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Neue vereinheitlichte Ernährungsrichtlinien

Noch vor wenigen Jahrzehnten glaubten die meisten Schulmediziner, dass eine vegetarische Ernährung gesundheitlich schädlich sei oder sogar schlicht unmöglich . Dies obwohl schon damals bekannt war, dass viele Völker seit Menschengedenken vegetarisch leben. Man zog es vor, nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ zu leben und selbst weiterhin Fleisch zu konsumieren (natürlich galt dies nicht nur für die Ärzte sondern für alle Leute!). In den letzten Jahren hat sich die Lage zugunsten der Vegetarier verändert.

Konsens der verschiedenen Empfehlungen:
  • Weniger als 10% der Kalorien als gesättigte Fette aufnehmen.
  • Max. 30% aller Kalorien in Form von Fett.
  • Max. 10% der Kalorien in Form mehrfach ungesättigter Fette.
  • Weniger als 15% der Kalorien in Form einfachungesättigter Fette.
  • Cholesterolaufnahme auf max. 300 mg pro Tag beschränken.
  • Kohlenhydrate mindestens 55% aller aufgenommenen Kalorien.
  • Total Kalorienaufnahme dem optimalen Körpergewicht anpassen.
  • Salzaufnahme kleiner als 6g pro Tag.

 

Immer mehr Studien beweisen eindeutig, dass eine vegetarische Ernährungsweise gesundheitlich viele Vorteile bringt.
Je grösser (und träger) eine Institution ist, desto länger braucht sie, bis sie sich neuen Erkenntnissen öffnet. Deshalb kann es durchaus als eine Art Durchbruch angesehen werden, dass sich nun sogar die meisten US-amerikanischen Gesundheitsorganisationen für eine pflanzenbasierte Ernährungsweise ausgesprochen haben.
1997 trafen sich die Organisationen zu einem Kongress unter dem Titel «Preventive Nutrition: Pediatrics to Geriatrics», in dem über den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit der Menschen von der Kindheit bis ins hohe Alter diskutiert wurde. Das Ziel war, eine gemeinsame Ernährungsrichtlinie herauszugeben, die alle Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachbereichen der beteiligten Organisationen einschliesst.
Beteiligt waren unter anderem folgende einflussreiche Organisationen:
– American Heart Association (AHA)
– American Cancer Society (ACS)
– American Dietetic Association (ADA)
– American Academy of Pediatrics
– National Institute of Health
– American Society for Clinical Nutrition
Alle beteiligten Organisationen hatten bisher eigene Ernährungsrichtlinien zur Vorbeugung gegen die verbreitetsten chronischen Krankheiten (koronare Herzerkrankungen, Krebs, Übergewicht, Diabetes) in den USA veröffentlicht.
Am 27. Juli 1999 wurde ein zusammenfassender Bericht der Konferenz in der Fachzeitschrift «Circulation» der AHA veröffentlicht.
Einige Stellungnahmen der Autoren des Berichtes:
Dr. Abby Bloch, Vorsitzender der American Cancer Society: «Die ACS publiziert Ernährungsrichtlinien um der Öffentlichkeit Hilfestellung bei einer gesunden Ernährung und entsprechender körperlichen Betätigung zu geben, die das Risiko einer Krebserkrankung reduzieren. Die Arbeit der AHA zeigt auf, dass die Empfehlungen zur Vorbeugung von Krebs, dieselben sind, wie diejenigen zur Vorbeugung von Herzerkrankungen, Schlaganfall, Diabetes und Übergewicht. Dies erlaubt uns eine vereinheitlichte Mitteilung an die amerikanische Bevölkerung, dass eine gesunde Ernährungsauswahl – eine Ernährung mit einer Vielfalt pflanzlicher Nahrungsmittel inklusive Früchte und Gemüse und wenig Fett – auch die richtige Wahl für einen in jeder Hinsicht gesunden Lebensstil ist.»
Dr. Edward A. Fisher von der AHA: «Bei Einhaltung einer gesunden Ernährungsweise, erreichen Sie eine starke Vorbeugung gegen all die grössten Killer [Herzkreislauferkrankungen, Krebs, etc.]».
Dr. Richard J. Deckelbaum von der AHA: «Ein einziges gesundes Ernährungskonzept kann die vielfältigsten Krankheiten positiv beeinflussen, wobei es zugleich das Risiko vieler chronischer Leiden reduziert.»
Was war nun die gemeisame Erklärung für eine gesunde Ernährung?
Im Kasten auf der vorangehenden Seite sind diese Empfehlungen aufgeführt.
Daraus ist ersichtlich, dass Vegetarier es automatisch viel leichter haben, diese Empfehlungen einzuhalten als Fleischesser:
Cholesterol kommt ausschliesslich in tierischen Nahrungsmitteln vor. Die fettreichsten Nahrungsmittel (insbesondere die gesättigten) sind tierischen Ursprungs (Ausnahmen: z.B. Nüsse und Avocados).
Die Kalorienkonzentration ist viel höher in Fleisch als in Früchten und Gemüse mit ihrem meist hohen Wasser- und Nahrungsfasernanteil. Fleisch (insbesondere Wurstwaren) und Käse sind meist die Hauptquellen für Salz in der Ernährung.
Dennoch wird nicht explizit vor deren Konsum gewarnt.
Der Grund dafür wurde bereits im letzten Vegi-Info erwähnt: Es ist viel einfacher, bestimmte Nahrungsmittel zu empfehlen, als von bestimmten Nahrungsmitteln abzuraten. Dieser Erkenntnis wurde auch an dieser Konferenz Rechnung getragen.
Noch deutlicher wird dies, wenn man aus der obigen Erklärung abgeleitete konkrete Ernährungsempfehlungen der AHA liest.
(siehe Kasten oben rechts)
Wenn man sich konsequent an diese Empfehlungen hält, kommt man fast zwangsläufig zu einer pflanzenbasierten Ernährung. Nach täglich fünf Portionen Früchten und Gemüse und mindestens sechs Portionen Getreideprodukten und der Anweisung, fettreiche Nahrungsmittel zurückhaltend zu verwenden, ist es kaum mehr möglich, viel Fleisch zu essen.

