Kopf SVV-Mitgliedschaft Breite einstellen

Die SVV heisst seit 2014: Swissveg

Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


Seite veraltet!
Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert! Unsere aktuellen Infos finden Sie auf unserer neuen Homepage: Swissveg.


«Wenn ich kein Fleisch esse, verändert dies doch nichts»

Behauptung: Es mag ja stimmen, dass der massenhafte Fleischkonsum weltweit die Klimaveränderung und den Welthunger verstärkt. Auch dass die Fleischproduktion sehr viele natürliche Ressourcen verbraucht (Wasser, Boden …) und dem Tierschutzgedanken widerspricht, mag stimmen. Aber ob ich viel, wenig oder gar kein Fleisch konsumiere, ändert daran doch nichts.

Obwohl diese hoffnungslose Einstellung («auf mich kommt es sowieso nicht an») weit verbreitet ist, trifft sie gerade bei der vegetarischen Ernährung aus mehreren Gründen nicht zu.

Nur das eigene Handeln kann die Welt verändern

Im Gegensatz zu Demonstrationen, Petitionen und ähnlichen Aktionen kann man durch eine vegetarische Ernährung selbst ganz konkret etwas tun. Die meisten anderen Aktionen laufen darauf hinaus, dass man von anderen Menschen verlangt, etwas zu tun. Die vegetarische Ernährung kann man jedoch niemandem delegieren. Sie beginnt immer bei sich selbst.
Dies macht es natürlich einfacher, sich anderen Themen zuzuwenden: Unterschriften sammeln oder für bessere Tierhaltung demonstrieren kann man nebenbei, ohne sein eigenes Verhalten ändern zu müssen.
Die vegetarische Ernährung hilft direkt: Im Laufe seines Lebens isst ein Durchschnittsschweizer über 1000 Tiere. Dies kann man direkt vermeiden, indem man sich pflanzlichen Nahrungsmitteln zuwendet.
Durch die Ernährungsumstellung erreicht man auch, dass mit dem eigenen Geld statt Schlachthöfe Gemüse- und Obstkulturen unterstützt werden. Und wer glaubt, dass der eigene kleine Beitrag nichts nützt, muss auch jede Form von Demokratie ablehnen, da dies immer die Summe der vielen kleinen Beiträge der Bürger ist.

Vorbildfunktion

Eine Demokratie funktioniert nur, wenn jede Person handelt, als sei sie das Vorbild für alle anderen.

Die Schweiz gilt weltweit als reiches Wohlstandsland und dient somit als Vorbild für viele Menschen auf der Welt: «Ich möchte auch einmal so reich sein, um mir all das leisten zu können, was man sich in der reichen Schweiz leisten kann.»
Würde in der Schweiz eine grosse Zahl der Einwohner vegetarisch leben, würde dies deshalb eine grosse Vorbildwirkung haben: Fleischkonsum wäre dann nicht mehr gleichbedeutend mit Wohlstand.
Ausserdem würden durch den grossen entstehenden Markt die Fleischalternativen immer besser werden. Wovon auch im Ausland profitiert werden könnte, da die Lebensmittelbranche heute international tätig ist.
Doch selbst im Kleinen hat das eigene Vorbild grosse Auswirkungen: Wie kann man sich glaubwürdig für die Tiere einsetzen, wenn man sie täglich umbringen lässt und aufisst? Oder wie glaubwürdig ist es, wenn man andere zu einem klimaschonenden Verhalten auffordert, selbst aber einer der klimaschädlichsten Angewohnheiten täglich nachgeht?
Man kann noch so viel erklären und diskutieren: Eindrücklicher als jede Theorie ist immer das persönliche Beispiel.

Solidarität

Mahatma Gandhi stammt aus einer wohlhabenden Familie. Aus Solidarität mit den ärmeren Bevölkerungsschichten Indiens hat er auf jeglichen Luxus verzichtet und glücklich ein einfaches Leben wie Hunderte Millionen anderer Inder geführt.
Auch wir können uns heute solidarisch zeigen mit denjenigen, die sich Fleisch gar nicht leisten können.
Nicht alles, was man sich leisten kann, macht auch glücklicher. Ausserdem war es noch nie so einfach wie heute, sich ohne Fleisch zu ernähren. Die Nahrungsmittelvielfalt lässt auch für Vegetarier kaum noch Wünsche offen.
Auch Gandhi hat für sich bewusst die vegetarische Ernährung gewählt.
Wer glaubt, sein Glück hänge davon ab, dass täglich in seinem Namen Tiere umgebracht werden, wird das echte Glück nie finden können.
Die vegetarische Ernährung ist aber nicht nur ein symbolischer Beitrag gegen den Hunger in der Welt, sie zeigt auch einen Weg auf, wie man vom selben Stück Land und mit derselben Wassermenge ein Mehrfaches an Nahrung gewinnen kann, indem man die Nahrungskette nicht künstlich über den Tiermagen verlängert.

Wasserverschwendung

In der Schweiz haben wir dank den Alpen keinen Trinkwassermangel. Vergessen wird jedoch, dass durch den Import von tierischen Nahrungsmitteln und Futtermitteln aus Ländern mit weniger guter Wasserversorgung viel «virtuelles» Wasser importiert wird: Der Anbau der Futtermittel benötigt viel Wasser, das in den Ländern dann für den Anbau eigener pflanzlicher Nahrungsmittel fehlt.

Jede Person, die keine Tiere mehr isst, trägt damit ganz konkret aktiv zur Schonung der Umwelt, der Tiere und sogar der eigenen Gesundheit bei. Es ist nicht nur eine Forderung an andere, sondern ein aktiver eigener Beitrag.

Renato Pichler

Weitere Infos: