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Selbst das fast endlose Meer ist zu klein für die Gier der Menschen

Liebe Leserinnen und Leser
Die weltweite Gier nach Fleisch kann längst nicht mehr allein mit den Tieren vom Land gedeckt werden. Doch nicht nur der direkte Fischkonsum macht dem Meer zu schaffen. Immer mehr des Futters für die Nutztiere auf dem Land stammt auch aus dem Meer: Fische, die zu Fischmehl verarbeitet worden sind. Dabei macht man auch nicht davor Halt, vegetarischen Tierarten tierisches Futter aufzudrängen, da die enorm hohe Leistung (schnelle Gewichtszunahme, höhere Eierlegeleistung, mehr Milch) nur noch mit speziellem Kraftfutter erreicht werden kann.
Selbst die Tsunamikatastrophen haben zu keinem Umdenken geführt: Wo früher schützende Mangrovenwälder am Ufer des Meeres standen, werden heute Shrimps gezüchtet. Die gerodeten Wälder haben am Meeresufer ebenso schwere Auswirkungen wie die gerodeten Lawinenschutzwälder in den Alpen, die den Alpweiden weichen mussten.
Lawinen und Tsunamis werden heute als «Naturkatastrophen» angesehen, die man angeblich nicht verhindern kann. Der Fleischkonsum als Ursache wird hierbei ebenso verdrängt wie der enorm negative Einfluss der Fleischproduktion auf das Weltklima.

Obwohl auch im Binnenland Schweiz viele Fische gegessen werden, sehen nur wenige darin ein ethisches Problem. Ein wesentlicher Grund liegt sicher auch darin, dass die Fische und das Meer nicht nur räumlich sehr weit weg sind. Für das auf dem Land lebende Säugetier Mensch ist ein Lebensraum unter Wasser mit seinen ganz anderen Umweltbedingungen und Kommunikationsmöglichkeiten kaum vorstellbar. Die Fische sind von ihrem Wesen her deshalb so weit von uns entfernt, dass viele Menschen nur schwer ein Mitgefühl zu ihnen entwickeln können.
Wir bringen Ihnen deshalb in dieser Vegi-Info-Ausgabe die Welt der Fische etwas näher und behandeln in unserer Serie über die Vorurteile und Ausreden auch gleich den Mythos des «fischessenden Vegetariers».

Den Fischen geht es im offenen Wasser meist sehr gut, bis sie mit Menschen in Kontakt kommen. Dann werden sie entweder an einem Haken im sehr empfindlichen Maul aus ihrem Element gerissen oder in einem Netz aus der Tiefe des Meeres hochgezogen, sodass sie durch den schnellen Druckunterschied fast zerrissen werden und auf dem Schiff dann langsam ersticken müssen.
Anders sieht es bei den Schlachttieren aus: Sie leiden das ganze Leben (siehe Seite 9), werden dafür aber kurz vor der Schlachtung betäubt.

Renato Pichler
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus