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Dioxine und andere Gifte

Einmal mehr rüttelten die Produzenten tierischer Nahrungsmittel die Konsumenten auf.
Erst fand man mit Dioxin verseuchte Eier, dann entdeckte man das Gift im Geflügelfleisch und später auch im Schweinefleisch.

Dioxine

Dioxine entstehen hauptsächlich als Nebenprodukte in der chemischen Industrie und bei Kehrichtverbrennungsanlagen. Es kann jedoch heute durch technische Einrichtungen das Austreten in die Umwelt grossteils vermieden werden. Da sich die Dioxine in der Natur kaum zersetzen, reichern sie sich überall an. Besonders hohe Konzentrationen findet man bei fleischfressenden Tieren (inkl. Menschen), da mit jeder Stufe der Nahrungskette eine höhere Konzentration der Giftstoffe entsteht.

Woher?

Diesmal gelangte das Gift über verseuchtes Billigtierfutter in die Nahrungskette. Die Tiere haben dann das Gift (wie jedes andere Gift auch) in ihrem Körper noch einmal höher konzentriert. Dieses Problem mit der Verlängerung der Nahrungskette über das Tier ist bekannt. Es wird jedoch weitgehend ignoriert und noch nicht einmal bei solchen Lebensmittelskandalen thematisiert.

Weshalb?

Dass der Skandal seinen Ursprung in Deutschland hatte, ist kaum ein Zufall: Die «Geiz ist geil»-Mentalität hat in Deutschland die Lebensmittelpreise seit Jahren immer mehr heruntergedrückt. Die Produzenten wurden dadurch gezwungen, immer billiger zu produzieren. Darunter leiden nicht nur die vielen «Nutztiere» und die Umwelt, sondern auch die Qualität der Produkte.

Normal?

Der Skandal mit dem verseuchten Futter erweckte den Eindruck, dass tierische Nahrungsmittel ansonsten gesund wären.
Dass die Schadstoffbelastung aller tierischen Nahrungsmittel grundsätzlich höher ist als die der pflanzlichen Nahrungsmittel, ist jedoch ein Naturgesetz, das auch ausserhalb dieser «Skandalzeiten» gilt.
Dies wurde auch bei Stichproben1 von Fleisch und Milch von Freilandrindern letzten Dezember in Nordrhein-Westfalen bestätigt: Einige dieser tierischen Produkte überschritten die Grenzwerte für Dioxin, obwohl die Rinder weiden durften.
Das wenige Dioxin, das die Weideflächen enthielten, reichte aus, um im Körper der Rinder zu einer zu hohen Konzentration aufsummiert zu werden.

Der Mensch: ein Tier?

Auch der menschliche Körper bildet keine Ausnahme: Auch er summiert die Giftstoffe aus der Nahrung weiter auf.
Am besten lassen sich die fettlöslichen Giftablagerungen im menschlichen Körper über die Belastung der Muttermilch testen. Schon vor über 5 Jahren konnte das Resultat mehrerer Studien im Vegi-Info nachgelesen werden:

Belastung der Muttermilch in Nanogramm pro Gramm Milchfett:

Fleischesserinnen: 2,47 100 %
Vegetarierinnen: 1,65 67 %
Veganerinnen: 0,31 13 %


Dieses Resultat ist nicht erstaunlich, wenn man betrachtet, welche Nahrungsmittel am meisten zur Aufnahme von Dioxinen und PCB beitragen (ganz ohne irgendeinen Skandal): 92% stammen von tierischen Produkten.2

Renato Pichler

 

Fussnoten:

  1. «Das vergessene Dioxin bei Rindern», Deutschlandfunk, 14.1.2011
  2. Gemäss Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Siehe Bericht im Vegi-Info 2009/4