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Greenpeace Inserat FleischhungerGreenpeace hat endlich beschlossen, seine Augen vor den Auswirkungen unseres Fleischkonsums nicht mehr zu verschliessen.
Zumindest, was die Folgen im Ausland betrifft.

Greenpeace und WWF Schweiz: «Essen Sie weniger Fleisch»

In früheren Vegi-Info-Ausgaben haben wir die Worte und Taten von Greenpeace Schweiz und WWF Schweiz in unserem Organisationenporträt etwas genauer unter die Lupe genommen (siehe Vegi-Info 2007/4 und 2008/1). Zum damaligen Zeitpunkt konnten uns die beiden Umweltschutzorganisationen noch keine einzige Aktion nennen, bei der der Fleisch- und Fischkonsum infrage gestellt wurde. Umso mehr freut es uns, dass sich aus vegetarischer Sicht in der Zwischenzeit einiges positiv bewegt hat.

Anfang Juni veröffentlichte Greenpeace den Report «Slaughtering the Amazon», welcher bestätigt, dass 80% des abgeholzten Urwalds in Brasilien für die Rinderzucht verwendet werden. Die Organisation zeigte sich hinsichtlich dieses Ergebnisses schockiert und spricht die Ursache für dieses Problem klar an: «Der Urwald wird von den Rindern regelrecht aufgefressen», sagt Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace. «Dieser Wahnsinn muss sofort gestoppt werden, andernfalls hat das katastrophale Folgen für das weltweite Klima und den Erhalt der Artenvielfalt.»
Greenpeace Schweiz fordert deshalb unter anderem, dass die Rinderzucht im Amazonasgebiet nicht länger subventioniert wird, und ruft dazu auf, kein Fleisch aus Brasilien zu konsumieren und den Fleischkonsum generell zu reduzieren!
Ausserdem macht Greenpeace darauf aufmerksam, dass Leder nicht nur ein Abfallprodukt der Fleischindustrie ist, sondern ebenfalls ein lukrativer Geschäftszweig, mit dem sich gutes Geld verdienen lässt.

Aber auch beim WWF Schweiz tut sich etwas. Auf seiner Homepage findet man eine Liste mit verschiedenen Tipps für den umweltfreundlichen Alltag. In der Rubrik Ernährung kann man folgenden Hinweis lesen: «Geniessen Sie vermehrt Vegetarisches» oder auch diesen Tipp: «Essen Sie mehr Gemüse und Früchte und weniger Fleisch. Dann werden auch weniger Futtermittel importiert, für deren Produktion möglicherweise Tropenwald abgeholzt wurde.» Vor Kurzem veröffentlichte der WWF Schweiz zusammen mit der Migros ein Stickerheft für Kinder, in dem steht: «Iss weniger Fleisch. Rinder und Schweine werden häufig mit Soja gefüttert. Dafür werden grosse Flächen von Tropenwald abgeholzt, um Platz für Sojafelder zu schaffen.»

Zwar geht es Greenpeace und WWF Schweiz einzig darum, den Regenwald zu retten. Die Millionen von Rindern, die in riesigen Viehherden leben und sterben müssen, interessieren die Artenschutzorganisationen nicht. Dennoch ist es gut möglich, dass sich der eine oder andere Aktivist durch diese Kampagnen vermehrt Gedanken darüber macht, was er eigentlich isst. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung wurde zudem schon gemacht: Verschiedene Detailhändler (Migros, Coop und Manor), die bis anhin Rindfleischprodukte aus heiklen Amazonasgebieten in Brasilien verkauften, haben gegenüber Greenpeace Schweiz angekündigt, künftig kein Fleisch mehr von solchen Importeuren zu beziehen. Das ist schon mal etwas, jedoch werden 1,2 Millionen Hektar des brasilianischen Regenwalds allein aus dem Grund gerodet, um darauf Soja für Futtermittel anzubauen. Auch die Schweiz bezog letztes Jahr 84% ihres Sojas aus Brasilien. Ob es sich dabei um die Herkunft aus kritischem Gebiet handelt, ist schwer eruierbar. Für eine Garantie, dass Lebensmittel aus Soja und insbesondere Fleisch von damit gefütterten Tieren nicht aus zerstörtem Urwald stammen, muss ihre Herkunft aus Brasilien und anderen Urwaldländern also völlig ausgeschlossen werden. Auf unsere Nachfrage zur Herkunft des Futtermittels für das verkaufte Fleisch bei Migros, Coop und Manor ist bis Redaktionsschluss noch keine Antwort eingetroffen. Dass aber Fleisch angeboten wird, welches indirekt an der Zerstörung des Regenwalds schuldig ist, scheint bei der Menge an importiertem Soja als sehr wahrscheinlich.

Bernadette Raschle

Nach dem ersten «Versuchsballon» im Stickerheft der Migros gibt der WWF nun eine vegetarische Rezeptbroschüre heraus.

Dass dies höchste Zeit war, zeigt sich darin, dass die Broschüre innert kürzester Zeit vergriffen war. Der WWF rechnete offensichtlich nicht mit einer solch grossen Nachfrage beim Thema Vegetarismus.
Der Tipp des WWF: «Isst man nicht mehr als 3 Mal pro Woche Fleisch, dann spart man 20 Prozent seines Ernährungs-Fussabdrucks ein.»
Eine rein vegetarische Ernährung wird im ganzen Heft nicht einmal in Erwägung gezogen. Der WWF tastet sich offenbar ganz langsam an das Thema heran, vor dem er die vergangenen Jahre immer wieder zurückschreckte.
Im Heft wird auf einer ganzen Seite für das Bio-Label geworben, das vegetarische Label aber mit keinem einzigen Wort erwähnt. Offenbar scheint man sich mit der vegetarischen Idee noch nicht so ganz angefreundet zu haben.
Dass das Heftchen weder auf eine vegetarische Homepage noch auf die SVV hinweist, versteht sich von selbst.

Weitere Infos: Panda-Zmittag