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Klimaverhandlungen in Kopenhagen vom 7. bis 18. Dezember 2009

Obwohl die Klimaverhandlungen erst nach Redaktionsschluss starteten, gab es im Vorfeld schon einige Anzeichen, dass einem der Hauptverursacher des Klimawandels kaum Beachtung geschenkt werden wird.

COP15 LogoDie dänische Vegetariervereinigung hat die Veranstalter (das Aussen- und Klimaministerium Dänemarks) vor Beginn der Vorbereitungen zur Konferenz darauf hingewiesen, dass es sinnvoll wäre, an einer solchen weltweiten Klimakonferenz eine vegetarische Verpflegung anzubieten. Die zuständige dänische Behörde lehnte dies leider ab. Theoretische Diskussionen über das Klima werden also befürwortet, wenn es aber um einen persönlichen Einsatz für das Klima geht, ist das Klima plötzlich nicht mehr so wichtig.
Die SVV hat den Bundesrat Moritz Leuenberger, der auch an der Konferenz teilnehmen wird, angefragt, ob er das Thema Fleischkonsum einbringen wird. Seine Antwort:
«Im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen wird der Landwirtschaftssektor ebenfalls debattiert. In diesem Zusammenhang kommen namentlich die Methanemissionen aus der Viehhaltung zur Sprache. Es steht deshalb ausser Zweifel, dass die Staatengemeinschaft erkannt hat, dass der Klimawandel unser traditionelles Entwicklungsmodell in Frage stellt und dass der Kampf gegen die Klimaerwärmung zwingend über eine Veränderung unseres Konsumverhaltens und damit auch unserer Ernährung erfolgen muss. Dieses Bewusstsein wird in der einen oder anderen Form in der Vereinbarung von Kopenhagen zum Ausdruck gebracht werden.»
Das Thema wird also nicht als eigener Punkt angesprochen und steht nicht offiziell auf dem Programm. Gemäss Bundesrat Leuenberger wird es aber zur Sprache kommen, da es unausweichlich ist.
Da es also kein offizieller Programmpunkt ist und kein Staat bisher irgendwelche Anstrengungen unternommen hat, die Ernährung beim Klimaschutz mit einzubeziehen, wäre es eine sehr grosse Überraschung, wenn auch nur ein Wort zu den Auswirkungen des Fleischkonsums auf das Klima im Abschlusspapier der Konferenz enthalten sein würde.
Ob jedoch ein solch kleines «Wunder» tatsächlich passierte, wird erst bekannt sein, wenn Sie das Heft gerade in Händen halten.
Die SVV hat selbstverständlich ihr Möglichstes getan, um das Thema Fleischkonsum bei den Verhandlungen einzubringen. Wir waren im Kontakt mit der dänischen Vegetariervereinigung und haben ihnen Informationsmaterial zur Verfügung gestellt. Unsere Klimaschutzkarte wurde zudem auf Dänisch (und natürlich Englisch) übersetzt, um sie in Dänemark auch verbreiten zu können.

Selbstverständlich wird auch Dr. Rajendra K. Pachauri, Vorsitzender des Weltklimarates, an der Konferenz teilnehmen. In seinen Vorträgen betonte er immer wieder, wie wichtig es sei, zugunsten des Weltklimas aufzuhören, Fleisch zu essen. Er selbst lebt selbstverständlich auch vegetarisch. Ob er das Thema auch an dieser Konferenz einbringen wird, ist leider nicht bekannt.
Auch Professor Lord Nicholas Stern (bekannt durch seinen "Stern-Report") von der London School of Economics and Political Science (LSE) betonte bereits die Nachteile des Fleischkonsums auf das Klima.
Bleibt zu hoffen, dass an dieser Konferenz nicht jeder darauf wartet, bis dieses wichtige Thema von jemand anderem angesprochen wird.
Auch der Präsident der USA, Barack Obama, wird an der Konferenz erscheinen. Von ihm ist bekannt, dass er die Nachteile des Fleischkonsums auf das Klima kennt, er aber seinen Genuss der Rettung des Weltklimas vorzieht. Deshalb ist von ihm mit Sicherheit nicht zu erwarten, dass er dieses Thema von sich aus ansprechen wird.

Renato Pichler

Weitere Infos:

Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 15.12.2009

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