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Kurzinfos aus der Presse

Alpwirtschaft

Noch immer hält sich in der Schweiz der Mythos der naturverbundenen Alpweiden und Sennhütten. Dies obwohl bei nüchterner Betrachtung eigentlich klar ist, dass die schweren Rinder den empfindlichen Böden in solchen Höhen mit ihren Hufen ebenso schaden, wie ihr Kot und Urin für Magerwiesen (Überdüngungsgefahr) gefährlich ist. Die Auswirkungen dieses Mythos merkt man immer wieder bei grösseren Unwettern, da beim Aufforsten immer ein grosser Bogen um alle Alpweiden gemacht wird. Jüngstes Beispiel: Das Unwetter um den Schwarzsee hat verheerende Schäden angerichtet, obwohl man seit 100 Jahren darauf bedacht ist, das Gebiet gezielt aufzuforsten. Die einzigen Ausnahmen bestanden in den zwei Alpen Kaiseregg und Riggisalp, die im Sommer als Weiden und im Winter als Skigebiet genutzt werden. Genau an diesen kahlen Stellen kamen die Wasser- und Geröllmassen herunter.

Fleischkonsum

In der Schweiz wurden in den vergangenen Jahren pro Kopf und Jahr (ohne Knochen und andere nicht verzehrte Teile) nachfolgende Mengen an Fleisch (ohne Fische) verzehrt:

1991 55,7 kg
1992 54,6 kg
1993 53,4 kg
1994 50,3 kg
1995 50,4 kg
1996 49,1 kg

Antibiotika

Noch immer werden jährlich rund 80 Tonnen Antibiotika über das Futter an Schweizer Nutztiere verabreicht.
Vertreter der Fleischindustrie haben nun beschlossen, ab 1998 in der Mast und ab 1999 in der Zucht auf Antibiotika im Tierfutter zu verzichten. Ein Hintertürchen haben sie sich allerdings noch offen gehalten: Unter tierärztlicher Kontrolle ist der Antibiotikaeinsatz weiterhin erlaubt. Wenn man sich bewusst ist, wie viele (Kantons-)Tierärzte, die eigentlich für die Einhaltung des Tierschutzgesetzes sorgen müssten, bei den Bauern beide Augen zudrücken, kann man gespannt sein, ob der Antibiotikaeinsatz nächstes Jahr überhaupt sinkt.
Bezeichnend ist auch, dass der Ausschuss, der sich zu dieser Massnahme durchgerungen hat nicht etwa «Arbeitsgruppe tiergerechte Fütterung» heisst, sondern «Arbeitsgruppe marktgerechte Fütterung». Es geht hier also einzig und allein darum, die Gunst der Konsumenten wieder zu erlangen, um den Fleischkonsum zu steigern. Übrigens forderte dieselbe Arbeitsgruppe von den Grossverteilern Coop und Migros, dass sie das Verfüttern von Schlachtabfällen an Schweine und Geflügel in Form von Fleisch- und Knochenmehl oder als Fleischsuppen wieder akzeptierten. Leider kamen sie damit durch (bei Wiederkäuern ist es seit 1990 gesetzlich verboten).
Quelle: Berner Zeitung, 14.8.97

Fleischersatzprodukte

Gemäss CASH sind 2% der Schweizer Bevölkerung Vegetarier. Doch bereits 20% der Schweizer Haushalte kaufen regelmässig spezielle vegetarische Produkte. Zwischen 1994 und 1996 haben sich die Ausgaben für vegetarische Produkte von rund Fr. 350.– pro Haushalt auf rund Fr. 700.– verdoppelt. Die Käuferschicht blieb zwar in etwa konstant, doch es wurde von denselben Personen mehr als früher zu den Fleischalternativen gegriffen. Dies ist nebst dem ständig wachsendem Angebot natürlich auch auf den Preiszerfall in diesem Produktesegment zurückzuführen.
Quelle: CASH, 8.8.97

Agrar-Subventionen

Die Schweizer Regierung subventioniert ihre Bauern am stärksten. Dies geht aus einer Untersuchung über die Agrarsubventionen in den OECD-Staaten hervor.
Produktionssubventionen 1996 (in % des Gesamtwertes der Agrarproduktion):

Schweiz    78
Norwegen   71
EU         43
OECD       36
Polen      28
Kanada     22
USA        16
Ungarn     11
Tschechische Rep. 10
Australien 9
Neuseeland 3

Verseuchtes Fleisch

In den USA hat ein Hersteller von Hamburgern mit Escherichia coli O157 kontanimiertes Fleisch verkauft. Als es bemerkt wurde, mussten 9000 kg Hamburger zurückgenommen werden. Drei Tage später musste die Firma auf Betreiben des amerikanischen Landwirtschaftsamts (USDA) die restlichen verunreinigten 500’000 kg Fleisch zurücknehmen! Die gleiche Firma (Hudson) musste übrigens 1995 1’400’000 kg Trutenfleisch zurücknehmen!

Gelatine

Obwohl von den Gelatineherstellern immer konsequent bestritten, steht es nun fest: BSE-Erreger überstehen den Herstellungsvorgang bei der Gelatineproduktion! Der BSE-Ausschuss der amerikanischen Aufsichtsbehörde (FDA) erklärte, dass Gelatine nicht mehr als allgemein sicher betrachtet werden könne und dass es keine Beweise für diesbezügliche Behauptungen der Gelatinehersteller gäbe.
Quelle: The Lancet / Puls-Tip 16.5.97

Vegi-Kochbuch von Betty Bossi

Auch der Betti Bossi-Verlag hat die Zeichen der Zeit erkannt: Nach 40jährigem Werbefeldzug für die bürgerliche Fleischküche, hat er nun sein erstes vegetarisches Kochbuch veröffentlicht. Es ist geplant, künftig jedes Jahr ein weiteres vegetarisches Kochbuch zu veröffentlichen. Der Metzgermeisterverband protestierte prompt. Er bedauerte, dass der Verlag nicht mehr nur für Fleischesser publiziere. Leider ist auch beim Verlag noch kein echtes Umdenken vorhanden: Er wurde einfach durch die riesige Nachfrage quasi dazu gezwungen, endlich auch ein vegetarisches Kochbuch zu publizieren. Um aber deutlich zu machen, dass der Verlag weiterhin die bürgerliche Fleischküche unterstützt, wird jedem Vegi-Buch ein separates Beilage-Heft mit Fleischrezepten beigelegt!
Quelle: Blick, 14.8.97