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Grundtvig: Ein europäisches Arbeitsprojekt

Zwei Jahre ist es her, seit sich die SVV zum ersten Mal mit anderen veganen Organisationen aus Frankreich und Dänemark traf. Nun ist das gemeinsame Projekt zu Ende – ein Rückblick auf eine anregende Projekt-Zeit mit spannenden und wertvollen Erfahrungen.

Im Dezember 2011 fuhren zwei Personen für die SVV mit dem TGV nach Paris. Ganz in der Nähe vom Montmartre hatte die Société végane für uns ein Ferienhaus gemietet, in dem wir während unseres Aufenthalts gemeinsam mit den Leuten von der Dyrenes Alliance aus Dänemark wohnen und arbeiten sollten.
Unser Thema bei diesem von der EU finanzierten Projekt lautet «Verringerung des Klimawandels, der Nahrungsmittelknappheit und der sozialen Ausgrenzung durch die Anpassung an einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil». Das Ziel sollte sein, innerhalb von zwei Jahren verschiedene Möglichkeiten auszuarbeiten, wie wir Erwachsenen dieses Thema theoretisch und praktisch näherbringen können.

suppenkueche
Kopenhagen

Suppenküche in Kopenhagen

Den ersten praktischen Einsatz von veganer Küche in der Öffentlichkeit konnten wir bei unserem Besuch in Kopenhagen umsetzen. Dort haben wir nämlich warme Suppe, Salate und Muffins auf der Strasse an sozial bedürftige, benachteiligte und obdachlose Menschen verteilt.
Am Tag vor der Aktion machten sich einige Personen unseres Teams auf den Weg, um vor Supermärkten auf unser öffentliches Kochprojekt aufmerksam zu machen und die Kunden um eine Spende in Form von Gemüse zu bitten. Viele Kunden der Supermärkte waren sehr hilfsbereit und spendeten grosszügig Gemüse für die geplante Suppe. Aber auch die restlichen Zutaten wie Bouillon, Nudeln, Mehl, Zucker und Schokolade sammelten wir auf diese Weise. Eine Kundin war sogar so begeistert von dieser Aktion, dass sie uns einen riesengrossen Topf von zuhause zum Zubereiten der Suppe überliess. Die Aktion selber kam bei den Obdachlosen ebenfalls sehr gut an. Es hatte sich im Vorfeld herumgesprochen, dass wir an jenem Tag auf dem öffentlichen Platz Essen verteilen werden. Nebst einer warmen Mahlzeit freuten sie sich auch über die Informationen zur veganen Ernährung. Natürlich sind die Obdachlosen meistens einfach nur froh um jedes Essen, trotzdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass erstaunlich viele auch offen dafür waren, wie sie durch einfache pflanzliche Mahlzeiten das Leiden der Tiere verringern können.

suppenkueche

Treffen in Zürich und Standaktion zum Tag der Milch in Winterthur

Im Mai 2012 besuchten uns die Grundtvig-Teilnehmer in Zürich. Hier arbeiteten wir vor allem am theoretischen Teil und nahmen die Homepage in Angriff. Auf www.dietethics.eu sollen nicht nur die üblichen Pro-Vegan- Argumente aufgelistet werden; ein ganz besonderer Teil beschäftigte sich mit den Ernährungsempfehlungen aus allen europäischen Ländern. Bis zum Ende des Projekts entstand so eine Übersicht aus den offiziellen Ernährungsrichtlinien von knapp 30 Ländern. Am Tag der Milch wurde von der Projektgruppe ein Infostand in der Winterthurer Altstadt betreut, wo wir nebst vielen Informationen auch Milchalternativen zur Degustation anbieten durften. Die gemeinsame Arbeit an einem zweiten Projekt in der Öffentlichkeit war eine weitere wichtige Erfahrung, die den Teamgeist unter den Helfern aus Frankreich (in einem für sie fremden Sprachraum) und dem Schweizer Team der SVV stärkte.[1]

milchstand zuerich
Zürich

Bis zum nächsten Treffen sollte einige Zeit vergehen, während der wir hauptsächlich an der Internetseite arbeiteten. Eine weitere Aufgabe war es, Nahrungsmittel zusammenzustellen, die von allen ethischen und religiösen Gruppierungen konsumiert werden können. So lautete die Überschrift der Seite auch «Mit Freu(n)den essen», was ein Hinweis darauf ist, dass alle gemeinsam an einem Tisch sitzen können, ohne dass jemand sich ausgeschlossen fühlt. Wussten Sie, dass Pilze – zum Beispiel in einem Gericht – für Jaïns (Angehörige einer indischen Religion) nicht geeignet sind? Sie betrachten diese als minderwertige Organismen und verzichten aus spirituellen Gründen darauf.[2]

Veganes Kultur-Festival in Bordeaux

Das nächste Treffen fand erneut in Frankreich statt, diesmal in Bordeaux. Dank grossem Einsatz der Société végane entstand ein bedeutendes veganes Festival, das den Austausch verschiedener Kulturen zum Ziel hatte. Vielfältige Vorträge, Degustations- und Infostände zogen zahlreiche Interessierte aus ganz Frankreich an – und natürlich auch die Grundtvig-Teilnehmer aus Dänemark und der Schweiz.


Bordeaux

Veggie Pride in Genf und Vortrag für Ernährungsberater und Gesundheitspersonal in Annecy (F)

Die idealste Gelegenheit für das letzte Treffen in der Schweiz war eindeutig die Veggie Pride im Mai 2013. Hier nutzten wir die Gelegenheit, uns mit Fachpersonen zum Thema Ernährung auszutauschen und auch selber einen Vortrag über die Ergebnisse aus unserem Projekt zu halten. Danach bereitete die Gruppe für alle Vortragsteilnehmer ein veganes Menü zu, ausschliesslich mit Zutaten, die für alle Kulturen geeignet sind.

Kochevent in einem dänischen Gefängnis

Das letzte Treffen der Gruppe fand wieder in Kopenhagen statt. Und es sollte mit einer ganz besonderen Aktion enden: Gemeinsam mit einigen Insassen würden wir verschiedene vegane Gerichte zubereiten – ein spannendes Unterfangen. Nachdem die acht Grundtvig-Teilnehmer Tage im Voraus die verschiedenen Menüs probegekocht hatten, wurde es in der Gefängnisküche ernst. Für ungefähr 100 Personen wurden in vier Gruppen vegane Köstlichkeiten zubereitet. Auch hier war es eine einmalige Erfahrung, sich in einer eher ungewöhnlichen sozio-kulturellen Situation über die pflanzliche Ernährung austauschen zu können. Ein Gossteil der Insassen der offenen Vollzugsanstalt war erfreut über die Abwechslung und interessiert an den Gründen für die vegane Ernährung.

Mittlerweile ist die Arbeit an diesem Projekt abgeschlossen. Zweifellos war es eine spannende Erfahrung, an einem Projekt mitzuarbeiten, das von unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Hintergründen geprägt ist. Die kulturellen Unterschiede haben die Arbeit zwar nicht immer leicht gemacht, aber es war dennoch eine aufregende und einmalige Zeit, in der wir bestimmt auch Menschen die vegane Lebensweise näherbringen konnten, die ohne dieses Projekt nie etwas davon gehört hätten.

Bernadette Raschle

Weitere Informationen

Die Internationale Arbeit der SVV