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Katholische Kirche und Tiere
Im aktuell gültigen Katechismus hat die katholische Kirche
ihre Beziehung zu den Tieren deutlich dargestellt:
«Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und
zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um
sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu
machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in
vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu
beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu
retten.» (2417)
Ein Loblied auf Schlachthöfe, Stierkämpfe und die
Pelzindustrie: Wahrlich christlich, wie dies von höchster
katholischer Stelle im Katechismus bestätigt wird. Die
schöne Formulierung mit den «vernünftigen
Grenzen» hätten sie sich sparen können. Es ist klar,
dass damit die «Grenzen» der Tierexperimentatoren gemeint
sind. Erstaunlich welche «Moral» hier vertreten wird!
Noch zwei «Ratschläge» aus dem Katechismus: 2418:
«Auch ist es unwürdig, für sie [die Tiere]
Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte.
Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden,
die einzig Menschen gebührt.»
Seit wann schliesst das Eine das Andere aus? Haben die katholischen
Kirchenvertreter zuwenig Liebe um davon auch den Tieren einen Teil
zukommen zu lassen? Soll man einem Kind verbieten einen Hund zu
streicheln? Da die katholische Kirche auch wegen ihrer Haltung zur
Todesstrafe (sie befürwortet sie!) stark kritisiert wurde, wird
sie vermutlich nächstes Jahr eine neue Fassung des Katechismus
herausgeben. Diese wird dann zwar nicht mehr so offen und ehrlich die
Meinung der offiziellen katholischen Kirche vertreten, aber sie
könnte dafür etwas christlicher ausfallen... Damit bei
dieser Überarbeitung auch die Stellen über die Tiere
überarbeitet werden, ist es wichtig, dass möglichst viele
dem Papst und dem verantwortlichen Kardinal schreiben. Auch wenn sich
mit Briefen die jahrhundertealte Meinung des Vatikans nicht
ändern lässt, sollten sie doch erfahren, dass viele
Christen mit ihrer verachtenden Einstellung gegenüber unseren
Mitgeschöpfen nicht einverstanden sind. Hier die Adresse:
Renato Pichler
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