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Tierschützerin kandidiert für den Nationalrat

Am 24. Oktober 1999 wird in der Schweiz wieder gewählt.
Viele Tierschützer/Vegetarier sehen die Wahlen als Alibihandlung der Regierung, welche längst verboten wäre, wenn sie etwas verändern könnte, und beteiligen sich deshalb gar nicht daran. Zu sehr wurden sie immer wieder von den Politikern enttäuscht. Andere bemühen sich herauszufinden, ob es nicht doch Politiker gibt, die sich wenigstens ein bisschen für die Tiere einsetzen.
Wenn man die politischen Entscheide der Vergangenheit betrachtet, muss man tatsächlich eingestehen, dass es sehr schwierig ist, Politiker zu finden, die sich ernsthaft für die Tiere einsetzten.
Zumindest im Kanton St. Gallen sieht es dieses Jahr jedoch anders aus: Die in der ganzen Region bekannte Tierschützerin und Veganerin Edith Zellweger kandidiert diesen Herbst für den Nationalrat. Wir haben ihr deshalb Gelegenheit gegeben, zu einigen Fragen Stellung zu nehmen:

R. Pichler: Du kandidierst bei den kommenden Wahlen im Herbst für den Nationalrat. Was hat Dich dazu bewogen, als Tierschützerin in die Politik zu gehen?

E. Zellweger: Während meiner langjährigen Tierschutzarbeit musste ich leider feststellen, dass die verantwortlichen Vollzugsbehörden und deren Polit-Filz unser Tierschutzgesetz mit Füssen treten und ständig zu Gunsten der Tierquäler verdrehen und missbrauchen. Anliegen von uns Tierschützern werden lächerlich gemacht und weder beachtet noch ernst genommen. Milliarden von Steuergeldern werden als Subventionen an Tierquäler verschleudert, ohne zu kontrollieren, ob wenigstens die minimalsten Tierschutzvorschriften eingehalten werden. Die Rechte der Tiere und die Anliegen der Tierfreunde gehören ohne faule Kompromisse im Parlament vertreten.
Denn Tierschutz ist auch Menschenschutz!


Edith Zellweger mit geretteten Hunden.
Nationalratskandidatin Edith Zellweger mit 6 geretteten Hunden.

Was für Möglichkeiten siehst Du für Dich im Nationalrat, die Du ausserhalb der Politik nicht hättest?

Tierschutz ist längst, von vielen unbemerkt, zu einem Politikum geworden. Die hemmungslose Ausbeutung der Tiere wird durch «Gesetze» festgeschrieben und durch Subventionen sogar noch gefördert. Damit muss Schluss gemacht werden. Der Tierschutz muss endlich im Grundgesetz verankert und tierfeindliche Gesetze müssen gekippt werden. Als Tierschützer im Parlament ist es mir möglich, die gesetzlich erlaubte Ausbeutung und deren Folgen auf höchster Ebene durch parlamentarische Vorstösse zur Sprache zu bringen.


In einer Demokratie wie der Schweiz herrscht die “Diktatur der Mehrheit”. Als Einzelkämpferin kannst Du ausserhalb der Politik sicher einiges bewegen, innerhalb des Nationalrates wirst Du jedoch kaum eine Mehrheit für die Tierschutzanliegen gewinnen können. Ist es nicht sogar kontraproduktiv, wenn man den Tierfreunden sagen kann, ihr habt jetzt auch eine Vertretung eurer Anliegen im Nationalrat, andererseits jedoch nichts zu erreichen ist, weil es nie zu einer Mehrheit reicht?

Wenn alle Tierfreunde endlich ihr demokratisches Recht wahrnähmen, hätten Tierschutzanliegen im Parlament längst eine Mehrheit! Voraussetzung wäre allerdings die Einsicht des Wählers, dass primär Politiker mit ökologischer und sozialer Grundhaltung gewählt werden müssen. Wer z.B. aus irgendeinem Grund die SVP, FDP oder die CVP wählt, ist selber schuld.
Auch als Einzelkämpferin könnte ich mit einem politischen Mandat viel zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung beitragen.


Die Schweizer Landwirtschaftspolitik ist immer noch sehr stark auf die Unterstützung der “Produktion” tierischer Nahrungsmittel ausgelegt. Ökologische und tierschützerische Aspekte werden meist erst berücksichtigt, wenn man sich davon einen wirtschaftlichen Vorteil verspricht.
Woran liegt das Deiner Meinung nach?

Die Bauernlobby ist in Bern übervertreten. Und dies einzig und allein aus dem Grund, weil die Bauern ziemlich geschlossen zur Urne gehen. Als verlässlicher Partner von bürgerlichen Wirtschaftsvertretern im Kampf gegen Sozialausgaben, werden die Bauern im Gegenzug geschont, wenn es darum geht, Landwirtschaftssubventionen an strengere Umwelt- und Tierschutzauflagen zu knüpfen.


Siehst Du eine Möglichkeit, diesen heutigen Zustand zu ändern? Wenn ja, was würdest Du empfehlen?

Am einfachsten wäre ein bewussteres Konsumverhalten. Die Bevölkerung ist sich solcher Zusammenhänge erst bewusst, wenn direkt die eigene Gesundheit gefährdet ist. Dioxin-Verseuchung, BSE-Skandal, Salmonellenvergiftungen, usw. sind aber Ereignisse, die leider bei den meisten nur im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden.


Gibt es nicht schon andere Gruppen, die sich in der Politik für die Tiere einsetzen (z.B. die Grünen)? Wäre es nicht besser diese bereits stärkeren Gruppen zu unterstützen, anstatt praktisch als Aussenseiterin neu in die Politik einsteigen zu wollen?

Als Nationalrätin würde ich mich selbstverständlich als Verstärkung eben dieser Gruppierungen sehen!


Weshalb bist Du auf der Liste des LdU?

Aus langer Tradition ermöglicht der Landesring der Unabhängigen regelmässig auch Parteilosen mit ähnlicher Grundhaltung einen Platz auf einer Wahlliste.


Was hat der LdU bisher für die Tiere getan?

Speziell vom Landesring haben sich immer wieder bekannte Exponenten für den Tierschutz stark gemacht. Auf nationaler Ebene z.B. Alt-Nationalrat Hansjörg Weder, Basel, und auf kantonaler Ebene Alt-Kantonsrätin Vreni Zollinger aus St. Gallen. Der LdU St. Gallen war ausserdem die einzige Partei, die zu allen Vorlagen zur Abschaffung der Tierversuche konsequent immer die Ja-Parole herausgegeben hat.


Wirst Du Dich ausschliesslich für die Tiere einsetzen oder hast Du auch andere Anliegen, die Du einbringen willst?

Das Thema Tierschutz kann nicht isoliert behandelt werden. Für mich ist der Tierschutz von Menschen- und Umweltschutz untrennbar. Aus meinem ganzheitlichen Verständnis heraus versuche ich, Antworten und Lösungen für eine Vielzahl politischer und gesellschaftlicher Fragen und Probleme aufzuzeigen.


Den Politikern wird vielfach vorgeworfen, sie machten nur Lobbyarbeit: Wenn es um ein Anliegen geht, das sie betrifft, kämpfen sie wie wild darum, bei anderen Themen machen sie bestenfalls oberflächlich mit. Findest Du es nicht gefährlich, wenn sich Politiker, die ja zum Wohle des ganzen Landes gewählt wurden, nur einen kleinen Teilaspekt aus der Politik herausgreifen und dadurch den Blick fürs Ganze verlieren?

Es gibt wenige bis gar keine Politiker, die zu allen Themen ein fundiertes Wissen besitzen. Es gibt aber viele, die sich mit geschliffener Rhetorik zu jedem Thema wichtig tun.
Als Vertreterin eines Parlaments würde ich selbstverständlich zu jeder Sachfrage gemäss meiner tierschützerischen Grundhaltung eine befürwortende oder ablehnende Stimme abgeben. Eine effiziente und glaubwürdige Tierschutzarbeit ist ohne «Blick fürs Ganze» eh nicht realisierbar.


Was für Chancen siehst Du, tatsächlich gewählt zu werden?

Sehr gute! Sofern jeder Tierfreund und Tierschützer und all die Menschen, die den Zusammenhang zwischen Tierschutz und Menschenschutz begriffen haben, zur Urne gehen und mich 2x auf der Liste LdU St.Gallen aufführen!


Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Homepage von: Edith Zellweger