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Antibiotika im Fleisch

Da in den Mastbetrieben immer noch Antibiotika nicht nur als Medikament sondern auch als Wachstumsförderer eingesetzt wird, sind insbesonders Schweineställe ideale «Zuchtstätten» für antibiotikaresistente Viren und Bakterien. Über Fleisch und Milchprodukte gelangen diese resistent gewordenen Krankheitserreger in den menschlichen Darm und können dort Krankheiten verursachen, gegen die die Schulmedizin machtlos ist.

Der Mikrobiologe Michael Teuber von der ETH Zürich stiess zum Beispiel bei 15 von 67 Käseproben auf resistente Bakterien! Auch in Schinken und Salami wurde er fündig. Dieses Problem betrifft also eindeutig nicht nur Fleisch- und Milchproduktekonsumenten im Ausland, sondern auch Schweizer Konsumenten. Der STS (Schweizer Tierschutz) stellte in einer Studie fest, dass die Schweizer Bauern ihre Tiere mit 80 Tonnen Antibiotika jährlich belasten (dreimal soviel wie in der Humanmedizin eingesetzt wird!). Dies ist in der Schweiz völlig legal! Zweidrittel aller Schweizer Schweine werden deshalb mit Antibiotika als Wachstumsförderer gefüttert, da entsprechende Wachstumshormone in der Schweiz (und der EU) verboten sind.

Ob solche Antibiotikagaben zur Profitsteigerung einmal verboten werden ist fraglich: Der Jahresumsatz solcher Substanzen beträgt ca. 450 Millionen Mark pro Jahr und gerade Schweizer Pharmafirmen sind daran nicht ganz unbeteiligt.

Ausserdem wird dieser hohe Arzneimitteleinsatz (nicht nur Antibiotika) auch durch die artfremde Massentierhaltung praktisch erzwungen. Zum Beispiel kämpfen die Schweinemäster, Tierärzte und Behörden schon seit Jahren gegen die epidemische Verbreitung der Lungenentzündung in den Ställen. Da sie jedoch versuchen ein Symptom zu bekämpfen, ohne die Ursache (Massentierhaltung) zu beseitigen, werden sie auch in Zukunft kaum viel Erfolge haben. Hinzu kommt, dass laut dem St. Galler Kantonstierarzt Thomas Giger rund die Hälfte der in der Schweiz eingesetzten Medikamente mit den behördlich empfohlenen Testverfahren im Fleisch gar nicht nachzuweisen sind. Der Berner Kantonstierarzt Hans Wyss meint sogar, dass nur in den wenigsten Fällen Arzneimittelmissbräuche für die Behörden feststellbar sein dürften!

Quellen:

  • K-Tip Nr. 18, Gefahr aus dem Stall, 13.11.96
  • Die Zeit, Nr. 8, Krach um Keime aus dem Stall, 16.2.96
  • Der Spiegel, Nr 10, Gefährliche Tiermedizin, 4.3.96
  • Berner Zeitung, Getestet wird was der Test erlaubt, 11.4.96

Renato Pichler