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Online-Aktivismus

Über das Internet ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, etwas für die Verbreitung einer tierfreundlicheren und gesünderen Lebensweise zu tun. Es ist jedoch hilfreich, wenn man dabei ein paar Dinge beachtet:

Leserbriefe

Auch heute ist es noch sehr wirkungsvoll, mit Leserbriefen per E-Mail oder Brief auf Artikel in Zeitungen zu reagieren, die mit den Themen Tierschutz, Vegetarismus etc. zu tun haben.
Viele Artikel aus Printmedien werden auch auf der Homepage des entsprechenden Mediums publiziert. Da kann man dann meist auch eigene Kommentare schreiben, die dann dort direkt auch für alle anderen Leser veröffentlicht werden.
Da das Internet das schnellste Informationsmedium ist, sollte man dort möglichst noch am selben Tag/Morgen, an dem ein Artikel publiziert wird, einen Kommentar abgeben, weil man dadurch die meisten Leser erreicht.
Je aufwändiger es ist, einen Online-Kommentar abzugeben (bei manchen muss man sich erst ein User-Konto eröffnen), desto weniger andere Äusserungen wird es geben und desto wirkungsvoller ist somit der eigene Kommentar.

Petitionen

Das Sammeln von Petitionen war auch vor Einführung des Internets bei Tierschutz-Standaktionen sehr beliebt: Jeder kann zu jedem Thema jederzeit eine Petition starten.
Noch einfacher wird dies nun, wenn man eine Petition mithilfe des Internets elektronisch lanciert. Dazu gibt es diverse Internetseiten, die es jedem erlauben, eine Petition in Minuten zu starten:
www.petitionen24.com/online-petition-erstellen
Petitionen haben natürlich auch einen Nachteil: Da es so einfach ist, eine Petition zu starten, gibt es so viele davon, dass sie in den meisten Fällen von den Empfängern kaum noch beachtet werden. Nur mit extrem vielen Unterzeichnern (in kurzer Zeit) kann man sich noch aus der Flut der Petitionen hervorheben.
Andererseits ist es auch für die potenziellen Unterzeichner mühsam, wenn schon fast täglich von irgendwoher eine Aufforderung zur Unterzeichnung einer Petition kommt.
Deshalb sollte man zurückhaltend mit dem Starten oder Weiterleiten einer neuen Petition sein.

Wichtige Punkte:

1. Sich auf ein ganz konkretes Thema mit einer konkreten Forderung konzentrieren: Was ist das Ziel der Petition?
2. Die Petition muss einen Adressaten enthalten: An wen richtet sich die Petition? Wer soll was tun?
3. Jede Petition muss ein Ablaufdatum enthalten: Bis wann wird gesammelt und wann wird die Petition an den Adressaten übergeben?
4. Zuerst immer recherchieren, ob es nicht bereits eine Petition zum selben Thema gibt. Es ist viel effektiver, eine bestehende Petition zu unterstützen, als eine eigene zu machen, weil man gemeinsam mehr Unterzeichner zusammenbringt und es weniger Verwirrung bei den angesprochenen Personen gibt (die die Übersicht verlieren könnten und nicht mehr wissen, wo sie schon unterzeichnet haben).
Nur wenn diese Punkte erfüllt sind, lohnt es sich überhaupt, selbst eine Petition zu lancieren oder eine Petition zu unterzeichnen.
Man sollte sich jedoch keine allzu grossen Hoffnungen machen: Petitionen sind nur Wünsche, die man jemandem vorbringt, sie können vom Adressaten einfach ignoriert werden (im Gegensatz zu einer Initiative, die jedoch viel aufwändiger zu lancieren ist).

Mails weiterleiten

Sobald man eine E-Mail-Adresse hat und im vegetarischen oder Tierschutzbereich tätig ist, wird man überflutet von E-Mails, die einen auffordern, eine Petition zu unterzeichnen, jemandem zu schreiben oder einfach die E-Mail möglichst vielen weiterzuleiten.
Auch wenn die E-Mails meist emotional sehr berührend geschrieben sind, ist es nicht immer sinnvoll, diese gleich allen Freunden aufzudrängen. Oft sieht man schnell, ob es sich überhaupt lohnt, die Mail weiterzuleiten.

Folgende Dinge sollten beachtet werden, bevor man eine E-Mail verteilt:

  1. Bis wann ist der Inhalt der Mail gültig (manche E-Mails kursieren schon seit vielen Jahren im Internet, weil sie immer wieder weitergeleitet werden, obwohl der Inhalt längst überholt ist)? Dazu muss unbedingt ein konkretes Datum stehen (z.B. ist «Ende Monat», «diese Woche» etc. kein konkretes Datum, da es immer ein neues Ende des Monats und ein Ende der Woche geben wird).
  2. E-Mail-Petitionen, bei denen man in eine Liste innerhalb der E-Mail seinen Namen eintragen muss und die man dann weiterverbreiten soll, sollte man löschen. Solche E-Mail-Petitionen funktionieren schon rein technisch bedingt nicht und können deshalb gar nicht richtig ausgewertet werden. Keine seriöse Organisation sammelt so Unterschriften (auch wenn in einer E-Mail etwas anderes behauptet wird).
  3. Von wem stammt die E-Mail ursprünglich? Anonyme E-Mails sollte man löschen. Falls eine Organisation als Urheber angegeben wird, ohne dass ein Link zu deren Internetseite aufgeführt wurde, ist dies sehr verdächtig. Deshalb dann immer auf die Internetseite der Organisation gehen und nachsehen, ob diese überhaupt etwas mit der Mail zu tun hat. Es kursieren z.B. E-Mail-Petitionen, die angeblich von Peta stammen, ohne dass Peta etwas davon weiss. Solche Petitionen werden nie irgendwo eingereicht und sind reine Verschwendung der Zeit der vielen engagierten Tierschützer, die sich die Zeit genommen haben, ihren Namen einzutragen.
  4. Nicht alles glauben, was in einer E-Mail steht. Wenn z.B. in einer E-Mail als Quelle eine Internetadresse angegeben wird, lohnt es sich, diese Quelle zuerst zu lesen, um sicherzugehen, dass die E-Mail auch wirklich das wiedergibt, was auf dieser Internetseite geschrieben steht. Fehlt eine Quelle (z.B. wenn es darum geht, ein Gesetz zu ändern), sollte man sich die Mühe machen und das Gesetz zuerst suchen und lesen. Bevor man die E-Mail weiterleitet, kann man dann den Link zum betroffenen Gesetz einfügen.

Weshalb kann man sich diese kurzen Kontrollen nicht ersparen und einfach jede E-Mail, die sich interessant liest, weiterleiten? Die Flut der E-Mails wird immer grösser (auch wegen der unzähligen Petitionen). Irgendwann ist bei jedem Aktivisten die Grenze erreicht, wo nur schon die zeitliche Belastung, alles zu lesen und zu reagieren, zu gross wird. Es ist schade, wenn durch eine ungehemmte Informationsflut die wirklich wichtigen Mails immer mehr untergehen und die einzelnen Aktionen so immer weniger Unterstützung erhalten. Wenn man sich bei jeder E-Mail, die man weiterleiten möchte, zuerst überlegt, ob dies überhaupt Sinn macht, verhilft man den vielen sinnvollen und wichtigen Aktionen zu mehr Beachtung.

Renato Pichler

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