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Ruediger Dahlke: Vortrag in Winterthur

Aus der Region oder besser umweltverträglich?

Sind lokal produzierte Nahrungsmittel immer ökologischer als importierte?

Lastwagentaufe

Eigener Transport

Was oft vergessen geht: Rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen des Transportes von Nahrungsmitteln entstehen nicht beim Transport bis in die Läden, sondern vom Laden zum Endverbraucher. Es macht also selten Sinn, mit dem Auto weit zu fahren, um lokal produzierte Nahrungsmittel einzukaufen, wenn man in der Nähe zu Fuss dieselben Nahrungsmittel kaufen könnte, die von etwas weiter herkommen.

Verteilung

Wenn man sich den ganzen Lebenszyklus von Nahrungsmitteln ansieht, dann macht deren Transport nur ein Zehntel der gesamten Treibhausgasemissionen aus.

CO2 in g pro kg Lebensmittel
  frisch tiefgekühlt Konserve
Rindfleisch 13 500 14 350  
Geflügel 3500 4500  
Schweinefleisch 3000 4300  
Gemüse 150 400 500
Obst 450 >450 1200
Quelle: Öko-Institut, zitiert in Pendos CO2-Zähler

Produktionsort

Beim Vergleich verschiedener Herstellungsmethoden stellt man fest, dass z.B. ein lokal produzierter Apfel, der den ganzen Winter in einem Kühlhaus gelagert wurde, oft mehr Energie verbraucht hat als ein frisch geernteter, der eine halbe Weltreise hinter sich hat.
Auch sind im Treibhaus angepflanzte Nahrungsmittel rund 10-mal belastender für die Umwelt als im Freien angebaute Produkte. Wodurch eine Reise vom Süden (Freiland) in den Norden (Treibhaus) unter bestimmten Umständen ökologischer sein kann als der lokale Anbau.
Am besten ist es natürlich, wenn man saisonales, lokales Gemüse und Früchte kauft, die im Freien produziert wurden.

CO2-Anteil für Treibstoffverbrauch
Aus der Region 230 g/kg
Aus Europa 460 g/kg
Aus Übersee (Schiff) 570 g/kg
Aus Übersee (Flugzeug) 11 000 g/kg
Quelle: WWF Schweiz, zit. in Pendos CO2-Zähler

Eine Saisontabelle für Früchte und Gemüse kann vom Schweizer Obstverband vom Internet heruntergeladen und als kleiner Faltprospekt bestellt werden: www.swissfruit.ch oder bei der SVV.

Was statt woher

Die Verlängerung der Nahrungskette über das Tier (Rind, Schwein etc.) verursacht mehr Treibhausgasemissionen als der Transport von Nahrungsmitteln.
Wer also lokal produziertes Fleisch einkauft, schädigt die Umwelt mehr, als wenn stattdessen importierte pflanzliche Nahrung gekauft wird. Am schlimmsten sind in dieser Hinsicht Rindfleisch und Milchprodukte.
Hinzu kommt, dass bei «lokal produzierten» tierischen Produkten das Futter der Tiere durchaus weite Strecken zurückgelegt haben kann (z.B. aus Brasilien).

Könnte man die gesamten Transportkilometer von Nahrungsmitteln, die man einkauft, auf null senken, würde dies das Klima weniger entlasten, als wenn ein Fleischesser jeweils einen Tag pro Woche auf pflanzliche Produkte umsteigen würde.

Zusammenfassung

Wer also etwas für die Umwelt tun möchte, sollte beim Einkauf auf jeden Fall zuerst einmal pflanzliche Produkte den tierischen vorziehen. So lassen sich am meisten Treibhausgase einsparen. Danach können die verschiedenen Faktoren wie Flugtransport, umweltschonende Produktionsart und lokale Produktion in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden.

Renato Pichler

Quelle (u.a.): World Watch Institute: «Is Local Food Better?» von Sarah DeWeerdt
www.worldwatch.org/node/6064?emc=el&m=227941&l=4&v=e40a034b55

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Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 23.3.2011






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