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WeizenEine Ernährung für alle!

Wie lange versuchen angebliche Experten noch, die Augen vor der Wahrheit zu verschliessen?

In 40 Jahren werden über 9 Milliarden Menschen unsere Erde bevölkern. Wie diese Bevölkerung ernährt werden soll, stellt die Welternährungsorganisation FAO schon jetzt vor grosse Probleme. Aus diesem Grund trafen sich im Oktober 2009 etwa 300 von der FAO geladene Experten in Rom, um dort die Problematik der zukünftigen Ernährungssicherung für die Menschheit zu besprechen.
Das Ergebnis dieser Expertenrunde ist das gleiche, wie schon in den sechziger Jahren ausgehandelt wurde. Schon damals sah man sich mit der Problematik der Versorgung der ständig wachsenden Menschheit konfrontiert, und schon damals war die einzige Lösung eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion.

Mehr Übergewichtige als Hungernde
Dabei hat diese Massnahme – neben nicht wieder gut zu machenden Umweltschäden – noch zu einem weiteren grossen Problem geführt: Das vorhandene Überangebot an Nahrungsmitteln und die schier unbegrenzte Vielfalt der unterschiedlichsten industriell hergestellten, vitalstoffarmen Produkte ist dafür verantwortlich, dass mittlerweile 1,2 Milliarden Menschen weltweit an Übergewicht leiden. Demgegenüber stehen 1 Milliarde Menschen, die zu wenig zu essen haben. Das Problem scheint also nicht zu sein, dass die Erde nicht genügend Nahrungsmittel produzieren kann, sondern liegt vielmehr in der ungerechten Verteilung der Güter. Markus Arbenz, Direktor der IFOAM, der internationalen Dachorganisation für den ökologischen Landbau, bestätigt: Heute werde ein Viertel mehr Nahrung produziert, als für die Versorgung der Menschheit tatsächlich nötig wäre. Deshalb lautete seine Forderung: «Der Mensch muss in den Vordergrund, nicht die Technik.» Eine Steigerung der Produktion macht keinen Sinn, solange die wertvollen Rohstoffe nicht dahin kommen, wo sie so dringend benötigt werden. Es ist besser, das Loch im Eimer zu flicken, als immer mehr und mehr Wasser nachzuschütten.

Ursachen der Nahrungsmittelkrise
Spekulationen mit Nahrungsmitteln ein gewichtiges Problem. Sie sind dafür verantwortlich, dass Produkte in erster Linie dort verfügbar sind, wo am meisten dafür bezahlt wird, und nicht dort, wo sie wirklich benötigt werden. Auch die politische und gesellschaftliche Situation in den Drittweltländern ist ausschlaggebend. Denn das starke soziale Ungleichgewicht und die Unterdrückung der Rechte von Bauern sind nicht unschuldig an dieser Situation. Diese Probleme aber auf politischem Wege zu lösen, ist praktisch unmöglich. Die globalen Zusammenhänge machen das Ernährungssystem zu undurchsichtig und unkontrollierbar. Realistisch betrachtet, erreicht man demnach nichts, indem man mit dem Zeigefinger auf die Politiker verweist und ihnen die Verantwortung für die Lösung dieser Probleme überträgt. Die Entscheidung muss bei jedem Einzelnen fallen. Denn wer sich über die Hintergründe der Nahrungsmittelknappheit informiert, der weiss, dass die Tierindustrie einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die Welternährung hat. Durch die Verlängerung der Nahrungskette über das Tier werden 7−16 Kilogramm Getreide oder Sojabohnen, bis zu 15000 Liter Wasser und 323 m2 Weideland für die Herstellung von nur einem Kilo Rindfleisch vergeudet. Auch wenn wir gesehen haben, dass nicht die Menge der produzierten Nahrung ausschlaggebend ist, sondern die Art der Verteilung, so hat unsere persönliche Entscheidung, was wir essen, doch einen wichtigen Einfluss darauf, ob auch für die ärmeren Leute noch genug Nahrung vorhanden ist. Denn der Grossteil des in Drittweltländern angebauten Getreides fliesst in Form von Fleisch oder direkt als Futtermittel in die Industrieländer, um dort die übersättigten Mäuler zu stopfen. Durch die vegetarische Ernährung kann dieser Überfluss dazu verwendet werden, den Mangel in der Dritten Welt zu verringern. Denn ein Rückgang in der Nachfrage hierzulande wirkt sich auf die Händler und Hersteller aus und sorgt dafür, dass längerfristig immer weniger wertvolles Getreide für die Fleischproduktion verschwendet und dafür in pflanzliche Produkte investiert wird.
Anstatt darauf zu warten, dass Politiker und Experten ein Wundermittel gegen das Welthungerproblem erfinden, ist es sinnvoller, für sich selbst die Entscheidung zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und seinen Beitrag für die Sicherung der Welternährung zu leisten.
Die FAO hat vorhergesagt, dass sich der weltweite Fleischkonsum in den nächsten Jahrzehnten noch verdoppeln wird. Dies würde zu einer noch nie da gewesenen Hungerkrise führen, da es unmöglich ist, weltweit so viel Fleisch bzw. Futtermittel anzubauen. Dies würde dazu führen, dass die Nahrungsmittel von Jahr zu Jahr immer teurer werden und sich immer mehr ihr Essen nicht mehr leisten können, weil es als Futtermittel von den reichen Nationen aufgekauft wird.

Die SVV hat zusammen mit dem ehemaligen Europa-Parlamentarier Jens Holm und EVANA am Weltvegetariertag eine Petition an die Vereinten Nationen eingereicht. Darin wird gefordert, dass die vegetarische Ernährung endlich als Lösung für das Problem der Welternährung berücksichtigt wird.
Der vollständige Inhalt der Petition kann im Internet nachgelesen werden: http://un.evana.org/

Bernadette Raschle