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Organisationen-Porträt
In dieser Serie stellen wir Ihnen Organisationen aus dem Bereich Ernährung, Tierschutz und Umweltschutz vor. Wir zeigen deren Verhältnis zur vegetarischen Lebensweise in Worten und Taten auf.

Logo STS

Schweizer Tierschutz (STS)

Den Verein «Schweizer Tierschutz» kennt in der Schweiz fast jeder. Er wurde bereits 1861 gegründet und hat heute über 30 Beschäftigte.
Mitglied können nur Tierschutzorganisationen werden. Seine 67 Mitglieder nennt der STS Sektionen.
Ausserdem hat der STS aber auch viele Gönner.
Durch seine konservative Tierschutzarbeit hat er grossen Einfluss auf Politik und Medien.

Finanzierung und Organisation

Die Delegierten der Sektionen sind das oberste Organ. Sie wählen den Zentralvorstand und bestimmen den Präsidenten. In ihrer Vereinsführung sind die Sektionen autonom.
Die STS-Sektionen bezahlen pro eigenes Mitglied Fr. 1.– als Mitgliederbeitrag. Ausserdem kommt ein Grossteil der Einnahmen durch die Gönner, Legate und Vermächtnisse.
Staatliche Subventionen erhält der STS nicht.
Durch seinen Namen «Schweizer Tierschutz» erhält der STS jedoch auch immer wieder Zuwendungen von anderen Organisationen (meist projektbezogen). Finanziell steht er deshalb sehr gut da.

Der STS und die vegetarische Ernährung

Der aktuelle Präsident des STS, Heinz Lienhard, ist Vegetarier. Dies hatte auch Einfluss auf die Arbeit des STS in den letzten Jahren. Dennoch führt der STS seine Veranstaltungen nicht immer vegetarisch durch. Wobei dies vermutlich hauptsächlich auf die STS-Sektionen zurückzuführen ist, die weit davon entfernt sind, vegetarisch orientiert zu sein.
Wir haben den Geschäftsführer des STS, Hansuli Huber, auch direkt nach der Einstellung des STS zum Vegetarismus gefragt:
«Der STS hat in vielen seiner Publikationen auf die vegetarische Ernährung, deren gesundheitlichen Vorteile und ihre Beziehung zum Tierschutz hingewiesen. In seiner Spezial-Homepage rund ums Essen (www.essenmitherz.ch) hat der Vegetarismus eine eigene Seite und wir sind verlinkt mit www.vegetarismus.ch. Auch unsere Kinder- und Jugendtierschutz-Homepage www.krax.ch informiert zum Thema.»
Der Geschäftsführer sieht auch einen direkten Zusammenhang zwischen Tierschutz und Vegetarismus:
«Der Zusammenhang ist offensichtlich: Wer kein Fleisch isst, fördert auch keine fragwürdigen Haltungen, Transporte und Schlachtmethoden von zur Mast bestimmten Tieren. Was nicht ausschliesst, dass sich hinter Eiern und Milchprodukten grausame Tierschicksale verbergen können und die Gewinnung dieser Produkte alleine in der Schweiz das Töten von jährlich mindestens zwei Millionen Tieren nötig macht.»

Taten des STS

Nur gerade 2 der 67 STS-Sektionen kümmern sich um Nutztiere.
Nebst den üblichen Tierschutzthemen wie Gänseleber, Froschschenkel, Pelze etc. hat sich der Vorstand des STS dennoch auch Nutztierthemen vorgenommen.
Man merkt es dem STS jedoch an, dass er sehr zurückhaltend vorgeht: Der STS ist keine Organisation, die an der Spitze der Tierschutzforderungen steht, sondern versucht, die Meinung der grossen Mehrheit der Bevölkerung im Bereich Tierschutz umzusetzen.
Einige seiner Projekte:
Regelmässige Kampagnen gegen das Tragen von Pelzkleidung und gegen Eier von Hühnern aus Käfighaltung.
Der STS lancierte die «Interessengemeinschaft für tierschutzkonforme Tiertransporte und Schlachthöfe» (IGTTS), die nebst dem STS auch von Vertretern der Fleischbranche und Schlachthöfe getragen wird.
Die Kontrollorganisation des STS kontrolliert auch die Tierhaltung von Bauern. Jedoch gibt es gerade bei dieser Arbeit immer wieder Kritik von anderen Tierschutzorganisationen, da der STS schon mit kleinen (politisch durchsetzbaren) Verbesserungen in der Nutztierhaltung zufrieden ist.
Eine eigentliche Kampagne zur Verbreitung der vegetarischen Ernährung hat der STS nie gemacht.

«Essen mit Herz»

Die STS-Homepage «Essen mit Herz» behandelt den Ernährungsbereich. Dabei findet man eine Seite speziell über den Vegetarismus:
«Fleischlos – nicht immer, aber immer öfter.
Das zunehmende Bewusstsein für den Schutz der Tiere, sich wiederholende Fleisch-Skandale und Tierseuchen sowie der Trend zur gesunden Ernährung sorgen dafür: Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch und fühlen sich wohl dabei.»
Doch auch die gesundheitlichen Nachteile des Fleischkonsums werden nicht verschwiegen:
«Mit mässigem Fleischkonsum kommen Sie schlank weg.
Fast 2 Stunden müssen Sie joggen, um die 900 Kalorien einer einzigen Schweinshaxe weg zu bekommen. Deshalb ist mässiger Fleischkonsum nicht nur besser für unsere Nutztiere, sondern auch für Ihre Figur!
Nach medizinischen Erkenntnissen ist ein mässiger Fleischkonsum besser für die Gesundheit.»
Obwohl gemäss obiger Aussage vom STS-Geschäftsführer für die Produktion von Eiern und Milch jährlich 2 Millionen Tiere getötet werden, empfiehlt der STS aber genau diese Produkte als Ersatz für das Fleisch. Die Möglichkeit einer veganen Ernährung wird beim STS nirgends erwähnt.
Dies entspricht natürlich auch der allgemein akzeptierten Meinung: Dass heute zu viel Fleisch konsumiert wird, kann kaum noch jemand bestreiten, aber dass man aus Tierschutzgründen vegetarisch oder gar vegan leben sollte, wird in der Öffentlichkeit gerne ignoriert. Der STS versucht dabei eine Gratwanderung: Einerseits ist er sich über die Folgen des Konsums tierischer Produkte für Mensch und Tier bewusst, andererseits will er aber die Unterstützung der Öffentlichkeit und der Politiker nicht verlieren.

Krax

Auf der Jugendtierschutzseite des STS findet man gleich mehrere Hinweise auf die vegetarische Ernährung. Dies mag daran liegen, dass dieses Projekt von einer Veganerin aufgebaut wurde.
Ein Beispiel:
«Wenn überhaupt Fleisch, dann bitte nur Labelfleisch […], denn damit förderst du eine bessere Tierhaltung.
Du kannst aber auch sehr gut ohne Fleisch auskommen: Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch!»
Auf die Frage eines Kindes, ob man Vegetarier sein muss, um die Tiere zu schützen, gibt der STS leider keine so klare Antwort, wie es die Fakten erfordern würden. Auch dies ist ein Zugeständnis an die vielen fleischessenden Gönner des STS:
«Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er Fleisch essen möchte oder nicht.»
Grundsätzlich ist es klar, dass jeder Mensch selbst über seine Handlungen zu entscheiden hat, dennoch würde es dem STS nie in den Sinn kommen zu schreiben, dass jeder selbst entscheiden soll, ob er Fleisch aus Tierfabriken kaufen soll oder nicht. Es gibt Dinge, die mit Tierschutz nicht vereinbar sind, und dazu gehört das Aufessen der Geschöpfe, die man vorgibt zu schützen.
Im Gegensatz zur Stiftung «Das Tier + Wir» wird das Thema Fleischkonsum bei den Tierschutzlektionen des Krax/STS ausgeklammert. Zudem können auch Fleischesser für den STS Tierschutzlektionen halten. Dass es auch anders geht, zeigt «Das Tier + Wir» mit seinen fundiert ausgebildeten vegetarisch oder vegan lebenden Tierethiklehrern, die bereits viel mehr Schulbesuche machen konnten als der STS mit seinem zurückhaltenden Vorgehen.

Fazit

Trotz einiger guter Ansätze wird der grösste Schweizer Tierschutzverein die vegetarische Ernährung nur sehr zurückhaltend und vorsichtig empfehlen. Eine vegetarische Kampagne wird man vom STS erst erwarten können, wenn die Vegetarierorganisationen und andere mutigere Organisationen den Boden dafür bereitet haben und die Anzahl der Vegetarier sich vervielfacht hat.
Andererseits zeigt das Beispiel STS aber auch, das einzelne Vegetarier innerhalb einer solch grossen trägen Organisation durchaus etwas in Bewegung bringen könn(t)en, wenn sie ihre Lebensweise nicht verleugnen.

Schweizer Tierschutz STS
Postfach, CH-4008 Basel

Tel.: 061 365 99 99, Fax: 365 99 90

E-Mail: sts@tierschutz.com
Homepage: www.tierschutz.com

Welche Ziele haben die Organisationen?

Es ist gut, dass es verschiedene Organisationen gibt, die sich für unterschiedliche Ziele einsetzen.
Dabei sollte eine Organisation jedoch ihre Ziele nicht vernachlässigen, bloss weil neue Erkenntnisse unpopuläre Massnahmen erfordern. Leider ist es heute so, dass Umweltschutz- und Tierschutzorganisationen immer mehr ihre eigentlichen Ziele verraten, indem sie alle Fakten über die Auswirkungen der Fleischproduktion ignorieren, um ihre (meist fleischessenden) Spender nicht zu verlieren. In dieser Artikelserie zeigen wir Ihnen deshalb, wie die Organisationen mit den neuen Fakten umgehen.