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Das Vegetarismus-Label

Am letzten Europäischen Vegetarier Kongress wurde das Vegetarismus-Label erstmals der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt. Die SVV benutzt es schon seit ihrer Gründung als Vereinslogo (genauso wie zehn weitere europäische und acht aussereuropäische Vegetarierorganisationen). Schon seit einiger Zeit wird es auch auf verschiedenen Produkten bei einigen Firmen (z.B. Vegusto der Vegi-Service AG oder Cornatur in der Migros) verwendet. Verhandlungen mit weiteren Firmen sind im Gange. Die Ausweitung auf Restaurants findet momentan statt.
Im folgenden wird das Label anhand der am häufigsten gestellten Fragen vorgestellt.

Schon wieder ein neues Label?

Das Vegetarismus-Label wird bereits seit vielen Jahren von vegetarischen Organisationen auf der ganzen Welt verwendet. Neu daran ist nur, dass es nun auch zur Kennzeichnung von vegetarischen Produkten und für Vegetarier geeigneten Restaurants benutzt wird. Es macht damit dieses international anerkannte Vegetarismus-Label einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ohne ein neues Label kreieren zu müssen.

Wofür steht das Label bei Nahrungsmitteln?

Die gekennzeichneten Produkte enthalten garantiert keine Zutaten vom getöteten Tier (Schlachtfette, Blut, ...). Die Deklaration mit der Angabe, ob Eier bzw. Milchprodukte enthalten sind, wird von der SVV nach den Richtlinien der Europäischen Vegetarier Union kontrolliert. Es ist somit sofort ersichtlich, ob ein Produkt ovo-lakto-vegetarisch (mit Eiern und Milch), lakto-vegetarisch (ohne Eier, mit Milch) oder vegan (ohne Eier, Milch, Honig) produziert wurde. Ausserdem sind Eier (oder Produkte daraus) von Hühnern aus Käfighaltung generell verboten.

Kennzeichnet das Label nur rein pflanzliche Produkte?

Das Label ist ein Symbol für die vegetarische Lebensweise und wird deshalb auch für die Kennzeichnung von lakto-vegetarischen und ovo-lakto-vegetarischen Produkten verwendet. Dennoch können davon auch Veganer profitieren, da erstmals ein Label (mit dem Zusatz «vegan» oder «rein pflanzlich») garantiert, dass diese Deklaration auch tatsächlich der offiziellen Definition entspricht. Bisher ist leider weder die Deklaration «vegetarisch» noch «vegan» gesetzlich geschützt. Es kommt sogar vor, dass Firmen (aus Unwissenheit) gewisse Produkte als «vegan» oder als «rein pflanzlich» bezeichnen, die noch tierische Zusätze enthalten (z.B. Honig oder Vitamin D). Leider ist dies nicht nur eine theoretische Möglichkeit sondern Realität. Im Coop z.B. werden zwei Produkte von »Orlemann’s Spezialitäten» verkauft: «Sauce café de Paris» und «Knoblauchschaum». Obwohl beide Eigelb enthalten, sind sie mit «rein pflanzlich / végétal» deklariert! (Dies wurde einige Zeit nach der Veröffentlichung dieses Artikels korrigiert)
Allerdings ist es nicht immer so offensichtlich, wie in diesem Fall.

Reicht die Zusammensetzungsliste nicht aus?

Abgesehen davon, dass das Studieren aller Zutaten für viele Konsumenten zu mühsam ist, ist nicht immer ersichtlich, welche Zutaten tierischen Ursprungs und welche pflanzlich sind. Es ist auch unzumutbar, dass man bei jedem Einkauf eine Liste mit E-Nummern und sonstigen Zutatennamen mitführen muss um die Zutatenliste zu entziffern. Spätestens bei Sammelbegriffen wie «Gewürze» ist man jedoch auch mit solchen Listen überfordert. Deshalb ist z.B. auch kaum bekannt, dass die allermeisten Pommes-Chips nicht ausschliesslich aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt werden, da sich dort tierische Zutaten unter dem Begriff «Gewürze» verbergen. Dies kann ein vegetarisches Label aufdecken.

Ist das Label nur etwas für Vegetarier?

Nein. Durch die immer häufiger werdenden Fleischskandale ziehen es viele Konsumenten vor zur Abwechslung auch einmal etwas Vegetarisches zu essen, selbst wenn sie ansonsten nicht konsequent vegetarisch leben. Gerade für solche «Gelegenheitsvegetarier» bietet das Label die Gewähr, dass sie tatsächlich etwas Vegetarisches bekommen, wenn sie dies wollen. Ausserdem ist es natürlich auch für Personen geeignet, die, z.B. aus religiösen Gründen, auf bestimmte Fleischsorten verzichten möchten (also z.B. auch sicher sein wollen, dass ein Produkt kein Schweinefett enthält). Aber auch für Allergiker ist es eine grosse Hilfe, da eine Allergie gegen Ei- und/oder Milchbestandteile immer häufiger wird. Da heute immer mehr Fleischalternativen auf den Markt kommen, die den Fleischprodukten zum Verwechseln ähnlich sehen, bietet das Label zudem eine klare Abgrenzung zu den Fleischprodukten.

Wer erstellte die Richtlinien zum Label?

