Kopf SVV-Mitgliedschaft Breite einstellen

Die SVV heisst seit 2014: Swissveg

Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


Seite veraltet!
Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert! Unsere aktuellen Infos finden Sie auf unserer neuen Homepage: Swissveg.


Wage zu fragen

Liebe Leserinnen und Leser

Täglich werden neue Studien publiziert. Sie geben Antworten auf die verschiedensten Fragen des Lebens. Dabei geht oft vergessen, dass die Fragen mindestens ebenso wichtig sind wie die Antworten.

Gerade im Gesundheits- und Tierschutzbereich gibt es noch unzähliges Halbwissen, das nie hinterfragt wurde. Ein Beispiel: Viele Bereiche der Alternativmedizin werden von der Schulmedizin mit der Begründung abgelehnt, dass ihr Nutzen nicht «wissenschaftlich belegt sei». Doch wenn man über etwas noch kein Wissen verfügt, ist es höchste Zeit, die richtigen Fragen zu stellen (und Studien in Auftrag zu geben), um diese Wissenslücke zu stopfen und nicht sein eigenes Vorurteil mit dem fehlenden Wissen zu rechtfertigen.
Eine der kaum gestellten Fragen wird im Hauptartikel dieses Heftes behandelt: Ist das Pferd ein «Reittier»? Viele Tierfreunde reiten in ihrer Freizeit, ohne sich je diese Frage gestellt zu haben. Oft werden solche Fragen aus Angst vor der möglichen Antwort lieber nicht gestellt.

Besonders grossen Mut zeigten Psychologen von zwei niederländischen Universitäten: Sie wagten die Frage zu stellen, was für einen Einfluss der Fleischkonsum auf die Psyche der Fleischesser hat. Eine Zusammenfassung des Resultates finden Sie ab Seite 10.

Mutig war auch Laurent Schönherr, Organisator des Vegi-Tags im Altersheim Klus Park. Er ignorierte die Vorurteile, dass ältere Menschen nicht mehr bereit seien, ihr Verhalten zu ändern. Dadurch, dass er das Projekt Vegi-Tag von Anfang an zusammen mit allen Beteiligten angegangen ist, standen alle voll und ganz hinter diesem wichtigen Projekt. Ein solcher Mut fehlte bisher den Politikern: Noch keine Schweizer Stadt hat offiziell den Vegi-Tag unterstützt.

Um in der Politik generell die Weichen in eine neue zukunftsgerichtete Richtung zu bringen, gibt es am 23. Oktober eine gute Möglichkeit: Wählen Sie die Tierpartei Schweiz (TPS). Es ist die einzige Schweizer Partei, welche die Tiere in ihrem Parteiprogramm nicht ignoriert.
Die TPS wird in Bern viele unbequeme Fragen stellen, welche längst überfällig sind: Weshalb bekommen verurteilte Tierquäler praktisch nie ein Tierhalteverbot, wenn sie in der Landwirtschaft tätig sind? Weshalb bekommen Schweizer Bauern viele Subventionen nur, wenn sie Fleisch oder Milch produzieren? Weshalb dürfen Bauern die Tierschutzgesetze übertreten, ohne eine Strafe befürchten zu müssen? Weshalb empfiehlt der Bund nicht die vegetarische Ernährung, obwohl sie erwiesenermassen klimafreundlich, tierfreundlich und gesund ist? Usw.

Renato Pichler
Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV)