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Gibt es Gründe für den Fleischkonsum?

Fleisch zu essen, ist schlecht für die Gesundheit, für das Klima und für die weltweite Nahrungssicherheit sowieso.

Auch aus ethischer Sicht lässt sich die Ausbeutung und Tötung von Millionen Tieren nicht mit der Lust nach Fleisch rechtfertigen.
So ist es nicht erstaunlich, dass immer mehr Menschen Fleisch aus ihrem Menüplan streichen. Vegetarier haben ganz klar die besseren Argumente. Bedeutet dies nun aber auch, dass sie ihre Anliegen durchsetzen können? Wer weiss. Zumindest in den USA sorgte kürzlich ein Aufruf in der «New York Times» für heisse Köpfe. Die Zeitung rief darin ihre Leser dazu auf, ihnen eine Ausarbeitung zu schicken, worin sie ethische Argumente für den Konsum von Fleisch aufführen sollten. Die Ausarbeitung wurde dann von einer Fachjury bewertet, bestehend aus Peter Singer (Tierrechtsphilosoph), Michael Pollan (Autor von «Das Omnivoren-Dilemma»), Mark Bittman (Kolumnist für die «New York Times»), Jonathan Safran Foer (Autor von «Tiere essen») und Andrew Light (Philosoph).

Wie emotional dieses Thema offensichtlich ist, erstaunte sogar die Redaktion der «New York Times». Gerechnet hatte sie mit ungefähr einem Dutzend Zuschriften, schlussendlich landeten mehr als 3000 Dossiers auf ihrem Schreibtisch. Und eines muss man den Zusendern lassen: Fleischesser sind anscheinend äusserst kreativ, wenn es darum geht, sich ihren Fleischkonsum schönzureden.

Die häufigsten ethisch begründeten Argumente lauteten:

  • Löwen essen auch Fleisch. Sollte man deshalb einem Löwen unterstellen, er sei unethisch? [komisch, dass gerade bezüglich Ethik die Tierwelt als Vorbild genommen wird, wo doch ansonsten immer die ethische Überlegenheit der Menschen hervorgehoben wird].
  • Die Bibel sagt, es ist o.k. [aus der Bibel lässt sich auch die vegetarische Lebensweise als erwünscht herauslesen. Ausserdem gibt es heute viele ethische Gründe gegen den Fleischkonsum, die es zur Zeit der Niederschrift der Bibel noch nicht gab: Massentierhaltung, Überzüchtung der Tiere, Nahrungsmittelknappheit …].
  • Es ist nahrhaft/schmackhaft [dies sind keine ethischen Argumente].
  • Es ist ein freies Land [die Freiheit des Einzelnen sollte dort begrenzt werden, wo sie die Freiheit des anderen einschränkt. Der Fleischkonsum hat so grosse ökologische Nachteile, dass er keine Privatangelegenheit mehr sein kann].
  • Sollte man einer fleischfressenden Pflanze unterstellen, unethisch zu sein? [Pflanzen als ethische Vorbilder? Die Freiheit, ethisch zu handeln, verpflichtet auch, sich nicht nur durch die eigene Lust leiten zu lassen].

Wirklich überzeugend sind all diese Argumente nicht. Selbst der Gewinner des Wettbewerbs muss in seinem Artikel zugestehen: «Die ethischen Gründe, weshalb kein Fleisch gegessen werden sollte, sind offensichtlich.»

Bernadette Raschle

Der Gewinnertext kann auf Englisch nachgelesen werden:
www.nytimes.com/2012/05/06/magazine/the-ethicist-contest-winner-give-thanks-for-meat.html