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Ignoriert – ausgelacht – bekämpft – akzeptiert.

Liebe Leserinnen und Leser
Lange Zeit wurden die Vegetarier in der Öffentlichkeit ignoriert. Viele Vegetarier waren froh darum, sich nicht immer rechtfertigen zu müssen, und bemühten sich deshalb, nicht aufzufallen.
Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert: Die vielen Vegetarier kann man heute kaum noch ignorieren. Und die vielen Fakten, die alle für eine vegetarische Ernährung sprechen, können auch nur noch mit Mühe ignoriert werden. Deshalb sind heute viele Fleischesser froh, wenn man ihre Gewohnheit, Tiere zu essen, nicht anspricht.

Den Umschwung in der öffentlichen Meinung konnte man auch in der Medienberichterstattung zum Welt-Vegetarierkongress verfolgen: Die Berichte waren praktisch ausnahmslos positiv. Der Verantwortliche für den Kulturpalast in Dresden meinte sogar, dass noch nie so viel Medieninteresse für einen Anlass in diesem Gebäude vorhanden war.

Doch mit der neuen Stärke der vegetarischen Bewegung werden auch die Gegner radikaler. 105 Tage mussten Vegetarier bzw. Veganer in Österreich im Gefängnis ausharren, bevor sie (ohne je angeklagt zu werden!) freigelassen wurden. Ausser legalen Tierschutz-Aktionen konnte man ihnen nichts nachweisen. Ein solch übertriebenes Vorgehen der Wiener Justiz zeigt uns, wie stark die Angst der Fleischesser heute ist. Da sie keine Argumente für den Fleischkonsum vorbringen können, versuchen sie, die Vegetarier und Tierschützer einzuschüchtern, damit sie ihren Einsatz für das Wohl der Tiere aufgeben. Es wurde sogar einigen Inhaftierten eine frühere Freilassung in Aussicht gestellt, falls sie sich verpflichtet hätten, sich nie mehr aktiv für die Tiere einzusetzen (was natürlich alle abgelehnt hatten).
Das Gerichtsverfahren gegen die Tierschützer hat noch nicht begonnen, doch einen ersten Teilsieg haben die Tierschützer bereits erreicht. Mehr zu diesem Justizskandal in Österreich erfahren Sie natürlich in diesem Heft.

Das Schlimmste, was einer Bewegung passieren kann, ist, ignoriert oder nicht ernst genommen zu werden. Diese beiden Stufen haben wir grösstenteils hinter uns. Doch bevor ein allgemeiner Bewusstseinswandel zu einem neuen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen stattfinden kann, braucht es offenbar noch eine Phase der Konfrontation.
Da alle tierschützerischen, ethischen, ökologischen, ökonomischen und gesundheitlichen Argumente auf unserer Seite sind, werden wir auch diese letzte Phase vor der allgemeinen Akzeptanz überstehen. Bald wird es nicht mehr heissen: Weshalb isst du kein Fleisch?, sondern: Weshalb isst du noch immer Fleisch? Diese Frage wird dann viele Fleischesser in grosse Verlegenheit bringen.

Renato Pichler
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus