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Vegi-Tag-Projekte in der ganzen Schweiz:

«Vegetarische Gerichte sind so vielfältig!»

Auch in der Ostschweiz kommen Vegis nun in den Genuss eines vegetarischen Wochentags. Als erste psychiatrische Klinik in der Schweiz bietet die Klinik St. Pirminsberg in Pfäfers SG ihren Bewohnern und auch den Besuchern jeden Donnerstag komplett vegetarische Menüs an.

Küchenchef Patrick Schwendener
Patrick Schwendener ist Küchenchef der psychiatrischen Klinik St. Pirminsberg.

Die Küche der Klinik ist bekannt für ihre regionale und qualitativ hochwertige Gastronomie. So wurde die Gemeinschaftsküche auch als erste Psychiatrie mit der «Goldenen Krone» des Trägervereins «Culinarium» ausgezeichnet. Ich habe mich mit dem Küchenchef über den Vegi-Tag unterhalten.

Herr Schwendener, weshalb sind Sie auf die Idee gekommen, einen vegetarischen Wochentag in der psychiatrischen Klinik St. Pirminsberg einzuführen?

Im letzten Jahr kam Herr Sandro Ursch, der Leiter Infrastruktur Dienste (Hotellerie und Technischer Dienst), auf mich zu und übergab mir eine Broschüre vom Vegi-Tag, mit der Frage, was ich davon halte. Ich war im ersten Moment überrascht, dass es so etwas überhaupt gibt. Aus dem Gespräch erfuhr ich, dass die Geschäftsleitung das Projekt Vegi-Tag umsetzen wolle. Es stellte sich mir nun die Frage, wann und wie soll das Küchenteam das Projekt umsetzen. Das Team und ich hatten letztes Jahr diverse Projekte begonnen, die wir zuerst noch zu Ende führen wollten. Dann aber stünde einem Vegi-Tag nichts mehr im Wege.
So machten wir uns Anfang Jahr ans Werk und hatten die Änderungen am Menüplan sowie an der Karte in der Cafeteria schnell umgesetzt. Mitte Januar konnten wir schon starten, natürlich mit anfänglichen Startschwierigkeiten. Die Akzeptanz bei den Gästen pendelte sich aber schnell ein.

Was hat Sie schlussendlich überzeugt, den Vegi-Tag umzusetzen?

Dessertkreation: Das kreative Küchenteam der Klinik St. Pirminsberg sorgt immer wieder für abwechslungsreiche Gerichte.Was gab mir und meinem Team den Antrieb für den Vegi-Tag? Natürlich war der erste Gedanke die Umwelt, Gesundheit, Tiere und die Nachhaltigkeit.
Vegetarische Gerichte sind so abwechslungsreich und sollten erforscht, ausprobiert und auf den Tisch gebracht werden. Jedes Mal, wenn ich auswärts essen gehe, sehe ich immer nur den Gemüseteller auf der Karte und denke mir: Ist das alles für unsere Vegetarier? Es gibt doch so viele vegetarische Ideen, man muss sie nur umsetzen. Die Gerichte sind so vielfältig, besonders im Internet finden sich so viele tolle Gerichte.

In dem Klinikrestaurant werden einerseits Patienten, aber andererseits auch Gäste bewirtet. Hatten Sie anfangs Bedenken, wie ein Vegi-Tag wohl bei den Gästen ankommen wird?

Die Klinik St. Pirminsberg im malerischen Pfäfers SG.Ja! Denn hier in Pfäfers gibt es für das Personal kein anderes Restaurant, um auszuweichen. Und die Angst vor Reklamationen war gross. Denn wir wollen die Leute ja nicht bevormunden oder zu etwas zwingen, was sie nicht wollen. Für mich war der Auftrag klar: tolle Gerichte suchen und dann umsetzen.

Was halten die Gäste tatsächlich vom vegetarischen Wochentag?

Unsere Gäste sind zum Teil sehr begeistert und die andern murren rum, man gewöhnt sich daran, auch an die negativen Feedbacks, man darf aber dies nicht ausser Auge lassen. Nur an denen können wir uns weiterentwickeln. Wir müssen noch viel Aufklärung betreiben, um den Vegi-Tag zu verkaufen und das, was dahintersteckt. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.

Sie haben in den letzten Monaten ja nun schon einige Erfahrung mit dem Vegi-Tag sammeln können. Was würden Sie anderen Betrieben empfehlen, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, einen vegetarischen Wochentag einzuführen?

Das Projekt Vegi-Tag ist echt gut, ich denke an die Vielfalt von Vegi-Gerichten sowie natürlich an die finanziellen Vorteile. Man sollte sich jedoch wirklich gut überlegen, ob man das Projekt will und ob man die Kundschaft dafür hat. Im Vorfeld sollte auf jeden Fall gezielt Aufklärung bei den Gästen betrieben werden, was genau heisst Vegi-Tag und was steckt dahinter. Wichtig ist es auch, die Umsetzung so gut wie möglich zu verkaufen.

Wie soll es bei Ihnen mit dem Vegi-Tag in Zukunft weitergehen?

Ich denke, in unserem Betrieb wird er sicherlich bestehen bleiben, vielleicht mit wenigen Anpassungen. Wie die aussehen werden, weiss ich jetzt noch nicht. Der Vegi-Tag gehört langsam zu unserem Alltag, und die Idee, die dahintersteckt, ist wirklich gut. Die Klinik St. Pirminsberg leistet so einen kleinen Beitrag für unsere Umwelt und natürlich für unsere Nachkommen.

Herzlichen Dank, Herr Schwendener, für die Zeit, die Sie sich für die Beantwortung meiner Fragen genommen haben.

Bernadette Raschle

Weitere Informationen zum Vegi-Tag: www.vegi-tag.ch