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Leder

Leder ist ein Material, bei dem immer noch das Vorurteil herrscht, es sei ein einwandfreies, ökologisches Naturprodukt. Dass dem Leder jedoch gravierende ökologische und ethische Nachteile anhaften, will dieses Infoblatt aufzeigen.

Es stimmt, dass das Leder ein Nebenprodukt der Schlachthöfe ist, jedoch eines, mit dem sich auch gutes Geld verdienen lässt, das indirekt wieder in die Tierfabriken [1] investiert wird. Meistens wird Leder aus der Haut von jungen Tieren hergestellt, weil sie eine zartere Haut haben. Leder ist die Haut eines meist qualvoll gehaltenen und getöteten «Nutztieres». Um aus der Haut eines Tieres Leder herzustellen, werden einige sehr giftige Chemikalien verwendet, [2] diese verwandeln das Naturprodukt in ein Material, das nach Gebrauch als Sondermüll [3] behandelt werden muss!

Bei diesen offensichtlichen Nachteilen stellt sich natürlich die Frage:
Ist es sinnvoll, das Töten von Tieren finanziell attraktiver zu machen und die Umwelt mit Sondermüll zu belasten, bloss um Leder zu benutzen?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich im Klaren darüber sein, wo überall Leder verwendet wird und welche Alternativen dazu bestehen. Bei Lederjacken, Lederhosen, Ledertaschen und Ledergürteln scheint dies klar zu sein. Sie sind völlig unnötig, da es genügend Ersatz dafür gibt (z.B. Stoffe aus pflanzlichen Fasern). [4] Bei Schuhen und Kleidungsstücken, die wasserfest sein sollten, lässt sich zurzeit leider ein Anteil Kunstfasern kaum vermeiden. Es ist jedoch heute bereits möglich, Kunstfasern herzustellen, die bei ihrer Entsorgung die Umwelt weniger belasten als chemisch gegerbtes Leder. Leider hat man sich in der Bekleidungsindustrie anscheinend noch nie ernsthaft mit dem Thema Tierschutz beschäftigt (siehe die Pelzmode), deshalb wurden noch kaum Anstrengungen unternommen, Ersatzstoffe für Leder bei wasserfesten Bekleidungsstücken zu entwickeln (dies könnte zum Beispiel auf der Basis von pflanzlichen Wachsen in Verbindung mit Pflanzenfasern geschehen). Man kann sich heute bei gewissen Bekleidungsstücken also nur für das geringere Übel entscheiden. In Anbetracht dessen, dass der «Rohstoff» des Leders fast ausschliesslich aus Tierfabriken stammt, die ihrerseits durch ihren grossen Energie- und Wasserverbrauch die Ressourcen der Umwelt vergeuden [5] und mit ihrer in riesiger Menge anfallenden Gülle das Grundwasser gefährden, erscheint die Verarbeitung von Öl zu Bekleidungszwecken geradezu harmlos.

Wenn man sich entschlossen hat, keine Lederschuhe mehr zu tragen, aber auf den Komfort des Materials Leder nicht verzichten will, gibt es immer mehr Alternativen (fragen Sie in Ihrem Schuhgeschäft nach Schuhen ohne Schlachtprodukte, die Nachfrage bestimmt das Angebot). Wenn Sie keinerlei Kompromisse in Sachen Wasserfestigkeit, Reissfestigkeit, Aussehen, Robustheit, Atmungsaktivität etc. eingehen wollen, können Sie auch unter folgenden Adressen Ihre Schuhe beziehen:
Vegetarian Shoes, 12 Gardner Street, Brighton, BN1 1UP. UK. Tel. +44 1273 691913 und Fax +44 1273 626376, information@vegetarian-shoes.co.uk.
Freerangers, 87 Derwent Street, Chopwell, Tyne & Wear, NE17 7HZ. UK. Tel. +44 1207 565957, Fax: +44 1661 830317. E-Mail: info@freerangers.co.uk.


Ausserdem sind diese Schuhe aus England auch an folgenden Orten erhältlich:

Weitere Schuhhersteller:

Fussnoten:

  1. Je grösser die Nachfrage nach Leder, desto grösser der Gewinn des Schlächters beim Verkauf der Tierhaut. Deshalb kann der Schlachthof dem (Massen-)Tierhalter auch mehr für seine Tiere bezahlen, wenn die Nachfrage nach Leder gross ist. Dies macht Tierfabriken finanziell attraktiver. (zurück)
  2. Es ist zwar möglich, Leder mit ungiftigen, pflanzlichen Stoffen zu gerben. Dies wird jedoch fast nirgends gemacht, da das chemische Verfahren reissfesteres und widerstandsfähigeres Leder ergibt. (zurück)
  3. Nach Auskunft von Greenpeace Schweiz, die pflanzlich gegerbte Lederprodukte von «normal» gehaltenen Tieren verkaufen. (zurück)
  4. Bei Baumwollprodukten sind Kleidungsstücke aus Green-Cotton (oder aus anderer Bio-Baumwolle) vorzuziehen, da die Umwelt bei der Anpflanzung und Verarbeitung dieser Baumwolle weniger beeinträchtigt wird. (zurück)
  5. Abgesehen von den riesigen Mengen an Nahrungsmitteln (meist Getreide), die durch die Tiere zum Grossteil nicht in Fleisch und Haut, sondern in Wärme und Mist umgewandelt werden. Um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen, braucht es ein Vielfaches an pflanzlichen Kalorien. (zurück)

Weitere Informationen zum Leder:



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