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Weshalb oder weshalb eigentlich nicht?

Liebe Leserinnen und Leser
Gut informierten Vegetariern fällt es angesichts der vielen Gründe, die für eine vegetarische Ernährung sprechen, immer schwerer zu verstehen, weshalb sie sich dafür rechtfertigen sollen, keine Tiere zu verspeisen.
Für eine vegetarische Lebensweise sprechen alle Bereiche des Lebens: Es ist eine umweltschonendere, tierfreundlichere, mitfühlende, solidarische, ressourcensparende Lebensweise.
Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, in der das Töten und Aufessen von sogenannten Nutztieren eine Selbstverständlichkeit ist, die kaum hinterfragt wird.
Egal wie unsinnig und zerstörerisch eine Handlung auch ist: Wenn die Mehrheit der Menschen sie regelmässig tut, muss sie nicht mehr gerechtfertigt werden. Sobald man sich aber anders verhält als über 90 Prozent der anderen Menschen im eigenen Umfeld, muss man sich dafür verteidigen.
Genau dies erleben Vegetarier (und noch mehr Veganer) in ihrem Alltag: Sie müssen sich dafür rechtfertigen, keine Tiere zu töten, um sie aufzuessen. Es ist eigentlich eine absurde Situation, aber dennoch Realität.

Glücklicherweise ändert sich aber die Situation. Heute kommt es immer häufiger vor, dass sich Fleischesser mit den Worten verteidigen: «Ich esse auch nur noch selten Fleisch.» Dies ist ein positives Zeichen, auch wenn man die Aussage so umformulieren kann: «Um meinen Gaumen zu befriedigen, lasse ich nur noch ab und zu ein Tier für mich töten.»
Erstaunlicherweise gelten in unserer Gesellschaft nicht diejenigen als extrem, die tagtäglich Tiere töten lassen, um ihre Lust zu befriedigen, sondern diejenigen, die sich dazu entschlossen haben, keine Tiere mehr als blosse Nahrungsmittel anzusehen.

Was für Mechanismen in der Schweizer Gesellschaft ablaufen, welche diese Situation aufrechterhalten, wird im Hauptartikel «Bestandesaufnahme» aufgezeigt.
Jede gesellschaftliche grundlegende Veränderung braucht Zeit, insbesondere, wenn von der momentanen Situation viele Menschen profitieren.

Immerhin scheinen wir aber nun schon an einem Punkt angelangt zu sein, wo die Frage: «Weshalb sollte ich vegetarisch leben?» sich zur Frage «Weshalb lebe ich eigentlich noch nicht vegetarisch?» wandelt.
Die häufige Aussage «Ich esse ja auch nur noch wenig Fleisch» ist eine erste Tendenz in diese Richtung.

Renato Pichler
Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV)