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Omega-3-Fettsäuren

Immer mehr Produkte enthalten Extrakte aus Tierkörpern. Oft ist dies aus der Deklaration nicht direkt ersichtlich. Durch die Medien als sehr gesund hochgejubelt, hält vor allem die von Fischen stammende Omega-3-Fettsäure immer mehr Einzug in verschiedensten Produkten.

Öl aus Leinsamen enthält Omega-3-Fettsäuren

«Uns ist die Fleischeslust schon vor 60 Jahren vergangen!»

So warb die Firma Morga AG an Ihrem Stand an der Natura-Messe. In ihrer Werbung wird diese Werbeaussage immer wieder mit dem Zusatz «Rein pflanzlich, seit 1930» bekräftigt. Deshalb erstaunt es um so mehr, dass auch diese, im Reformwarengeschäft tätige Firma, nun ein Produkt auf den Markt gebracht hat, das Fischöl (genauer: Omega-3-Fettsäuren) enthält. Das Produkt heisst «Val Farella Pasta di Sesamo». Diese Teigwaren werden immerhin nicht im morgaüblichen Design verkauft, so dass es sich vom üblichen Morgasortiment abhebt, dennoch ist eine solche Entwicklung sehr zu bedauern.

Natürlich ist Morga bei weitem nicht die einzige Firma, die solche Zusätze verwendet (Weleda gehört z.B. auch dazu), jedoch würde man es bei ihr am wenigsten erwarten. Ein weiteres Beispiel ist ein «Fruchtsaft» der Reihe «Actilife» der Migros. Im «Actilife Soleil» befindet sich ebenfalls dieses Fischöl. Allerdings muss man der Migros zugute halten, dass sie dies nicht hinter dem Begriff Omega-3-Fettsäure versteckt, sondern auf der Packung erwähnt, dass Fischöl zugesetzt wurde (ohne Lupe allerdings kaum zu entziffern). Bei den Teigwaren der Morga muss man selbst herausfinden, woher die Omega-3-Fettsäuren stammen könnten.

Nun kann ich euch in Frieden betrachten;
ich esse euch nicht mehr.

Franz Kafka (1883-1924)
beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium.

Was hat es mit diesen Omega-3-Fettsäuren auf sich?

Aus einigen Studien wurde bekannt, dass Personengruppen, die viel Fisch konsumieren (z.B. Bewohner von Küstenregionen) weniger an Herzinfarkt litten als andere Personen mit geringerem Fischkonsum. Da man aus der Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen Fischkonsum und Herzinfarktrisiko bestehen könnte, noch kein riesen Geschäft machen kann, wurde natürlich weiter geforscht, um herauszufinden, welcher Stoff im Fisch dafür verantwortlich sein könnte.
Nach weiteren Untersuchungen (meist durch Tierversuche!) wurden die positiven Wirkungen den Omega-3-Fettsäuren (genauer: Eicosapentaensäure) in den Fischen zugeschrieben.
Dass Omega-3-Fettsäuren, die Blutfettwerte positiv beeinflussen, scheint wissenschaftlich abgesichert zu sein. Je ungesünder jemand lebt, desto grösser ist deshalb auch der Nutzen solcher Fette. Bei Personen mit einer gesunden fleischlosen, fettarmen Ernährungsweise ist demnach ein solcher Zusatz nicht nötig. Leider lässt sich aber immer noch viel mehr Geld machen, wenn man die Menschen zuerst an Nahrungsmittel gewöhnt, die sie krank machen und nachher Nahrungsmittel so zusammenstellt, dass die negativen Auswirkungen teilweise wieder rückgängig gemacht werden. Von vornherein gesund lebende Menschen sind weder für die Nahrungsmittelindustrie noch für die chemische Industrie interessant.
Da die Omega-3-Fettsäuren jedoch immer häufiger als Zusatz verwendet werden, stellt sich vor allem für Vegetarier die Frage:

Lassen sich diese Fettsäuren auch aus Pflanzen gewinnen?

Weshalb pflanzliche Quellen von Omega-3-Fettsäuren bevorzugen, anstatt mehr Fische zu konsumieren?

