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Ferienzeit – Ferien können mehr als nur Ferien sein.

Haben Sie Ihre Ferien schon gebucht? Oder ziehen Sie es vor, Ihren Urlaub auf Balkonien zu verbringen? Beides hat seinen Reiz. Hauptsache, Sie finden Spass daran und kehren gut erholt zur Arbeit zurück. Doch halt, sind Ferien dazu da, ausgeruht und erholt an die Arbeit zurückzukehren?

"Gewiss" wird Ihr Arbeitgeber finden. Aber Hand aufs Herz, müssten wir uns nicht eher an die Weisung aus dem Militärdienst erinnern, wo es hiess: "Die Truppe ist in ausgeruhtem Zustand in den Urlaub zu entlassen."
Bedeutet unser Dasein Stress und Mühsal, sind wir abgespannt, so brauchen wir Erholung. Dann ist es aber auch Zeit zu überlegen, ob wir nicht besser unserem bisherigen Leben eine Wende geben sollten, bevor uns ein gesundheitlicher Rückschlag dazu zwingt.

Ferien, die Zeit, wo man ausschlafen und dann den ganzen Tag frei gestalten konnte, waren schon in meiner Jugend die schönste Zeit des Lebens. In meiner Lehr- und Angestelltenzeit konnte ich nie anders, als schon am Freitagabend nach der Arbeit in die Ferien abzureisen, um auch ja keine Minute ungenützt verstreichen zu lassen.

Ferien sind aber auch eine Möglichkeit, das bisherige Leben einmal Revue passieren zu lassen und zu hinterfragen: "Ist es das, was wir uns erträumt hatten, oder woran liegt es, dass vieles anders kam, als wir wollten, und dass unser Leben ermüdend, aufreibend und strapaziös ist?"
Vielleicht brauchen wir aber auch Ferien allein, weg vom Partner, weg von den Kindern und der Familie, an einem ruhigen Ort, wo wir wieder zu uns finden und Kraft schöpfen können für eine erfüllte Partnerschaft oder für einen Aufbruch zu neuen Ufern. Das Buch "Alles ist erreichbar" von Raymond Hull (rororo Taschenbuch 6806) im Reisegepäck kann dabei eine Hilfe sein, vor allem, wenn wir uns Zeit nehmen, es zu lesen...

1974 war die Arbeitslage ähnlich wie heute. Man sprach von einer Rezession. Die Arbeitslosigkeit nahm zu. Wer noch Arbeit hatte, war gefordert, um seine Stelle nicht zu verlieren. Zu letzteren gehörte auch ich. Die Situation schien ausweglos, der Kollaps war vorprogrammiert.

In schlaflosen Nächten wälzte ich die ungelösten Probleme des Tages.
Ein Frühmorgenspaziergang mit meiner Frau – nach einer schlaflosen Nacht – brachte dann überraschend schnell die Lösung. Was sie davon hielte, wenn ich die Stellung kündige, wollte ich wissen, und sie antwortete kurzerhand: "Ich hab mich schon längst gefragt, wie lang du das noch mitmachst." Damit war die Situation geklärt, aber was nun?

Ein Meditationskurs half mir, meine innere Ruhe wiederzufinden und die lange Kündigungsfrist von fünf Monaten zu meistern.

Da wir sparsam lebten, hatte sich bei uns ein wenig finanzieller Bodensatz angesammelt, und da wir beide gerne reisten, war bald der Entschluss gefasst, unserm Fernweh nachzugeben und den Weg Richtung Osten unter die Füsse beziehungsweise unter die Räder zu nehmen. Eine vierwöchige Flugreise nach und durch Indien kostete damals rund Fr. 6000.– pro Person. Dazu hätte es gereicht, aber wir wollten mehr erleben fürs gleiche Geld, kauften uns einen gebrauchten Kleinbus und zogen zu dritt los Richtung Osten, ein Meerschweinchen und 2 Menschen. Wir bereisten Kleinasien, den Vorderen und Mittleren Orient und gelangten schliesslich nach Nepal. Unterwegs sahen und erlebten wir nicht nur eine Menge, sondern profitierten viel für unser Leben, lernten neue Lebensqualitäten kennen und erfuhren, wie man auch mit wenig Geld ein glückliches Leben führen kann, wenn man seine Bedürfnisse danach richtet.

Unsere Ferienreise kostete damals 12’000 Franken und dauerte 13 Monate. Daraufhin wagten wir den Sprung in die berufliche Unabhängigkeit und haben den Schritt nie bereut, obschon das wirtschaftliche Umfeld heute wieder ähnlich schlecht aussieht wie 1976. Aber wir hatten gelernt, uns nicht in finanzielle Wagnisse (Schulden) einzulassen, die uns Kopfzerbrechen bereiten könnten. Finanziell leben wir bescheiden aber qualitativ so, dass das Leben seinen Namen verdient. Das Leben schenkt uns dabei so viel Freiheit und (er)lebenswertes, dass Ferien für uns – entschuldigen Sie dass ich das erst jetzt verrate – eigentlich gar kein Thema mehr sind. Ich wünsche Ihnen schöne Ferien. Machen Sie das Beste draus!

Fredy Forster
Vizepräsident der SVV.