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Schutzanzug GrippevirenSchweinegrippe: Alle Jahre wieder – die wiederkehrende Angst vor Seuchen

Wie real ist die Bedrohung einer weltweiten Pandemie tatsächlich?

Die Medien verursachen derzeit wieder einmal einen Rummel um eine neue Seuche, die angeblich die ganze Menschheit bedroht. «EU erwartet Tote», «Ein Drittel der Menschheit könnte erkranken» und «Urlauber unter Quarantäne» lauten die angsteinflössenden Schlagzeilen, die täglich in der Presse zu lesen und zu hören sind. Noch vor drei Jahren wurde das Schreckgespenst einer weltweiten Pandemie, ausgelöst durch das Virus H5N1, das Vogelgrippevirus, in die Köpfe der Menschen eingebläut, vorher war es BSE und heute eben die Schweinegrippe. Wovon sind wir nächstes Jahr bedroht und ist eine Bedrohung durch eine weltweite Seuche überhaupt so real, wie es uns die Berichterstattung weismachen will?

ThermometerFakten zu Grippeerkrankungen

Fakt ist, dass aufgrund der Schweinegrippe etwa 61 Tote und 5200 Infizierte gemeldet wurden, wobei die Anzahl der Neuerkrankungen derzeit rückläufig ist. Im Gegensatz dazu erkranken jährlich drei bis fünf Millionen Menschen ernsthafter an der gewöhnlichen Grippe, in deren Folge zwischen 250000 und 500000 Menschen sterben. Diese Zahlen beruhen auf Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Fleischkonsum verursacht Seuchen. Weil die Massentierhaltungen die Quellen der Seuchen darstellen.

Auch wenn über 60 Tote auf den ersten Blick viel erscheinen, so wird diese Zahl im Vergleich zu den weltweiten Todesfällen einer normalen Grippe relativiert. Objektiv gesehen, besteht deshalb kein Anlass, sich von dem Medienhype um das neue Virus anstecken zu lassen. Was steckt also dahinter?
Einerseits bringt die Vision einer gefährlichen Krankheit die Kassen der Pharmakonzerne kräftig zum Klingeln. Das lange Jahre unbeachtete Tamiflu wurde dadurch nicht nur zu einem Milliardengeschäft während der Vogelgrippe, sondern wird auch erneut als einziger Schutz vor der Schweinegrippe vermarktet. Dabei hat sich bereits vor einigen Jahren gezeigt, dass dieses Mittel lediglich zur Beruhigung der Bevölkerung dient. Denn noch immer gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis für die tatsächliche Schutzwirkung von Tamiflu auf die Grippeviren.
Andererseits sind Nachrichten über Seuchen aber auch für die Medien ein willkommenes Ereignis, da sie ohne viel Aufwand ein Thema haben, wofür sich jeder interessiert und womit sie ihre Verkaufszahlen erhöhen können.

Schweinestall

Schweinegrippe

Die Schweinemäster haben verständlicherweise keine Freude am Ausdruck «Schweinegrippe», weil sie Angst haben, dass ihr Umsatz dadurch zurückgehen könnte.
Obwohl heute feststeht, dass ohne die Massenschweinehaltung die neue Grippe nie hätte entstehen können, hat der Bund nachgegeben und spricht nur noch von der Grippe A (H1N1).

Fleischkonsum macht also auch indirekt krank: Indem man damit die Massentierhaltung als Quelle der Krankheiten unterstützt.

Die Angst vor Seuchen schlummert in uns

Bezeichnend für diese Seuchen ist, dass alle ihren Anfang in den Massenbetrieben der Tierindustrie haben. So wurde der erste Fall der Vogelgrippe auf einer Hühnerfarm in Asien festgestellt und bei der Schweinegrippe war es ein Schweinezuchtbetrieb in Veracruz (Mexiko), in dem die Erkrankung zum ersten Mal nachgewiesen wurde. Zwei Betriebe von vielen, in denen Tausende von Tieren unter katastrophalen Bedingungen leben müssen – kein Wunder, dass Krankheiten in dieser Umgebung ein leichtes Spiel haben. Doch solange keine Menschen dabei zu Schaden kommen, kümmert sich niemand um die Zustände in der Massentierhaltung. Und selbst wenn immer wieder neue Krankheiten aus den Betrieben hervorgehen, Politiker und Wissenschaftler werden nicht müde zu betonen, dass durch den Konsum von Fleischprodukten keine Gefahren für den Mensch drohen. Woher sie diese Gewissheit nehmen, bleibt ihr Geheimnis. Viel mehr geht es ihnen darum, den Schaden für die Fleischindustrie möglichst gering zu halten und die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen. Viele Leute geben sich mit dieser Auskunft aber auch leichtfertig zufrieden und begnügen sich damit, die Verantwortung für ihre eigenen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten abgeben zu können. Ausserdem gehört es in der zivilisierten Welt ja auch zum guten Ton, die zum Verzehr bestimmten Tiere möglichst «artgerecht» und mit möglichst viel Auslauf zu halten. Es beruhigt das Gewissen, wenn immer wieder betont wird, wie wichtig es ist, Bio-Fleisch oder Fleisch vom Bauern nebenan zu kaufen. Doch unterbewusst lässt sich eines nicht verdrängen: Schlussendlich muss jedes Tier – egal wie gut es gelebt hat – für das Schnitzel auf dem Teller getötet werden. Vielleicht ist es ja deshalb das schlechte Gewissen, das den Menschen insgeheim plagt und das ihm Angst vor einer weltweiten Seuche macht. Denn vielleicht spürt er irgendwo in sich, dass die Massentierhaltung und die andauernde Ausbeutung der Tiere irgendwann ihren Preis fordern werden.

Bernadette Raschle

Buchtipp:

T. Engelbrecht und C. Köhnlein: Virus-Wahn: Vogelgrippe (H5N1), SARS, BSE, Hepatitis C, AIDS, Polio: Wie die Medizin-Industrie ständig Seuchen erfindet und auf Kosten der Allgemeinheit Milliarden-Profite macht. Emu-Verlag
Infos im Internet: www.initiative.cc/Artikel/2009_05_01_schweinegrippe.htm