Kopf SVV-Mitgliedschaft Breite einstellen

Die SVV heisst seit 2014: Swissveg

Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


Seite veraltet!
Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert! Unsere aktuellen Infos finden Sie auf unserer neuen Homepage: Swissveg.


Darf Fleisch ungesund sein?

Renato PichlerLiebe Leserinnen und Leser

Als Vegetarier wurde man früher immer wieder in die Ecke eines Glaubenssystems gestellt: «Ach, du bist Vegetarier, zu welcher (indischen) Sekte gehörst du?»
Heute hat sich dies glücklicherweise geändert: Vegetarismus gibt es in allen Gesellschaftsschichten und ist als gesunde, ökologische und tierfreundliche Lebensweise anerkannt.
Gesünder? In diesem Punkt gibt es seit Jahrzehnten unterschiedliche Meinungen. Immer mehr gerät dieser Punkt eher zu einer Glaubensfrage als zur wissenschaftlichen Fragestellung. Eine klare Aussage, dass Fleischkonsum ungesund ist, wäre für die Fleischindustrie (und die Fleischesser) genauso verheerend, wie es die Aussage, dass Tabakkonsum gesundheitsschädlich ist, für die Tabakindustrie war.

Die medizinischen Fakten sind bei beiden vorhanden, doch beim Tabakkonsum gab es in den USA erst dann ein Gerichtsurteil, als der Tabakindustrie durch interne Dokumente bewiesen werden konnte, dass sie schon lange von der Gesundheitsgefährdung durch ihr Produkt wusste. Die Vertreter dieser Konzerne stritten es hingegen öffentlich ab, um ihren Umsatz nicht zu gefährden.
Heute sterben jedes Jahr mehr Menschen am übermässigen Konsum tierischer Nahrungsmittel als am Rauchen. Keine andere Ernährungsweise wurde in den letzten Jahrzehnten so umfassend untersucht wie die vegetarische. Doch niemand wagt, daraus Konsequenzen zu ziehen. Deshalb steht auch heute noch auf keiner Fleischpackung: «Fleischkonsum gefährdet Ihre Gesundheit.»

Das heikle Gebiet der gesunden Ernährung ist ein politisches Minenfeld, das niemand direkt zu betreten wagt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat aber nun doch einen Weg gefunden, wie es die Wahrheit indirekt verbreiten kann: Das BAG zeigt auf, dass Fleischkonsum nicht nachhaltig ist. Da eine intake Umwelt für die menschliche Gesundheit von Vorteil ist, kann das BAG über diesen Weg vor übermässigem Fleischkonsum warnen, ohne irgendein Glaubenssystem der Ernährungsmedizin direkt angreifen zu müssen.
Dies ist eine gute Ergänzung zur Kampagne «5-am-Tag», in der auch das BAG dazu auffordert, fünf Mal täglich Früchte und Gemüse zu konsumieren, da diese pflanzlichen Produkte in der tierisch ausgerichteten Ernährung viel zu kurz kommen.
Ich gratulieren deshalb dem BAG, bereits zwei Wege gefunden zu haben, die auf tierische Nahrungsmittel konzentrierte Ernährungsweise zu verbessern.


Renato Pichler
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV)