Unser täglich Brot gib uns heute
Erläuterungen zu dieser Stelle des Vater Unser Gebetes von Eugen Drewermann. Ausschnitt aus seinem Vortrag zur Friedenskultur in den Religionen vom 18. Aug. 1991.
Gedenke auch unserer älteren Schwestern und Brüder, der
Tiere. Verbiete dem Menschen, Tiere zu töten, um sie zu essen.
Denn auch sie sind fühlende Wesen, auch in ihnen wohnt die
Sehnsucht nach Leben; unsere Weggefährten sind sie auf dem
gemeinsamen Weg zur Unsterblichkeit.
Solange noch Menschen Tiere töten, werden sie auch Kriege
führen.
Solange Menschen Tiere essen, werden sie ihre unschuldigen Opfer zu
Tode quälen:
zu Hunderttausenden in den Labors und Massenzuchtanstalten,
zu Millionen in den Schlachthöfen der Städte,
zu Myriaden in den Weltmeeren.
Ihr Blutstrom darf nicht länger mehr als Nahrung dienen,
ihr Leib nicht länger mehr als Rohstoff, ihr Leben nicht
länger mehr als Lebensmittel für uns Menschen.
Verbiete uns, Herr, das tägliche Fleisch. Das tägliche Brot gib uns heute.
Eugen Drewermann (Theologe,Philosoph,Psychotherapeut)
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