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Fische – das verschwiegene Leiden

1998, im Jahr des Ozeans, gaben die Medien bekannt: Die Meere und Ozeane sind «am Sterben», ausgebeutet vom Fischfang, welcher zu einer Fisch-Vernichtungs-Industrie geworden ist. Zum heutigen Zeitpunkt sind über 70% der 200 wichtigsten Fischarten bedroht: In Kalifornien sind Sardinen schon ausgerottet, Sardellen in Peru praktisch verschwunden, dasselbe gilt für Kabeljau in Neufundland oder für die Heringe in der Nordsee, die Bestände des Heilbutts und die des roten Thons sind um 90% zurückgegangen und so weiter!

Fisch


70 Milliarden für diese Mord-Industrie

Die Fischindustrie wird weltweit stark subventioniert. So schüttet die EU jährlich 70 Milliarden Franken dafür aus. Darum ist es nicht verwunderlich, dass sie in den letzten Jahrzehnten einen schwindelerregenden Aufstieg erfahren hat. Zwischen 1970 und 1995 hat die «Fisch-Produktion» weltweit um 73% zugenommen und erreicht nun 130 Millionen Tonnen pro Jahr.(1) Besonders bemerkenswert ist die Steigerung in China in derselben Periode: Von 3 auf 24 Millionen Tonnen!

... und der Fisch ist nicht mal ein gesundes Nahrungsmittel!

Um die Nachfrage zu erhöhen, empfehlen Regierungen und Fischereilobby Fisch als «gesunde» Fleischalternative. Dabei wird verschwiegen, dass Fische toxische Schwermetalle wie Quecksilber und Kadmium in grossen Mengen speichern. So betrachtet ist der Fisch bei weitem kein harmloses Nahrungsmittel. Doch dank Propaganda steigt der Fischkonsum von Jahr zu Jahr:
1961 wurden weltweit pro Kopf 17,6 kg Fisch verspeist. 1996 waren es schon 26,6 kg.
Besonders stark stieg der Fischkonsum in folgenden Ländern: Island (93 kg), Japan (68 kg). Im Schnitt konsumieren die Europäer und Amerikaner 22 kg pro Jahr (2) (57 kg in Portugal, 10 kg in Österreich). In der Schweiz ist der Fischkonsum noch nicht so hoch. Er beträgt erst 7,3 kg pro Person jedoch mit ständig steigender Tendenz.

Fischzucht: Hölle der Tier-Fabriken

Um den Umweltsünden der Hochseefischerei auszuweichen, plädieren Regierungen und Medien für Fischzuchten. Der neue Slogan heisst: «Natürlich soll man mit dem Konsum von Fisch fortfahren, jedoch nicht mit Fisch aus dem Ozean, sondern mit Fisch aus Fischzuchten.» Die Intensivfischzucht wird als «die Lösung» angepriesen, um ökologische Probleme bei der Überfischung der Ozeane und das Problem des Welthungers zu lösen.(3)
Damit werden jedoch nur die Fehler der Tierfabriken wiederholt:
Tier-Konzentrationslager, in denen alle Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht werden, bilden einen idealen Herd für die Entwicklung und Verbreitung von Krankheiten. Daher müssen massiv Antibiotika und andere Medikamente eingesetzt werden. Solchermassen drangsalierte Fische vergiften nicht nur die Umwelt, sondern auch ihre Konsumenten.

Auch Umweltorganisationen empfehlen den Konsum von Fisch!

Fische Auch Umweltorganisationen sind in der Schweiz noch weit von der Ablehnung der Fischzucht entfernt. Sie beteiligen sich sogar an Empfehlungen für ihre Verbreitung: Michael Chevalier vom WWF: «Man kann mit der Intensivzucht noch weiter gehen. Aber wir haben noch nicht alle Kenntnisse und wir müssen die Nachforschungen über das Verhalten der einheimischen Fische in Gefangenheit vorantreiben.» (4)
In Erwartung der Antwort der Wissenschaftler, empfahlen die Schweizer Umweltschutzorganisationen im letzten August den Konsumenten: «Konsumiert Schweizer Fisch aus der Zucht, als Alternative zum Meeresfisch!» Die einheimische Fischproduktion macht aber nur 2% des Schweizer Fischkonsums aus.
So ist illusorisch zu glauben, dass die einheimische Fischproduktion den Konsum an Meeresfisch verdrängen könnte.

Fische spüren den Schmerz wie Säugetiere!

Es ist schockierend, dass bei allen Diskussionen über den Fischfang nur von Umweltschäden gesprochen wird. Von den Torturen unter welchen die Fische zu leiden haben, vernimmt man kein einziges Wort!
In kilometerlangen Netzen erleiden die Fische den Erstickungstod oder werden vom tonnenschweren Gewicht ihrer Artgenossen beim Aufzug der Netze einfach erdrückt. Ähnliche Torturen müssen übrigens auch Fische aus unseren Seen erleiden. Sie werden von einem Angelhacken durchbohrt.
Spricht man vom Fisch, ist nie von einem Lebewesen die Rede. Man spricht immer von Tonnen oder kg. Im besten Fall wird von einer bedrohten Spezies gesprochen. Man verheimlicht, dass auch Fische, wie die Säugetiere, schmerzempfindliche Wesen sind. Dadurch versucht man die Konsumenten von eventuell aufkommenden Gewissensbissen zu bewahren. Diese möchten meistens sowieso in Ruhe gelassen werden.
Einmal mehr würde der Vegetarismus die einzige, einfache und effiziente Lösung bringen. Er stoppt die Fischmassaker und die damit verbundene Zerstörung der Meeresfauna! Er stoppt den Hunger in der Welt!
Regierungen und Medien haben aus der Vergangenheit nichts gelernt! Krankhaft werden neue Lösungen gesucht, um noch mehr Lebewesen noch besser ausbeuten zu können, um sie der Nahrungsmittelindustrie möglichst billig verfügbar zu machen.

Fussnoten:

  1. Le Point, 18 Juli 1998: «Pêche, les limites de la mer nourricière».
  2. Eurostat, communiqué Juli 1998.
  3. Le Courrier, 27 August 1998: «La flotte mondiale de pêche est obèse: l’aquaculture, seule réponse à la pénurie» (InfoSud)
  4. ebenda.

Christina Maier
(sie representierte die SVV in der französischen Schweiz)

Dieser Artikel wurde im Original auf französisch für die französische Ausgabe des Vegi-Info geschrieben und für die deutsche Ausgabe übersetzt.

Weitere Infos: Fische-Infoblatt der SVV
Externer Link: Der Fisch-Mythos