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Vorurteil: «Es braucht keine Vegetarier-Deklaration »

Behauptung:

Vegetarische Produkte, die Milch und Eier enthalten, sollten grundsätzlich boykottiert werden. Diese Produkte als vegetarisch zu deklarieren, beschönigt die Tierschutzproblematik, die in der Eier- und Milchproduktion herrscht.

DÚlicorn SchnitzelEntgegnung:

Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass konventionellen Produzenten und Gastronomen die Bedürfnisse der Vegetarier nicht genügend bekannt sind. Immer wieder kommt es vor, dass Produkte nach eigener Deklaration mit vegetarisch gekennzeichnet sind, die bei genauerer Überprüfung aber dann doch nicht halten, was sie versprechen. Das sorgt für grosse Unsicherheit bei den Konsumenten, denn nicht überall, wo vegetarisch oder vegan draufsteht, entspricht dies auch der Tatsache. Gewisse Zutaten sind dabei leicht als nicht vegan/vegetarisch ersichtlich, andere, wie zum Beispiel Gelatine in Getränken und Essig oder als Trägerstoff für Enzyme und Vitamine, sind nicht deklarationspflichtig und müssen vom Kunden direkt beim Hersteller abgeklärt werden. Dieser Aspekt macht aus Sicht von konsequenten Vegetariern eine Kontrollstelle nötig, weil sie dem Kunden und dem Produzenten diese Arbeit abnimmt und dafür einsteht, dass es sich tatsächlich um vegetarische bzw. vegane Zutaten handelt.

Ovo-lacto-vegetarisch oder vegan?

Manche Veganer halten eine Deklaration von ovo-lacto-vegetarischen Produkten für unnötig, da auch bei der Eier- und Milchproduktion Tiere ausgebeutet werden und die Umwelt stark belastet wird. Das Europäische Vegetarismus-Label (V-Label) deklariert alle Arten von vegetarischen Produkten. Zur Unterscheidung muss dabei jeweils die Kategorie ovo-lacto-veg., lacto-veg., ovo-veg. oder vegan unter dem Label abgedruckt werden. Die Einteilung in diese vier Kategorien ist international einheitlich. In der Schweiz wurde sie sogar in der Lebensmittelverordnung1 gesetzlich verankert. So ist für jeden Konsumenten sofort zu erkennen, ob ein Produkt seinen vegetarischen Ansprüchen genügt. Selbst für Veganer ist ein vegetarisches Label nützlicher als ein Label, das nur zur Kennzeichnung von veganen Produkten Verwendung findet:

Durch die Kennzeichnung als ovo-vegetarisch etc. ist sofort ersichtlich, dass das entsprechende Produkt für Veganer nicht geeignet ist. Würden die vegetarischen Produkte mit Ei oder Milch gar kein Label tragen, wäre diese transparente Deklaration nicht möglich und die Veganer müssten bei allen nicht veganen, aber vegetarischen Produkten die Zutatenliste lesen, um herauszufinden, ob das Produkt vegan ist, da ja nicht alle veganen Produkte ein veganes Label haben würden.

Das V-Label deckt zudem einen viel grösseren Kundenkreis ab: Manche Konsumenten vertragen keine Milchprodukte, für die sind vegane und ovo-vegetarische Produkte geeignet. Viele Vegetarier sehen in den Eiern eine Vorstufe des Lebens, das sie auch nicht zerstören wollen, und konsumieren deshalb auch keine Eier (z.B. gelten in Indien Produkte mit Ei nicht als vegetarisch). Für sie sind vegane und lacto-vegetarische Produkte geeignet.

Grosser Kontaktradius

Die Unterscheidung in vier Hauptkategorien bietet zudem den grossen Vorteil, dass nicht nur Produktehersteller angesprochen werden, die sich bereits mit veganen Produkten beschäftigen, sondern auch solche, die keine Erfahrung in der Herstellung von pflanzlichen Produkten haben. Als Zertifizierungsstelle bietet sich deshalb die Möglichkeit, direkt beim Hersteller auf die Probleme mit tierischen Zutaten hinzuweisen und Alternativen anzubieten. Somit ist es möglich, nicht nur die Endkunden über den Vegetarismus aufzuklären, sondern auch eine breite Palette von Entscheidungsträgern vom Verteiler bis zum Hersteller.

Wenn man bedenkt, dass vor 10 Jahren noch kein Grossverteiler ein spezielles vegetarisches, geschweige denn ein veganes Angebot hatte, so hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Neben Sojamilch und -joghurt können Veganer nun sogar pflanzliche Schlagsahne (Sojacrème), Speiseeis und Schokolade in nächster Nähe kaufen. Ein Zeichen dafür, dass die Bedürfnisse der veganen Kundschaft und die der vielen Allergiker (gegen Milch und Eier) und Laktoseintoleranten immer mehr in das Bewusstsein der Detailhändler gerückt sind. Natürlich aber ist es ein Prozess, an dem in erster Linie die Endverbraucher beteiligt sind. Einige von ihnen leben bereits vegan, andere essen noch Fleisch – das Ziel sollte sein, die Menschen dort anzusprechen, wo sie jetzt stehen, und ihnen mit positiver Motivation und Information die vegane Ernährung schmackhaft zu machen. Wenn auch Sie eine transparente, kontrollierte Deklaration von vegetarischen und veganen Produkten wünschen, kontaktieren Sie Ihre Händler und teilen Sie ihnen dies mit.

Fussnote:

  1. Lebensmittelverordnung im Internet: www.admin.ch/ch/d/sr/817_022_21 /a33.html

Weitere Infos zum V-Label:

www.v-label.info