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Antibiotika im Fleisch

Zwar ist nicht unbekannt, dass in der Nutztierhaltung Antibiotika verwendet werden, doch wie hoch dieser Einsatz wirklich ist, wird von der Fleischindustrie möglichst verheimlicht oder schöngeredet.

So dürfen offiziell seit 1999 keine Antibiotika mehr an Tiere verabreicht werden, wenn dies zur Leistungsförderung dient. Bei kranken Tieren ist der Einsatz aber nach wie vor erlaubt und wird auch praktiziert. Durch schlechte Haltungsbedingungen und die Vielzahl der Tiere, die auf engstem Raum zusammenleben, ist die Ansteckungsgefahr mit Krankheiten enorm hoch. So wurden in der Schweiz allein im Jahr 2008 über 73 Tonnen1 dieser Medikamente den sogenannten Nutztieren verabreicht. Das Problem dieses enormen Antibiotikaeinsatzes ist, dass dadurch immer mehr Bakterien resistent gegen die Behandlung der eingesetzten Antibiotika werden. Die Übertragung von Antibiotikaresistenzen vom Tier auf den Menschen zählt zu einem der grössten Probleme in der Nutztierhaltung. Gemäss dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic setzt sich in der Schweiz der Trend zu mehr Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin aber weiterhin fort. Dabei werden nun auch vermehrt moderne Wirkstoffe eingesetzt, die in der Humanmedizin als sogenannte Reserveantibiotika gelten. Diese werden bei Menschen vor allem dann eingesetzt, wenn herkömmliche Wirkstoffe nicht wirksam sind oder sich Resistenzen gebildet haben.
Durch den Fleischkonsum nimmt der Mensch aber diese resistenten Bakterien auf und dies führt dazu, dass bei wirklich ernsthaften Erkrankungen viele Antibiotika gar nicht mehr wirken und die Ärzte immer wieder machtlos zusehen müssen, wie Patienten deshalb sterben.

Vegetarische Ernährung hilft

Koreanische Forscher haben kürzlich eine interessante Untersuchung durchgeführt. Dabei ging es darum festzustellen, wie die Giftstoffe, die sich in unserem Körper befinden, mit der Ernährung zusammenhängen. Am Anfang der Untersuchung wurden bei den Probanden, die sich allesamt konventionell ernährten, untersucht, wie viele Antibiotika- und Phtelaterückstände2 sich in ihrem Urin befanden. Danach mussten sich die Testpersonen fünf Tage lang vegetarisch ernähren. Als nach diesem kurzen Zeitraum erneut Urinproben genommen wurden, stellten die Forscher fest, dass sich die Menge der Giftstoffe in ihren Körpern drastisch reduziert hatte. Besonders die Werte der in der Nutztierhaltung verwendeten Antibiotika waren nach diesem Fünf-Tage-Programm tiefer. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist klar:
Fleisch erhöht die Aufnahme von Antibiotika und anderen Giftstoffen.3

Bernadette Raschle

1 www.swissmedic.ch/marktueberwachung/00147/00644/
2 Phtelate sind Weichmacher, die sich zum Beispiel im Plastik befinden und durch die Verpackung auf Lebensmittel übertragen werden können.
3 Zusammenfassung zur Studie (auf Englisch): www.grist.org/article/Industrial-meat-comes-with-antibiotics-and-endocrine-disruptors

 

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