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Tiere – die unbekannten Gefährten

Mit Tieren kommen wir Menschen im Alltag nur noch selten in Kontakt (ausser man hat ein Haustier). Und wenn wir ihnen begegnen, dann können wir beobachten, wie die meisten wie Ware behandelt werden, mit der nach Lust und Laune umgegangen werden kann. Schreckliche Experimente werden mit ihnen durchgeführt, ihr Lebensraum wird zerstört, sie werden gefangen gehalten und getötet, um sich den Luxus von einem Stück Fleisch gönnen zu können. Offensichtlich ist vielen nicht bewusst, mit welch aussergewöhnlichen Lebewesen wir diesen Planeten teilen dürfen. Dies liegt in erster Linie daran, dass nur wenige Forschungen gemacht wurden, um das Gefühlsleben der Tiere zu analysieren. Dabei machen Menschen, die sich mit dem Verhalten der Tiere beschäftigen, immer wieder neue, erstaunliche Beobachtungen. Einige Beispiele gefällig?

Goldfische: Gedächtniskünstler

Ein 15-jähriger Schüler aus Australien zweifelte an der Theorie, dass Goldfische gerade mal ein Erinnerungsvermögen von 3 Sekunden haben und es deshalb nicht so schlimm sei, sie in kleinen Gläsern zu halten, da sie sich sowieso nicht daran erinnern könnten, wo sie vor 4 Sekunden herumgeschwommen seien. So untersuchte er selber, wie gut das Erinnerungsvermögen von Goldfischen ist. Er platzierte ein Signallicht im Aquarium, dann wartete er 30 Sekunden und streute das Futter für die Goldfische drum herum. Dies wiederholte er drei Wochen lang, um damit für die Fische eine Verbindung zwischen Lichtquelle und Futter zu knüpfen. Während dieser drei Wochen veränderte sich die Zeit, bis die Fische zu dem Licht schwammen, drastisch. Anfangs dauerte es noch einige Minuten, später dann nur noch 5 Sekunden.

Danach entfernte der Junge das Signallicht aus dem Fütterungsprozess. 6 Tage später wiederholte er das Vorgehen mit dem Licht nochmals, und obwohl die Fische das Prozedere beinahe eine Woche lang nicht mitgemacht hatten, schwammen sie innert 4,4 Sekunden auf das Licht zu, in der Erwartung, gleich Futter zu bekommen.1

Border CollieHunde: Sprachtalente

Bereits vor einigen Jahren sorgte der Border-Collie Ric für Erstaunen, weil er 200 Spielzeuge voneinander unterscheiden und auf Zuruf apportieren konnte. Diese Leistung wird nun von Chaser, einer Border-Collie-Dame, getoppt. Sie hat innerhalb von drei Jahren die Namen für über 1000 Spielzeuge erlernt. Zudem versteht sie auch die Bedeutung verschiedener Oberkategorien, «Ball» zum Beispiel steht für die insgesamt 116 weichen Kugeln, «Frisbee» für 26 verschiedene Wurfscheiben. Bei dieser Topleistung kommen sogar die mit ihr arbeitenden Tierpsychologen an ihre Grenzen, denn teilweise kann die Hündin die Objekte zuverlässiger identifizieren als die mit ihr arbeitenden Wissenschaftler.2
Video: www.youtube.com/watch?v=KbI13nbDRRI

Schimpansen: Die besseren Mitarbeiter

Schimpansen arbeiten am Computer schneller und exakter als Menschen (im Versuch Studenten), wenn es darum geht, Zahlenreihen wiederzugeben, die nur kurz auf dem Testmonitor aufblinken. Dies ist das Ergebnis einer Studie japanischer Forscher an der Universität von Kyoto.

Vögel: Mathematiker und Handwerker

Wissenschaftler der Universität Cambridge haben nachgewiesen, dass Krähen wahre Meister im Umgang mit Werkzeug sind. Die Tiere sind imstande, mit Geschick einen Draht zu einem Haken zu biegen, um damit einen kleinen Behälter mit Futter aus einem grösseren Behälter zu angeln.3

Mutterliebe bei AffenAffen: Mitfühlende Freunde

Dass Tiere in ihrem Handeln durch Instinkte und Selbsterhaltungstrieb geprägt sind, gerät immer mehr ins Wanken. Besonders bei Affen erkennt man laufend Anzeichen dafür, dass sie bestimmte Verhaltensweisen zeigen, weil sie sich in Situationen hineinversetzen und diese begreifen können. Wissenschaftler nennen dies «Theory of mind».
Wie eine Gruppe Affen auf eben diese Weise um ihre Artgenossin trauerte, konnte vor Kurzem in einem Zoo in Schottland beobachtet werden. Zwanzig Jahre lang lebten die vier Schimpansen bereits zusammen, als die Äffin Pansy im Sterben lag. In dieser Situation versammelten sich die drei übrigen Schimpansen dann um sie. Kurz nach ihrem Tod hörten sie damit auf, sie zu streicheln und schauten in den Mund der Toten, hoben ihre Schultern, wie um sie wachzurütteln. Danach baute Pansys Tochter ein Nest neben ihrer Mutter, um die Nacht bei ihr zu verbringen. Eine Art Totenwache? Es scheint ganz so, dass das Tier verstanden hätte, dass seine Gefährtin nun für immer weg war.3

Ähnliches beobachtete der Verhaltensbiologe Frans de Waal im Taï National Park. Dort versorgten Schimpansen ihren durch einen Leoparden verwundeten Gefährten. «Sie entfernten Blut, wedelten die Fliegen weg, nahmen während der Reise Rücksicht auf den Verletzten», schreibt de Waal in seinem Buch «Das Prinzip Empathie», und: «Es ist ein Irrtum, dass die Natur ein egoistischer Kampf ums Leben ist. Die meisten Säugetiere überleben nicht, indem sie einander im Kampf ausstechen, sondern durch Kooperation, Fürsorge und Teilen.»3

Kooperation, Fürsorge und Teilen: Die Bedeutung dieser drei Worte sollten sich auch die Menschen für ihr tägliches Zusammenleben immer wieder bewusst machen.

Bernadette Raschle