchmenge würde sich z.B. einfach reduzieren lassen, wenn die Bauern auf biologischen Landbau umstellen und vermehrt Gemüse und Früchte anpflanzen würden. Das Interesse scheint allerdings nicht gross zu sein. Für Absatz der biologischen Erzeugnisse wäre gesorgt, doch wer interessiert sich schon für den freien Markt, wenn er fixe Abnahmepreise für seine Produkte, unabhängig von der Marktsituation, erhält? Coop entschied sich vor einiger Zeit, auch kontrolliert biologische Milch anzubieten. Der Coop-Verantwortliche dazu: «Grundsätzlich wären wir auch an Biobutter interessiert, doch solange wir nicht einmal alle Filialen mit Biomilch versorgen können, ist daran gar nicht zu denken.» [3]

Was können wir dagegen tun? Kaufen Sie möglichst einheimische biologische Früchte und Gemüse, dies hilft Ihrer Gesundheit (auch wenn die Käse-, Milch- und Fleischverbände von ihren Produkten schwärmen), schont die Umwelt und erzeugt kein Tierleid. Ausserdem helfen Sie damit den Bauern, die sich nicht als blosse Subventionsempfänger sehen, sondern aus eigener Initiative bereits einen Schritt weiter gehen und die Zukunft unserer Natur und unserer Gesundheit mitberücksichtigen.

Subventionen an landwirtschaftliche Organisationen:

Käseunion

460'000'000.–

Butyra (Butterverwertung)

386'000'000.–

Vereinigung zur Förderung der Betriebsberatung in der Landwirtschaft (SVBL)

7'903'000.–

Fleckviehzuchtverband

7'337'000.–

Rindviehzuchtverbände

6'571'000.–

Milchwirtschaftlicher Kontroll- und Beratungsdienst

5'814'000.–

Viehproduzentenverband (SPV, zinsloses Darlehen)

3'000'000.–

Zentralverband Schweizerischer Milchproduzenten (ZVSM)

1'950'000.–

Zentralstelle für Kleinviehzucht

1'374'000.–

Schwarzfleckviehzuchtverband

1'234'000.–

Saatzuchtverband

1'170'000.–

Verband für Mast- und Schlachtleistungsprüfung beim Schwein (MLP)

1'076'000.–

Beratungs- und Gesundheitsdienst beim Schwein

920'000.–

Milchwirtschaftlicher Verein

622'000.–

Bauernverband

612'000.–

Pferdezuchtverband

428'000.–

Braunzuchtviehverband

253'000.–

Schafzuchtverband

232'000.–

Arbeitsgemeinschaft der Bergbevölkerung

217'000.–

Verband der Berufsreiter und Reitschulmeister

215'000.–

Kommission schweizerische Viehzuchtverbände

204'000.–

Inlandwollzentrale

200'000.–

Ziegenzuchtverband

164'000.–

Ehringerzuchtverband

135'000.–

Gemüseunion

135'000.–

Kleinviehzuchtverbände

132'000.–

Verband schweizerischer Geflügelhalter

124'000.–

Ingenieur Agrar Verband

109'000.–

Fédération des Sociétés d'agriculture de la Suisse romande

102'000.–

Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus

96'000.–

Verein Deutschschweizer und rätoromanischer Bienenfreunde

89'000.–

Fachstelle für Zuckerrübenbau

68'000.–

Zentralstelle für Gemüsebau

63'000.–

Association genevoise des Centres d'études techniques agricoles

52'000.–

Centre Romand d'information agricoles

45'000.–

Sociétéromande d'apiculture

44'000.–

Schweinezuchtverband

41'000.–

Verband für Landtechnik (SVLT)

34'000.–

Schweineproduzentenorganisation

33'000.–

Schafzuchtverband

29'000.–

Unione contadini ticinesi

27'000.–

Schweizerischer Landfrauenverband

25'000.–

Fédération romande d'élevage de menu betail (Bund für Kleinviehzucht rom.)

23'000.–

Alpwirtschaftlicher Verein (SAV)

8'000.–

Verein der Schweinewärter und Schweinehalter

3'000.–

Fussnoten:

  1. Das Zahlenmaterial beruht grossteils auf den Angaben des Artikels: «Viele Profiteure hängen an den Eutern», CASH Nr. 5, 3. Febr. 1995, S. 32/33. Tabelle: Vertrauliche Liste des Bundesamtes für Landwirtschaft. (zurück)
  2. Brückenbauer, 15. Febr. 1995, Seite 4. (zurück)
  3. Felix Wehrli im K-TIP, 1. Febr. 1995. (zurück)


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