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Couscous und Taboulé
Zwei schnelle Gerichte aus der orientalischen Küche
Merhaba, (Grüezi)
Liebe Leserin, lieber Leser,
Vor einiger Zeit hielten in den grösseren
Lebensmittelgeschäften Couscous und Taboulé Einzug, und
zwar Couscous als «Rohmaterial» und Fertiggericht,
Taboulé als Fertiggericht. Die Fertiggerichte sind in der
Regel für Vegetarier ungeeignet, da sie entweder Fleisch
enthalten oder die Dose mit den Gemüsen tierische Fette
beinhaltet.
Die nachfolgenden Erläuterungen können wir deshalb auf das
Ausgangsmaterial «Couscous» beschränken, woraus wir
das gleichnamige nordafrikanische Gericht oder Taboulé, eine
Spezialität aus dem Nahen Osten bereiten.
Couscous war bis
vor kurzem ausschliesslich in 3.Welt-Läden und
Reformhäusern erhältlich. Heute bekommt man es in fast
allen Läden. |
Öffnen wir die Packung, so gleicht der Inhalt einem groben
Weizengriess. Doch der Schein trügt. Es handelt sich um
Hartweizenmehl, das zu winzigen Klümpchen geformt ist und
bereits einen Garprozess hinter sich hat. Deshalb können wir mit
diesem Produkt in kurzer Zeit schmackhafte Gerichte auf den Tisch
zaubern. Die Zubereitungsart wie unten beschrieben, stimmt zwar nicht
mit dem Original in Tunesien überein, da dort ganz andere
Kochgeräte verwendet werden. Wir können aber auch ein
feines Couscous bereiten, ohne dass wir uns im Orientladen gleich
eine authentische Kochausrüstung besorgen.
Um ein feines Couscous zu erhalten, genügt es, nach dem Rezept
auf der Packung vorzugehen, oder aber, wir bereiten das Couscous wie
folgt:
(Für 1 Person)
In einer Pfanne wärmen wir aus Fertig-Gemüsebouillon und 2
dl (20 cl) Wasser eine eher etwas zu salzige Brühe. In eine
beschichtete Bratpfanne geben wir eine feingeschnittene Zwiebel und
einen Esslöffel Pflanzen-Margarine oder Sonnenblumenöl,
rösten die Zwiebel goldbraun, schütten 100 g Couscous hinzu
und vermischen alles gut. Nun fügen wir die
Gemüsebrühe bei und wenden das Couscous mit der Kelle,
damit die Feuchtigkeit gleichmässig aufgesogen und verteilt
wird, und garen das Couscous während fünf Minuten fertig.
Im Orient wird das Couscous dann als optimal betrachtet, wenn die
Flüssigkeit aufgesogen ist, und die Körner beim Lockern mit
der Kelle nicht klumpen, sondern rieseln.
Zu diesem Couscous reichen wir einen bunten Mischsalat oder aber ein
Mischgemüse oder bereiten aus Sojabrocken ein
fleischähnliches Gericht. Dabei versteht es sich von selbst,
dass wir mit der Beilage beginnen, da das Couscous sehr schnell
zubereitet ist. Wollen wir die Sache ganz orientalisch bereiten, so
ist hier, ein Rezept für:
Orientalisches Mischgemüse
(für 1 Person)
Wir zerkleinern verschiedene geeignete Gemüse z.B. Zwiebeln,
Karotten, Blumenkohl, Kartoffeln, Bohnen, Peperoni aller Farben,
Knoblauch. Geeignet sind auch Kichererbsen oder Trockenbohnen, die
zuvor 24 Stunden eingeweicht und im Dampfkochtopf weichgekocht
wurden. Das Ergebnis soll recht farbig aussehen.
Nun geben wir zuerst die Zwiebeln in eine beschichtete Kasserole und
dünsten sie mit etwas Ö1, z.B. Olivenöl leicht an,
fügen einen gestrichenen TL Currypulver und (falls zur Hand) 1/4
TL Kreuzkümmel, ein paar Korianderkörner und 1/2 TL weisse
Senfkörner hinzu, geben dann nach und nach die verschiedenen
Gemüse und wenig Wasser bei, damit am Ende alles gar, jedoch
nichts verkocht ist. Diesen Zustand erreichen wir dann, wenn die
Gemüse zwar gar, aber noch nicht verfärbt sind. Wählen
wir, die Reihenfolge ungefähr wie oben angegeben, so liegen wir
richtig. Die Kichererbsen werden, wenn im Dampfkochtopf bereits etwas
weichgeraten, am Schluss beigegeben, damit sie nicht zu Mus werden.
Haben sie noch ziemlich viel Biss, kommen sie am Anfang dazu. Zum
weiteren Würzen dienen entweder Salz oder Gemüsebouillon,
Pfeffer oder Peperoncini oder eine Paste aus letzterem wie z.B.
Harissa. Wer frische Tomaten beigibt, gleicht die Säure mit
etwas Zucker oder einem anderen Süssungsmittel aus, oder wir
fügen etwas Tomatenpurée bei. Richtig orientalisch ist
das Ganze, wenn es schön feurig und trotzdem aromatisch
schmeckt, und nach dem Kochen etwas dickliche Flüssigkeit als
Sauce übrigbleibt.
Anrichten:
Ein Orientalisches Couscous wird auf dem Teller so angerichtet, dass
mit dem Getreide ein Kegel gebildet wird, der dann mit dem saftigen
Gemüse überschüttet wird.
Taboulé, ein schmackhaftes Essen für einen heissen Sommertag
Das Grundrezept beginnen wir wie für das Couscous, lassen
aber im Grundrezept die Zwiebeln weg. Dann dünsten wir entweder
eine aromatische Gemüsemischung, ohne Zwiebeln und Knoblauch
oder werwenden zur Abwechslung eine Mischung aus Rohgemüsen oder
von beidem zusammen.
Nun bereiten wir eine würzige Salatsauce, die ruhig etwas
Peperoncini oder Harissa enthalten darf, geben reichlich frische
Zwiebeln oder Zwiebelrohre und Knoblauch hinzu. Die Libanesen
verwenden für die Sauce üppig arabische Minze, die etwas
strenger, schmeckt als Pfefferminze. Da arabische Minze hier kaum
erhältlich ist, wird in Rezepten oft Pfefferminze angegeben.
Europäer haben etwas Mühe mit dem Pfefferminz-Geschmack in
dieser Kombination. Wer deshalb die Minze durch eine Mischung aus
frischen Küchenkräutern (z.B. Origano, Majoran, Bohnenkraut
und Schnittlauch) ersetzt, wird zwar kein authentisches
Taboulé bereiten, aber den Geschmack der hiesigen Esser besser
treffen.
Das Taboulé wird je nach Lust lauwarm oder kalt genossen, am
besten zusammen mit einem Blattsalat.
Mit Couscous und Taboulé können wir orientalische
Tafelfreuden geniessen, ohne gleich Ferien im Orient zu verbringen.
Dazu ist die kühlere Jahreszeit von Herbst bis Frühling
ohnehin besser geeignet.
Marsalam – bis nächstesmal
Fredy Forster
Weitere Infos:
[Vegi-Info 1999/2 Inhaltsverzeichnis]
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Couscous war bis
vor kurzem ausschliesslich in 3.Welt-Läden und
Reformhäusern erhältlich. Heute bekommt man es in fast
allen Läden.