Kopf SVV-Mitgliedschaft Breite einstellen

Die SVV heisst seit 2014: Swissveg

Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


Seite veraltet!
Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert! Unsere aktuellen Infos finden Sie auf unserer neuen Homepage: Swissveg.


Rückblick: 7. Europäischer Vegetarier-Kongress

Vom 18. bis 23. Juli 1999 trafen sich im St. Galler Rheintal Interessenten und Referenten aus fast 30 verschiedenen Nationen um sich am Vegetarier-Kongress weiter zu bilden und Gleichgesinnte zu treffen.

Nebst Workshops, einem Ausflugstag, einem täglichen Esperantokurs und dem Internet-Café standen 35 Vorträge auf dem Programm.
Sie behandelten ein weitreichendes Spektrum und waren sehr informativ.
Der Kongress stand unter zwei Schwerpunkten: Leistungssport mit vegetarischer Ernährung und Rohkosternährung.
Ein Höhepunkt des Themas Rohkosternährung war der Workshop von Franz Konz und Barbara Simonsohn vom Donnerstagnachmittag. Zum Workshop-Thema «Heilpflanzen und Wildkräuter» wurde nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern auch gleich gezeigt, welche essbaren Wildpflanzen in der näheren Umgebung des Kongresszentrums vorhanden sind. Unmittelbar nach dieser Vorstellung der «urzeitlichen Ernährung» wurden die Teilnehmer durch den bekannten Rohkost-Seminarleiter Urs Hochstrasser in die Kunst der festlichen Rohkost-Zubereitung praxisnah eingeführt. Seine Vorführungen zum Thema «Rohkost für Gourmets» gaben viele neue Impulse zu einer schmackhaften Form der Rohkosternährung.

Igor Bukovsky
Der neu gewählte Präsident
der EVU: Igor Bukovsky.

Leider ist das Vorurteil «Fleisch gibt Kraft» noch immer weit verbreitet, auch wenn es nicht mehr so direkt ausgesprochen wird. Deshalb waren die vielen Argumente, welche Sportmediziner, Ernährungswissenschaftler und andere Ärzte dagegen vorbrachten, sehr aufschlussreich. Der Dienstag war ausschliesslich dem Leistungssport gewidmet.
Prof. Dr. Marcel Hebbelinck von der Universität in Brüssel betonte zum Beispiel, dass die Muskeln zu 75 % aus Wasser bestehen. Möchte man also Muskeln aufbauen, so ist eine erhöhte Eiweiss- und Energiezufuhr nicht so entscheidend, wie immer angenommen wird. Das wenige Eiweiss, das für den Muskelaufbau zusätzlich benötigt wird, kann völlig problemlos auch aus pflanzlicher Kost stammen. Dabei hat man sogar noch den Vorteil, keine negativen Inhaltsstoffe des Fleisches (z.B. Purine) aufzunehmen. Die Frage im Titel seines Vortrages «Brauchen Athleten Fleisch?» konnte der Referent somit mit einem klaren Nein beantworten. Dies nicht nur aus theoretischen Überlegungen, sondern auch, da er selbst seit Geburt vegetarisch lebt und erfolgreich Leistungssport betrieben hat (siehe dazu den Artikel in diesem Heft).
Die Referentin Vasanti Niemz, welche als erste deutsche Frau den Ärmelkanal durchschwommen hat, berichtete von ihren Vorbereitungen dazu und ihren Erfahrungen. Anschliessend stellte sie das Peace-Run-Project vor. Bei diesem Welt-Friedenslauf, wird eine Fackel durch über 120 Länder getragen. Der europäische Teil des Laufes geht durch alle 44 europäischen Staaten (ca. 22’000 km). Vom 4. bis 13. Dezember wird der Lauf die Schweiz durchqueren.
Vasanti Niemz gehört zu den Koordinatoren dieses Laufes, der übrigens ausschliesslich von Vegetariern organisiert wird. Um es nicht nur bei der Theorie zu belassen, wurde im Anschluss an die Vorträge ein kleiner Fackellauf über 5 km gleich vor Ort gemacht. Motiviert durch die verschiedenen Vorträge über die Vorteile der körperlichen Betätigung, beteiligten sich viele der Kongressteilnehmer an diesem symbolischen Lauf.
Weitere Informationen zum Weltfriedenslauf auf dem Internet: www.EuroPeaceRun.com oder unter Telefon 01 / 730 77 00.
Auf ganz andere Weise, aber bestimmt nicht minder wirksam, setzt sich Sergeant Sherry Schlueter aus Florida für einen umfassenden Frieden in dieser Welt ein: Sie leitet eine Fahndungsabteilung der Polizei in Florida, welche zum Ziel hat, Verbrechen gegenüber Kindern, Behinderten, alten Menschen und Tieren nachzugehen. Genaueres dazu können Sie dem separaten Artikel zu Frau Schlueters Arbeit ab Seite 6 entnehmen.
Natürlich war auch an diesem Kongress einiges über den Zusammenhang zwischen der Ernährung und der körperlichen Gesundheit zu hören.
Beim Vortrag von Dr. Hans Diehl von der Loma-Linda Universität in Kalifornien erkannte man schnell, dass in Europa der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit noch nicht so ernst genommen wird, wie es eigentlich nötig wäre. In seinem Vortrag «Diabetes mit Messer und Gabel verhindern und heilen» meinte er, dass dieses Thema (die Ursache von Diabetes) eigentlich schon seit langem medizinisch geklärt sei. Da die Medizin heute zu einem Milliardengeschäft angewachsen ist, sei die Verkündung der Wahrheit jedoch zu einem Problem ganz anderer Art geworden. Noch immer wird deshalb auch der Diabetes-Typ II fälschlicherweise als unheilbar betrachtet. Dasselbe gilt natürlich auch für das Thema seines zweiten Vortrages über Herzkrankheiten.
Natürlich wäre es wünschbar gewesen, dass auch mehr nichtvegetarische Mediziner aus der Schweiz sich an solchen Kongressen weiterbilden. Leider zeigen jedoch die Mediziner, wie übrigens auch die meisten anderen Fleischesser, kaum Interesse an einer Information, die ihren eigenen Lebensstil in Frage stellen könnte.
In dieser und in künftigen Vegi-Infos werden die interessantesten Vorträge abgedruckt.
Die meisten Vorträge wurden aufgezeichnet. Es ist geplant eine Dokumentation zum Kongress zu erstellen, damit man zuhause in Ruhe alles nochmals anhören und nachlesen kann. Im nächsten Vegi-Info wird das erstellte Infomaterial vorgestellt.

Renato Pichler