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Organisationen-Porträt
In dieser Serie stellen wir Ihnen Organisationen aus dem Bereich Ernährung, Tierschutz und Umweltschutz vor. Wir zeigen deren Verhältnis zur vegetarischen Lebensweise in Worten und Taten auf.

Krebsliga Schweiz

Die Krebsliga der Schweiz bildet die Dachorganisation für 20 kantonale und regionale Ligen aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein.

Finanzierung und Organisation

Der gemeinnützige Verein kann als eine Art Bindeglied zwischen den Betroffenen einerseits und den Wissenschaftlern andererseits verstanden werden. Die Spendengelder werden deshalb auch in unterschiedlichen Projekten zur Forschungsförderung, Krebsprävention und zur Unterstützung von an Krebs Erkrankten verwendet.
Auch wissenschaftliche Forschungen werden von der Krebsliga finanziert. Dabei arbeitet die Organisation mit Experten aus verschiedenen Fachgebieten zusammen. «Wir arbeiten mit unabhängigen Fachleuten zusammen, die keine Pharmafirma (oder andere Firmen, die ihr Geld mit Krebs verdienen) vertreten. Also mit Medizinern/-innen, Fachleuten aus Instituten und Universitäten und Vertretern von Fachverbänden», teilt uns Ursula Zybach von der Krebsliga Schweiz auf Anfrage mit.

Ernährungsscheibe für KinderDie Ernährungsscheibe für Kinder der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) gibt Tipps für eine ausgewogene Ernährung. Es wird empfohlen viel Früchte und Gemüse zu essen. Der Fleischkonsum wird nicht angesprochen.

www.sge-ssn.ch

Nachtrag: die SGE distanzierte sich von unserem obigen Text im gedruckten Heft und legt grossen Wert darauf mitzuteilen, dass sie den Fleischkonsum empfiehlt.

Die Krebsliga und die vegetarische Ernährung

In ihren Ernährungsrichtlinien hält sich die Krebsliga an die von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) herausgegebene Lebensmittelpyramide (siehe Vegi-Info 2007/ 3), betont aber, dass das Fleisch auch weggelassen werden kann. Zusammen mit der SGE erstellte die Krebsliga Schweiz auch eine Broschüre «Krebs und Ernährung: So können Sie Ihr Krebsrisiko senken». Darin weist die Krebsliga direkt auf Alternativen zu Fleisch hin. So findet man in der Einleitung der Broschüre auch folgenden Hinweis: «Wer sich vorwiegend vegetarisch ernährt, Übergewicht vermeidet und nur wenig Alkohol trinkt, leistet einen wertvollen Beitrag zur Krebsvorsorge.» Die Broschüre erteilt auch einige Tipps zur Verringerung des Fleischkonsums, das Augenmerk liegt besonders auf rotem Fleisch wie Schweine-, Rind- oder Lammfleisch sowie Wurstwaren. Geflügel und Fisch werden dagegen als unbedenklich eingestuft. Allgemein scheint die Schweizerische Krebsliga sehr darauf bedacht zu sein, nicht direkt mit dem Vegetarismus in Verbindung gebracht zu werden. Nicht umsonst wird in der erwähnten Broschüre stets von geringerem Fleischkonsum, nicht jedoch vom Vegetarismus gesprochen.

Projekte der Krebsliga

Gleich verhält es sich auch mit den Präventionsprogrammen der Krebsliga. Zwar setzt sie sich für viele Projekte ein, die einen gesünderen Lebensstil propagieren (so zum Beispiel die Kampagne «5 am Tag», die einen vermehrten Obst- und Gemüsekonsum fordert), konkrete Aufforderungen zum Vegetarismus macht die Krebsliga aber nicht. Es ist also nicht weiter erstaunlich, dass der Vegetarismus bisher in keiner Kampagne der Krebsliga ein Thema war.

Fazit

Zwar findet man in der Krebsliga eine starke Verfechterin für eine gesunde Lebensweise und im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen steht sie auch dem Fleischverzicht durchaus positiv gegenüber.
Schade nur, dass sich die Krebsliga nicht konkret für den Vegetarismus stark macht.

Kontakt:

Krebsliga Schweiz
Effingerstrasse 40
Postfach 8219
3001 Bern
Tel.: 031 389 91 00
Fax: 031 389 91 60
E-Mail: info@krebsliga.ch
www.swisscancer.ch