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Fleischlobby bekämpft Tierschützer

Die Fleischindustrie gerät weltweit immer mehr in Bedrängnis und versucht mit Prozessen ihre Gegner mundtot zu machen.
Nachdem immer mehr wissenschaftliche Studien einen Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und ernährungsbedingter Erkrankungen beweisen, sieht sich die Fleischindustrie offenbar gezwungen, ihre Gegner mit ihren Anwälten zum Schweigen zu bringen.

In den USA ging gerade der Prozess gegen die sehr bekannte und beliebte Talkmasterin Oprah Winfrey zu Ende.
Sie wurde von den texanischen Rinderzüchtern zur Zahlung von 11 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt, weil Sie sich in ihrer Talkshow vom 15. April 1996 kritisch über die Rinderzucht äusserte und sagte, sie werde kein Rindfleisch mehr essen (aus Angst vor BSE). Zu dieser Entscheidung kam sie nach dem Gespräch mit ihrem Gast Howard Lyman.
Howard Lyman ist ein ehemaliger Farmer, der seinen Beruf aus ethischen Überlegungen aufgab, und heute vegetarisch lebt und Präsident der Internationalen Vegetarier Union (IVU) ist.
Das Geschworenengericht wies die Klage der Rinderzüchter nach wochenlangen Verhandlungen zurück, da sie die Redefreiheit höher einstuften als die Verluste der Rinderzüchter.
Leider ist dies eher die Ausnahme. Im Vegi-Info 3/97 vom vergangenen Herbst kann man nachlesen, wie es zwei Arbeitslosen aus England erging, die Flugblätter mit Kritik an McDonald’s verteilt hatten. Sie konnten sich keine Anwälte leisten und wurden zu hohen Geldstrafen verurteilt.
Gerade in England nimmt der Kampf zwischen Tierschützern und der Fleischindustrie immer grössere Ausmasse an. Die Tierrechtler greifen zu immer härteren, zum Teil illegalen Mitteln, um gegen die Praktiken der Fleischindustrie bei Tierhaltung, Tiertransport und Tiertötung zu protestieren und der Fleischindustrie finanziellen Schaden zuzufügen. Die Justiz beantwortet dies mit immer härteren Strafen, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen (diese blieb bisher jedoch aus). Derzeit sitzen rund ein Dutzend Tierrechtler und Tierrechtlerinnen in englischen Gefängnissen, weil sie sich für die Tiere einsetzten.
Die letzte Verurteilung traf Barry Horne. Er muss wegen Sachbeschädigung für 18 Jahre (!) ins Gefängnis. Er wurde vor einem Jahr durch seinen mehr wöchigen Hungerstreik in ganz England bekannt. Damit protestierte er gegen das «Vergessen» der Wahlversprechen der Politiker. Sie versprachen etwas gegen die Tierversuche zu unternehmen, haben dieses Versprechen nach den Wahlen aber nicht eingehalten.
Auch in den USA gibt es bereits einige Menschen (momentan sind 7 bekannt), die wegen ihren Aktivitäten gegen die Ausbeutung der Tiere im Gefängnis sitzen. Derzeit läuft noch das Verfahren gegen den 19jährigen Douglas Joshua Ellerman. Ihn erwartet eine Haftstrafe zwischen 30 und 35 Jahren!
Obwohl praktisch alle in der Tierrechtsszene aktiven Personen «nur» Sachbeschädigung tolerieren, ist es natürlich fraglich, ob die Anwendung illegaler Mittel zum Erreichen eines positiven Zieles akzeptabel ist.
Wenn man jedoch sieht, wie heute mit unseren Mitgeschöpfen umgegangen wird, und wie machtlos diejenigen sind, die noch Mitgefühl mit den leidenden Tieren haben, ist es zumindest nachvollziehbar, dass immer mehr Menschen nicht mehr nur zusehen können. Gewalt an den Tieren ruft Gegengewalt hervor. Nur ist die eine Gewalt legal und die andere illegal, da die Menschen durch (von ihnen selbst geschaffene) Gesetze geschützt werden und die Tiere noch immer als Sache behandelt werden dürfen. Natürlich gilt das Gesetz auch umgekehrt: Gegengewalt ruft seinerseits wiederum Gewalt hervor. Auch deshalb wird sich die SVV auch in Zukunft auf gewaltfreie Methoden stützen, um sich für die Tiere einsetzen.

Weitere Infos:
- Vortrag: Rechtsstaat auch beim Tierschutz?