Renato Pichler

Quellen


  • Deckelbaum, Fisher, Winston, Kumanyika, Lauer, Pi-Sunyer, Jeor, Schaefer, Weinstein: Summary of a Scientific Conference on Preventive Nutrition: Pediatrics to Geriatrics. Circulation (Journal of the American Heart Association), 27.7.1999, Nr. 100, S. 450-456.

  • Health groups reach consensus on dietary concepts for fighting major chronic diseases. AHA News Releases, 16.6.1999.
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    Empfehlungen der American Heart Association:
    1. Iss abwechslungsreich.
    2. Wähle den grössten Anteil der Ernährung aus pflanzlichen Quellen.
    3. Iss täglich mindestens 5 Portionen Früchte und Gemüse.
    4. Iss täglich mind. 6 Portionen Brot, Teigwaren oder andere Vollkorngerichte.
    5. Iss nur wenig fettreiche Nahrungsmittel, insbesondere solche tierischen Ursprungs.
    6. Wähle eine Ernährung mit wenig einfachen Kohlenhydraten (raffinierter Zucker, Weissmehlprodukte).
    7. Wähle eine Ernährung mit wenig Salz.
    Die American Heart Association setzt schon seit vielen Jahren auf Prävention. In den USA rechnet man mit Gesamtkosten der kardiovaskulären Krankheiten (Krankheiten, die Herz und Gefässe) von 286,5 Milliarden Dollar für 1999.
    Da auch ein zu hoher Cholesterinspiegel, unter dem rund jeder fünfte Amerikaner (das sind rund 40 Millionen) leidet (jeder zweite hat einen kritischen Wert!), wirbt die AHA für eine pflanzenbasierte Kost. Unter anderem auch mit dem «Take 5»-Programm. Siehe den entsprechenden Artikel auf den Seiten 20 und 21 in diesem Heft.
    Weitere Informationen zur AHA: http://www.americanheart.org