Das Reglement des Labels wurde von einem internationalen Ausschuss der Europäischen Vegetarier Union (EVU) gemeinsam erarbeitet. Die SVV ist seit Bestehen dieses Ausschusses darin vertreten. Die Richtlinien sind im Reglement festgehalten. Dieses kann in verschiedenen Sprachen und Versionen von unserer Internetseite heruntergeladen werden.

Was sagt das Label über den Einsatz von Gentechnik aus?

Wenn ein Produkt nachweislich gentechnisch veränderte Zutaten enthält (was mit GVO gekennzeichnet werden muss), ist die Benutzung des Labels für dieses Produkt nicht erlaubt.

Wie sieht es mit Bodenhaltungseiern aus?

Die SVV ist bestrebt, die bestmögliche Haltungsform der Legehennen zu fördern. Unter den derzeit erhältlichen Produkten mit dem V-Label gibt es ein paar Produkte, die auch Eier enthalten. Diese stammen vorwiegend von Schweizer-Bio-Freilandhühnern. Sie erfüllen somit die höchsten derzeit gültigen Tierschutzvorschriften. Dies wird nicht nur von einer unabhängigen Bio-Kontrollstelle regelmässig überprüft, sondern auch von der SVV. Nur bei zwei Produkten musste leider auf Ei-Eiweisspulver von Hühnern aus kontrollierter Bodenhaltung ausgewichen werden, weil auf dem Markt gar kein Ei-Eiweisspulver aus Freilandeiern erhältlich ist. Da es also vorkommen kann, dass auf Produkte mit Eiern aus Bodenhaltung ausgewichen werden muss, erlaubt das Reglement des Vegetarismus-Labels deren Verwendung. Dieser Kompromiss musste auch deshalb eingegangen werden, weil dasselbe Reglement möglichst in ganz Europa gültig sein sollte. Falls es die Marktsituation in Zukunft zulässt, könnte natürlich durchaus die Möglichkeit bestehen, dass auch Bodenhaltungseier verboten würden. Dies ist jedoch momentan nicht in Aussicht. Zu viele Konsumenten kümmern sich auch heute noch mehr um den Preis eines Produktes als um die Tierhaltung der Hühner. Die SVV setzt deshalb weiterhin auf Aufklärung der Konsumenten. Sobald diese bereit sind entweder auf Eiprodukte zu verzichten oder ausschliesslich Produkte mit Freilandeiern zu kaufen (und entsprechend mehr zu bezahlen), würde sich automatisch eine Änderung auf diesem Gebiet ergeben. Das Label alleine ist jedoch zu wenig stark um eine solche Änderung herbei zu führen. Durch die klare Deklaration, welche das Label mit sich bringt, können nun die Konsumenten noch einfacher herausfinden, ob ein Produkt Eibestandteile enthält oder nicht (und aus welcher Haltungsart sie stammen).

Was erhalten die Labelbenutzer als Gegenleistung?

Alle Lizenznehmer, die das Label für ihre Produkte verwenden möchten, erhalten volle fachliche Unterstützung des Vegi-Büros. Da immer mehr Menschen in der Schweiz das Label kennen, erreichen sie eine einfache und zuverlässige Deklaration ihrer Produkte. Das Label ist unabhängig von der Firma, die es verwendet, die externe Kontrolle durch Vegetarier fördert das Vertrauen in das gekennzeichnete Produkt.

Wofür steht das Label bei Gastrobetrieben?

Das Label kennzeichnet Betriebe, die für Vegetarier geeignet sind. Leider gibt es noch immer Restaurants ohne ein einziges vegetarisches Menü und das Personal offeriert sogar noch Gerichte mit Speck oder Fisch, wenn etwas Vegetarisches verlangt wird.
Ein Restaurant, das sich um das Label bewirbt, muss ständig mindestens ein komplettes vegetarisches Menü anbieten, das mindestens so oft gewechselt wird wie das normale Menü. Zusätzlich zu vegetarischen Speisen, die auf der regulären Speisekarte zu finden sind (Suppen, Salate etc.), muss das Restaurant mindestens zwei Gerichte anbieten, die für Vegetarier akzeptabel sind.
Das Bedienungs- und Küchenpersonal sollte die Unterschiede zwischen vegetarischen, veganen und rohen Speisen kennen und fähig sein, alle Getränke und Speisen entsprechend einzuordnen.
Entsprechende Regelungen gelten für Hotels, Pensionen, Gästehäuser, Kantinen etc.

Wird das Label nur an vegetarische Restaurants vergeben?

Nein. Das Label kennzeichnet Restaurants, die für Vegetarier und Veganer geeignet sind.
Ein vegetarisches Restaurant erfüllt die Bedingungen natürlich relativ leicht. Andere Restaurants sollten jedoch nicht vom Label ausgeschlossen sein, da man ja gerade dort das vegetarische Angebot auch fördern möchte. Durch die Beratung der Label-Interessenten durch die SVV kann man viel für die Vegetarier auch in der herkömmlichen Gastronomie erreichen.

Wo bekommt man weitere Informationen zum Label?

Konsumenten und Lizenznehmer erhalten am einfachsten umfangreiche Informationen zum Label auf der Portalseite des Labels unter: www.v-label.info
Natürlich gibt das Sekretariat aber auch gerne direkt Auskunft: SVV, Niederfeldstr. 92, CH-8408 Winterthur, Tel: 071 / 477 33 77, Fax: 071 / 477 33 78. E-Mail: label@vegetarismus.ch