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Mitleidensfähigkeit

Ein Tier, das zu einer bestimmten Tierart gehört, ist in seinem Wesen, seinem Sozialverhalten und seinen Instinkten nicht entscheidend verschieden von seinen Artgenossen. Nicht so beim Menschen, der in seinem Wesen, Charakter, seinem Denken und Handeln total verschieden von einem anderen Menschen sein kann. Bei den Tieren lässt sich feststellen, dass Pflanzenfresser einen sanfteren Charakter haben als Raubtiere. Auch vegetarisch lebende Völker sind meist friedliebender.

Ich meine, dass nicht unbedingt die Ernährung die Menschen und Tiere friedfertiger macht, sondern, dass friedfertige Wesen eher kein Fleisch essen und eine pflanzliche Ernährung bevorzugen.
Die Frage ist nun: «Wie können die Menschen sensibler, mitfühlender gegenüber dem Leiden von leidensfähigen Wesen werden?»
Durch Desinformation und Vorenthaltung von Fakten, können die meisten Menschen gar nicht zu einer positiven Einsicht und Weitsicht kommen. Die latent vorhandene Mitleidensfähigkeit für andere Wesen wird bewusst und unbewusst verdrängt, respektive selektioniert.
Die Verbreitung von Informationen und Fakten ist also eine ganz wichtige Aufgabe.

Dass die Ernährung unsere Gesundheit, unser Befinden, ja unseren Charakter beeinflussen kann, ist ebenfalls unbestritten, aber was noch viel, viel wichtiger ist, ist die Erziehung und Führung zu höheren Werten. Schon kleine Kinder haben mehr oder weniger stark ein Sensorium für die Schmerzen und das Leiden von anderen Wesen. Kleine Kinder lassen sich ganz leicht zum Vegetarismus führen. Leider werden die Kinder zur Akzeptanz des Tötens erzogen. Ein 7-jähriger Knabe sagte zu mir:
«Kühe und Schweine muss man töten, aber ich verstehe nicht warum.» Andere Kinder werden gelehrt, dass nur kranke Tiere abgeschossen werden, oder, dass Fische nichts spüren, wenn sie ersticken müssen usw. usw. So essen die sensiblen, mitleid- und verzichtfähigen Kinder jahrelang Wurst und Schnitzel, ohne zu wissen, dass sie ein Stück von einem Tier essen, das deswegen leidvoll sterben musste. Wenn diese Kinder dann verstehen könnten, was mit dem Fleischessen zusammenhängt, ist die Fleischsucht und der Verdrängungsmechanismus stärker als das Mitleid.
Diese vorhandene Mitleidensfähigkeit kann durch gezielte Informationen, Fotos, Filme und auch durch ein sogenanntes Schlüsselerlebnis wieder hervorbrechen. Nicht von ungefähr, gibt es heute immer mehr Jugendliche, die den Tieren zuliebe auf den Fleischkonsum verzichten. Die meisten Menschen haben oder hätten eine grosse Mitleidensfähigkeit, das heisst, ein Einfühlungsvermögen für andere Lebewesen, das leider verschüttet ist.
Im Mitleiden und Mitfühlen geht es uns schlecht oder gut, entsprechend, wie es den andern Menschen, Tieren und der ganzen Schöpfung geht. Mit ihr spüren wir die Verbundenheit und den Wert anderer Wesen. Dieser Bewusstseinsschritt führt uns zur Erkenntnis, dass in der ganzen Schöpfung der Schöpfer gegenwärtig ist. Die hieraus sich entfaltende Ehrfurcht und Dankbarkeit bestimmt dadurch unser Denken und Handeln zu einem lebenswerten Sein für die ganze Schöpfung.

Renato Pichler