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Nach dem Prozess ist vor dem Prozess

Über den vorläufigen Abschluss im österreichischen Tierschutzprozess und wie es weitergeht.

Die Tierschützer nach dem FreispruchNach über 14 Monaten Prozessdauer wurde am 2. Mai 2011 endlich das Urteil im Tierschutzprozess verkündet. Die Richterin Sonja Arleth hat die 10 Angeklagten allesamt ganz deutlich davon freigesprochen, an einem der ihnen zur Last gelegten Verbrechen schuldig zu sein. Zudem verurteilte die Richterin stark das Verhalten der Sonderkommission, die entlastendes Material zurückbehalten hatte. Auch das umstrittene Gutachten von den angeblichen Bekennerschreiben bezeichnete die Richterin als «nicht nachvollziehbar».

Die Staatsanwaltschaft hat zwar in der Zwischenzeit Berufung gegen dieses Urteil angemeldet, doch gemäss Fachleuten handelt es sich dabei um ein normales Vorgehen. Dieser aussergewöhnliche Prozess wird wohl für Schulzwecke benötigt und muss deshalb in schriftlicher Form festgehalten werden – dies wird durch eine Berufung erreicht.
An Normalität ist jedoch für die 10 Tierschützer bei Weitem nicht zu denken. In den vergangenen Monaten haben nicht nur unzählige Tierfreunde aus der ganzen Welt mit den Angeklagten sympathisiert, sondern auch die Berichterstattungen der österreichischen und internationalen Medien schlugen immer mehr zu Gunsten der Tierschutzbewegung um. Kein Wunder also, dass Martin Balluch & Co. derzeit in unzähligen Interviews Rede und Antwort stehen. Zudem ist wenige Wochen nach der Urteilsverkündigung bereits das Buch «§278a – Gemeint sind wir alle!» erschienen, das die Hintergründe zu diesem spektakulären Prozess beleuchtet.1

Wie geht es weiter?

Mit dem Urteilsspruch im Tierschutzprozess ist das Thema für die Angeklagten noch lange nicht abgeschlossen. Es gibt anscheinend schwerwiegende Argumente, die den Schluss nahe legen, dass die Sonderkommission, welche die Anklage gegen die Tierschützer erhoben hat, von Anfang an die Zerstörung der Tierschutzvereine zum Ziel hatte. Es gilt nun in einem neuen Prozess zu beweisen, dass die Tierschützer tatsächlich aufgrund falscher Angaben angeklagt worden sind und somit schadenersatzberechtigt sind. Diese entsprechende Anklage wird derzeit ausgearbeitet, kann aber erst eingereicht werden, wenn der Urteilsspruch rechtskräftig ist. Denn auch wenn die Tierschützer vorerst freigesprochen wurden – finanziell sind sie ruiniert: allein 300 000 Euro für Aktenkopien, Anwaltskosten von ca. 400 000 Euro pro Anwalt sowie zusätzlich Kosten für Privatgutachter und Privatdetektive, Anreise etc. Durch die Anwesenheitspflicht vor Gericht haben 8 der 10 Angeklagten ihre Arbeit verloren.
Noch mehr als die finanzielle Belastung drückt aber wohl die psychische Last, denn viele der Tierschützer müssen psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Wir wünschen den 10 deshalb, dass sie durch diesen ersten Sieg wieder Mut und Kraft bekommen, um weiterhin für ihr Recht und das der Tiere zu kämpfen!

Bernadette Raschle

Fussnote:

  1. Eine Buchvorstellung gibt es im kommenden Vegi-Info. Bestellbar ist das Buch über www.amazon.de