Kopf SVV-Mitgliedschaft Breite einstellen

Die SVV heisst seit 2014: Swissveg

Unsere neue Homepage finden Sie hier: www.swissveg.ch


Seite veraltet!
Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert! Unsere aktuellen Infos finden Sie auf unserer neuen Homepage: Swissveg.


Kantonstierarzt bestätigt:

«Mindestens 50 Prozent der Schweinezüchter verstossen gegen das Tierschutzgesetz»

Der grösste Teil des in der Schweiz konsumierten Fleisches stammt von Schweinen.
Dennoch bekommt man als Konsument kaum je ein lebendes Schwein zu Gesicht. Wie es in den Schweineställen aussieht, ist den Fleischessern kaum bekannt.

Schweinehaltung

Als Kantonstierarzt des ländlichen Kantons St. Gallen hat es Thomas Giger besonders schwer. Eigentlich wäre es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Tierschutzgesetz in allen Ställen eingehalten wird. Durch die fehlende Unterstützung seiner Vorgesetzten und anderer Behörden ist es ihm jedoch unmöglich, seiner Arbeit pflichtbewusst nachzukommen.
Dieser unhaltbare Zustand brachte ihn dazu, öffentlich zu sagen, wie die Zustände in vielen Schweizer Schweineställen sind: «Mindestens 50 Prozent der Schweinezüchter verstossen gegen das Tierschutzgesetz. Sie geben den Schweinen kein oder nur ungenügend Langstroh» (aus: Beobachter 20/07 vom 28. Sept. 2007).
Er schätzt, wenn man die Betriebe, welche zusätzliche Subventionen für ökologische Leistungen erhalten, nicht mitzählt, es sogar 80 bis 90 Prozent aller Schweinehalter betrifft. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Der Tierschutzbeauftragte des Kantons Thurgau, Jörg Cadisch, schätzt, dass diese Quote in seinem Kanton auch bei rund 50 Prozent liegt.

Mutterschweine benötigen Stroh, um ihr Nest bauen zu können. Stattdessen müssen sie mit ihren Ferkeln oft auf einer Betonunterlage liegen und können ihr natürliches Verhalten nicht ausleben. Ausserdem würde Langstroh eine zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit für die intelligenten Tiere bieten. Schweine sind mindestens so intelligent wie Hunde, würde man aber einen Hund so behandeln, wie die Schweine meist behandelt werden, würde man sich zu Recht empören und auf das Tierschutzgesetz hinweisen. Die Schweine haben leider das Pech, dass man sie bloss als «Nutztiere» betrachtet und sie somit keinen eigenen Wert, ausser dem ihres Körpergewichtes, haben.

Es bleibt zu hoffen, dass Kantonstierarzt Giger und seine Amtskollegen auch künftig den Mut haben, öffentlich auszusprechen, was ihre Vorgesetzten zu vertuschen versuchen. Obwohl Herr Giger vom Schweineproduzentenverband Suisseporcs dazu aufgefordert wurde, öffentlich seine Aussage zurückzunehmen, hat er dies nicht getan, da er weiterhin zur Wahrheit steht.

Den Schweinen hat es bisher leider nichts genützt, weil sie sich weiterhin vielerorts ihr ganzes Leben lang mit einem kahlen Betonboden begnügen müssen. Möglich machen dies die Politiker, die mehr auf die Wirtschaftsverbände (Suisseporcs) als auf die Bedürfnisse der Tiere achten, und die Konsumenten, die das so produzierte Fleisch gedankenlos kaufen.

 

Weitere Informationen:

  • www.grunzmobil.ch/tierarzt.html
  • Vertuschung der Wahrheit hat bei Schweinemästern System:

    Im letzten Vegi-Info (Seite 16) konnten Sie nachlesen, dass bis heute ein TV-Spot, der die Wahrheit über die Schweizer Schweineställe aufzeigen wollte, zensuriert wird

Quellen:
Thomas Grether: «Züchter nehmens nicht so genau», Beobachter 20/07
Thomas Grether: «Maulkorb für Tierarzt», Beobachter 24/07
Balz Hosang: «Wann gilt ein Gesetz?», Beobachter 24/07
Thomas Grether: «Schweinezucht: Wo bleibt die artgerechte Haltung?», Beobachter 25/07

Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 5.12.2012

[nach oben


   
© Swissveg (ehemals: Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV)) | www.swissveg.ch | Impressum