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Editorial zu Vegi-Info 2/99

Dioxin, PCB, Antibiotika, Schwermetalle, Bandwürmer, BSE, Salmonellen...

Liebe Leserinnen und Leser,

Auch diesen Frühling liess uns die Fleischindustrie nicht im Stich. Mit dem Dioxinskandal machte sie für uns eine europaweite «Werbekampagne». Leider reagieren die Konsumenten tierischer Produkte jedoch immer gelassener auf solche «Vorfälle». Schon nach wenigen Tagen interessiert es niemanden mehr, wieviel Gift sie möglicherweise zusätzlich über die Nahrung aufgenommen haben. Man verdrängt den letzten Skandal so schnell als möglich (Übung im Verdrängen hat man ja bereits) und glaubt immer wieder, dass es endlich der letzte Skandal gewesen sei.
Solange in Europa noch solch riesige Mengen an Fleisch, Eiern und Milchprodukten konsumiert werden, und die Konsumenten nicht bereit sind, die effektiven Produktionskosten für eine (wenigstens halbwegs) vernünftige Produktionsweise zu bezahlen, wird der nächste Skandal sicher nicht auf sich warten lassen. Auch beim nächsten mal wird zuerst behauptet werden, es sei alles nicht so schlimm, und unser Land betreffe es sowieso nicht, bis dann wieder tröpfchenweise die Wahrheit durch die Medien zu den Konsumenten gelangt.
Obwohl die Konsumenten diesen ganzen Wahnsinn sofort stoppen könnten, indem sie ihr Konsumverhalten kritisch überdenken und dann entsprechend handeln würden, gibt es natürlich auch noch die andere Seite, welche nur allzugerne auch die tierquälerischte Nachfrage der Konsumenten befriedigt, solange man damit Geld verdienen kann.
Dazwischen befindet sich die Politik: Sie hätte die Aufgabe, der Wirtschaft Rahmenbedingungen zu stellen, welche negative Auswüchse unterbinden. Wenn man die Resultate aus vegetarischer und tierschützerischer Sicht ansieht, scheint die Politik allerdings versagt zu haben.
Da die Politik aber nebst den Konsumenten eine zentrale Rolle bei der gewerbsmässigen Tierquälerei spielt, finden Sie in diesem Heft gleich mehrere Artikel, die sich damit auseinandersetzen.

Am 18. Juli beginnt bereits der Europäische Vegetarier-Kongress. Deshalb finden Sie in dieser Nummer auch den letzen Aufruf zur Teilnahme.
Die SVV wird selbstverständlich auch mit einem Stand am Kongress anwesend sein. Es würde mich sehr freuen, möglichst viele SVV-Mitglieder und Vegi-Info-Abonennten am Kongress persönlich kennen zu lernen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Renato Pichler
SVV Präsident