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Das BAG-Gebäude in BernBericht Ernährungsplattform des BAG vom Mai 2009

Die Ernährung ist unser Treibstoff, sie steht im Zentrum unseres Lebens. Das Bundesamt für Gesundheit BAG führt zusammen mit der Eidgenössischen Ernährungskommission EEK seit 2000 Ernährungsplattformen durch, je eine im Frühjahr und Herbst. An diesen Veranstaltungen nehmen als Referenten wie als Zuhörer Personen aus dem Bereich Gesundheitsförderung durch Ernährung und Bewegung teil. Das Ziel der Ernährungsplattform ist der Informationsaustausch zwischen BAG, EEK und Praktikern. Eine kurze Zusammenfassung der Veranstaltung vom 5. Mai aus vegetarischem Blickwinkel.

Keine Osteoporose ohne Milch

Das BAG und Ernährungsexperten behaupten nach wie vor, dass ein zu geringer Milchkonsum die Hauptursache für Osteoporose sei.
Das BAG unterstützt deshalb die Werbung für Milchprodukte vorbehaltlos und ignoriert jegliche Nachteile des Milchkonsums.
Eine weitere Studie kam nun einmal mehr zu dem Schluss, dass eine rein pflanzliche Ernährung (vegan) keinerlei negative Auswirkungen auf die Knochen hat. Da diese Studie nicht in die offizielle Politik der Schweiz passt, wird auch sie, wie alle anderen zuvor, ignoriert.

 

Veganism, bone mineral density, and body composition: a study in Buddhist nuns, Osteoporosis International, 7. April 2009. www.evana.org/?id=43569

Die Ernährungsplattform ist wie immer gut besucht, im Publikum wie am Rednerpult sind bekannte Gesichter zu erkennen.
Nach der Begrüssung stellt die EEK ihre neue Website vor. Es ist Renato Pichlers Einsatz zu verdanken, dass dort auch ein Expertenbericht über vegetarische Ernährung zu finden ist. Denn leider wird dem Thema Vegetarismus noch immer nicht die Wichtigkeit beigemessen, die ihm eigentlich gebühren würde. Umso erfreulicher ist dann aber die Tatsache, dass sich ein geplanter Expertenbericht dem ökologischen Aspekt der Proteinzufuhr widmen wird. Weitere Projekte in Vorbereitung sind die Aktualisierung der Lebensmittelpyramide und ein 6. Schweizerischer Ernährungsbericht, der auf das europäische Umfeld abgestimmt werden soll.
Die EU steht auch im nächsten Beitrag im Zentrum, ist doch die Zusammenarbeit des BAG und anderer Bundesämter mit den europäischen Kommissionen sehr eng. Die Freihandelsabkommen im Agrar- und Lebensmittelbereich mit Brüssel, welche voraussichtlich 2013 abgeschlossen sein sollen, betreffen die Lebensmittelsicherheit, die öffentliche Gesundheit, die Produktesicherheit und den Marktzugang.
Wollen wir mit der EU Schritt halten können und insbesondere Zugang zu ihrem internen Informationsaustausch behalten, müssen wir uns anpassen, so lautet die Devise. Konkret werden wir zum Beispiel das Lebensmittelrecht der EU 1:1 übernehmen. Hinterfragt wird diese Tatsache im Moment noch nicht. Die Vertreter des BAG versprechen sich nämlich viele Vorteile für die Konsumenten. Die Schweiz wäre damit an verschiedene Frühwarnsysteme, zum Beispiel im Hinblick auf weitere Lebensmittelkrisen, angeschlossen und sie könnte Einsitz in den europäischen Gremien nehmen. Voraussetzung sind die Angleichung der betroffenen Gesetzgebung sowie die Anerkennung der Gleichwertigkeit. Betroffen ist das gesamte Lebensmittelrecht, aber auch Vorschriften über Tiergesundheit, Tierschutz, Vermarktungsnormen, Pflanzenschutzmittel, Dünger, Futtermittel und Sortenschutz (siehe dazu Vegi-Info-Artikel: «Verbot für rund 150 alte Gemüse- und Kartoffelsorten?»). Dies wird an der Plattform nicht erwähnt, ist aber auf der Webseite des BAG lesbar. Weiter steht dort, dass in sogenannten sensiblen Bereichen Sonderregelungen gesucht werden, etwa bei den Marktzulassungsbestimmungen für genetisch veränderte Organismen oder bei gewissen Verordnungen des Tierschutzes.
Nach den Ausführungen aus dem BAG bleibt leider nur wenig Zeit für Fragen, damit auch noch weitere Organisationen ihre aktuellen Projekte in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bewegung vorstellen können.
Während der Pause steht frisches Obst zur Verfügung. Und zumindest in Pausengesprächen wird über Vegetarismus und die Probleme der fleischlastigen Ernährung rege diskutiert.
Denn wir können an noch so viele Frühwarnsysteme der EU und der ganzen Welt angeschlossen sein, es handelt sich dennoch um Symptombekämpfung. Um die Übel an der Wurzel zu packen, bräuchte es andere, eigentlich einfachere Massnahmen. Es wäre doch schön, wenn die Schweiz in diesem Bereich eine Vorreiterrolle spielen würde, anstatt in zig Flugmeilen der EU hinterherzujetten. Es ist unbestritten, dass eine engere Zusammenarbeit mit der EU unumgänglich und nötig ist, die Frage bleibt, wie hoch der zu bezahlende Preis ist.

Carine Allemann