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Vorurteil:

«Ist die vegetarische Ernährung auf Dauer ungesund?»

In den USA wurden ehemalige Vegetarier gefragt, weshalb sie wieder Fleisch essen. Der am häufigsten genannte Grund war die eigene Gesundheit.

Man kann sich nun fragen, ob die Personen tatsächlich gesundheitliche Probleme wegen der vegetarischen Ernährung bekamen oder ob ihnen dies von einem Schulmediziner eingeredet wurde und sie wegen etwas anderem krank wurden. Jedenfalls steht fest, dass Vegetarier am ehesten aus Angst um ihre Gesundheit wieder beginnen, Tiere zu essen.

Ist diese Angst begründet?

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Fleischkonsum nicht generell gesundheitliche Vorteile bringt. Wichtig ist jedoch, wodurch das Fleisch bei der vegetarischen Ernährung ersetzt wird: Da sich die Einwohner der Schweiz (in anderen westlichen Ländern ist es ähnlich) hauptsächlich von Milchprodukten ernähren (siehe Infokasten), wäre der Ersatz von Fleisch durch Milchprodukte ein Schritt in eine noch einseitigere Ernährungsweise. In einem solchen Fall kann es durchaus sein, dass die extrem vielen Milchprodukte den Körper des Vegetariers mehr belasten als das Fleischessen. Ausserdem erfüllt man damit (genauso wie die Fleischesser) auch nicht die offiziellen Ernährungsempfehlungen, dreimal täglich eine Portion Früchte oder Gemüse zu sich zu nehmen.

Wenn man hingegen das Fleisch durch pflanzliche Produkte ersetzt (Gemüse, Früchte, Getreide, Hülsenfrüchte, Salat, Samen/Nüsse etc.), dann hat man gleich mehrere Vorteile:

  1. Der übermässige Konsum tierischer, gesättigter Fette wird reduziert.
  2. Man erhält eine grössere Zufuhr von wichtigen Vitalstoffen (Vitamine, Mineralstoffe).
  3. Der Anteil an den wichtigen Faserstoffen wird stark erhöht (diese sind in tierischen Produkten überhaupt nicht vorhanden).
  4. Die Ernährung wird (meist) abwechslungsreicher.

Überbordender Milchkonsum
Jedes Jahr werden in der Schweiz über 1 Million Tonnen Milchprodukte konsumiert.
Das ist mehr als alle Getreidesorten, alle Hülsenfrüchte und Kartoffeln zusammengenommen.
Von keiner anderen Nahrungsmittelgruppe wird so viel konsumiert wie von den Milchprodukten.
Würde man den Fleischkonsum auch noch durch Milchprodukte ersetzen, würde sich diese einseitige Ernährung noch verschlimmern.

Die Ernährungsumstellung weg vom Fleisch hat also zwei positive Teile: die Reduzierung des Fleischkonsums und die Erhöhung des pflanzlichen Anteils in der Ernährung. Wenn man den zweiten Aspekt ignoriert und Fleisch durch andere tierische Produkte ersetzt, profitiert man gesundheitlich kaum von der Ernährungsumstellung.

Durch die Werbung der Fleisch- und Milchindustrie wurde der Glaube, dass man tierische Nahrung zur Deckung des Eiweiss-(oder Kalzium-)Bedarfs benötigt, verbreitet. Dies führte dazu, dass viele Menschen den Fehler machten, Fleisch durch andere tierische Produkte zu ersetzen.

Bei Völkern, die sich seit Jahrtausenden vegetarisch ernähren, war dies natürlich nie ein Problem: Sie konsumieren (schon aus wirtschaftlichen Gründen) viel weniger tierische Produkte. Deshalb schneiden sie bezüglich körperlicher Gesundheit meist wesentlich besser ab als Nicht-Vegetarier.
Eine auf pflanzlichen Nahrungsmitteln basierende vegetarische (bzw. vegane), abwechslungsreiche Lebensweise ist nicht nur unschädlich, sondern bringt sogar viele gesundheitliche Vorteile.
Wie bei jeder Ernährungsform sollte man aber auch hier auf stark verarbeitete Industrieprodukte wie Weissmehlbackwaren und Produkte mit Industriezucker möglichst verzichten und vollwertigen, naturbelassenen Produkten den Vorzug geben.

Renato Pichler