  • Fisch enthält gesättigte Fette und Cholesterin; also führt der Verzehr von Fisch und Fischtran zum Ansteigen der LDL-Cholesterin-Werte.
  • Bei Menschen, die an Diabetes leiden, kann Fischtran Insulinresistenz und ein Ansteigen der Blutzuckerwerte hervorrufen.
  • Fisch aus Küstengewässern enthält häufig auch Pestizide, Chlorkohlenwasserstoff (CKW) und Schwermetalle.
  • Fischtran ist anfällig für Oxidation und verdirbt leicht.
  • Fische sind leidensfähige Mitgeschöpfe, denen man durch pflanzliche Alternativen einen qualvollen Erstickungstod ersparen kann. Ausserdem schont man dadurch das natürliche Gleichgewicht der Weltmeere.

Da «Omega-3-Fettsäure» eine ganze Gruppe von Fetten bezeichnet, muss man unterscheiden, ob diejenige gemeint ist, die üblicherweise aus Fischkörpern extrahiert wird, oder ob man alle Omega-3-Fettsäuren meint.
Die Fettsäurenart aus Fischen ist in Pflanzen kaum zu finden. Eine Gewinnung aus Pflanzen (z.B. aus der japanischen «Perilla») ist deshalb auch um einiges teurer und noch nicht so weit fortgeschritten wie die Gewinnung aus Fischen. Wenn man aber das ganze Spektrum an Omega-3-Fettsäuren in den verschiedensten Lebensmitteln ansieht, gibt es sehr viele pflanzliche Alternativen zum Fischöl. Nebst Leinsamen und Raps haben zum Beispiel auch Hanfsamen, Portulak und bestimmte Meeresalgen einen grossen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Ob diese Fettsäuren weniger wertvoll sind als diejenigen, die aus Fischen gewonnen werden, ist noch nicht erforscht, da man die meisten Versuche (in der Regel nur wertlose Tierversuche!) erst mit Fischöl machte. Es gibt aber bereits Wissenschaftler, die Fettsäuren pflanzlichen Ursprungs vorziehen und damit sehr gute Erfahrungen machen (z.B. Dr. Dean Ornish, siehe unten).
Leinsamen, Leinsamenöl und Rapsöl können heute als gute Alternativen zu den meist mit Schwermetall und anderen Giftstoffen belasteten Fischen angesehen werden. Da Vegetarier allerdings nicht mehr Herzinfarkte bekommen als Fleisch und Fischesser bleibt die Frage offen, ob ein Fischkonsum für Vegetarier überhaupt irgendwelche gesundheitliche Vorteile bringen würde und deshalb auch ob man die oben genannten Alternativen speziell berücksichtigen muss. Schaden wird es allerdings kaum...

Alternativen

Wer nicht auf solche Zusätze angewiesen sein möchte, sollte sich von möglichst fettarmen, cholesterinfreien, pflanzlichen Lebensmitteln ernähren und auch sonst auf seine Gesundheit achten (z.B. viel Bewegung, psychische Ausgeglichenheit, etc.).

Ein komplettes Programm, das auch unter strengsten wissenschaftlichen Tests bewiesen hat, dass es Herzinfarktgefährdete und krankhaft übergewichtige Personen zur Gesundheit zurückführen kann, ist das Dean-Ornish-Programm.
Das ganze Programm ist im Buch «Revolution in der Herztherapie» von Dr. D. Ornish genau beschrieben.
Um die Umstellung auf die gesunde fettarme Kost zu erleichtern, wurden bereits mehrere Rezeptbücher zum Thema herausgegeben. Zwei davon wurden in der Rubrik Bücher in der gedruckten Version dieser Vegi-Info-Ausgabe vorgestellt.

Bezugsquelle für hochwertige Omega-3-Fettsäuren in der Schweiz: Gadilhe Kay Susanne, via Cabione 3a, 6900 Massagno, Tel. 091 967 46 24. Dort ist frisch gepresstes Leinöl aus biologischen, unbehandelten Leinsamen erhältlich.

Seit 2006 gibt es dieses neue vegane Produkt auf dem Schweizer Markt: allsan Omega3Vega – rein pflanzliche Kapseln. Sie sind in Apotheken und Drogerien erhältlich.

Einige Studien zum Thema:

Neuste Erkentnisse bezweifeln den Nutzen der Omega-3-Fettsäuren:

Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 15.11.2016

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